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Zusamaltheim

15.05.2019

Störche brüten auf Zusamaltheims Schule

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2 Bilder
Ein Storchenpaar hat sich auf der Kaminverkleidung zwischen der Turnhalle und der Grundschule in Zusamaltheim in diesem Jahr erstmals ein Nest gebaut. Lehrerein Petra Calta beobachtet, dokumentiert und fotografiert mit ihren Zweitklässlern den Aufenthalt der Tiere.
Bild: Schule/Calta

Erstmals hat sich auf der Kaminverkleidung zwischen der Grundschule und Turnhalle ein Paar niedergelassen. Schüler und Lehrer freuen sich. Ob das Nest für immer bleiben darf, wird sich zeigen. Und nicht immer kommen die Störche wieder

Eine Woche nach Ostern sind sie eingeflogen, sozusagen aus dem Nichts auferstanden: zwei Störche auf dem Dach der Zusamaltheimer Schule. Genauer gesagt ist es die Verkleidung des Kamins, die sich das Storchenpaar ausgesucht hat. „So machen wir ihnen beim Heizen nicht den Popo warm“, sagt Katja Chromik lachend. Die Schulleiterin der Zusamaltheimer Grundschule freut sich mit den Kindern und Lehrern über den überraschenden Besuch in diesem Frühjahr.

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Dass sie – zumindest in diesem Jahr – bleiben dürfen, ist auch für Bürgermeister Wolfgang Grob eine klare Sache. „Zunächst finde ich es einfach schön, dass Störche da sind“, teilte er auf WZ-Anfrage mit. Dass sie sich in Zusamaltheim ein Nest bauen, sieht das Gemeindeoberhaupt als gutes Zeichen: „Es bedeutet, dass sie sich hier wohl fühlen und genügend Futter finden.“ Der 61-Jährige wohnt nicht weit entfernt, am Rande des Zusamaltheimer Ortsteils Sontheim. Dort ist er auch aufgewachsen und kann sich nur in seiner Kindheit daran erinnern, wie Störche sich in der einstigen Ziegelei angesiedelt haben. In den vergangenen Jahren seien allerdings immer mal wieder bis zu 100 Störche an Zusamaltheim vorbeigezogen.

Die Schüler beobachten das Zusamaltheimer Storchenpaar

Ob sich dabei ein Storchenpaar den Kamin zwischen Zusamaltheims Turnhalle und Grundschule ausgesucht hat? Diese Frage wird wohl unbeantwortet bleiben. Dafür beobachten, dokumentieren und fotografieren die Zweitklässler der Lehrerein Petra Calta die Störche und ihre Lebensgewohnheiten sehr genau – sitzen diese schon einmal so direkt vor ihnen.

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Zu sehen ist das Paar zeitweise allerdings schwer zwischen der Blechdachverkleidung. Während Schulleiterin Katja Chromik sich keineswegs beeinträchtigt fühlt durch die Zusamaltheimer Störche, muss der „Hausherr“ der Schule, die Gemeinde Zusamaltheim womöglich an Reaktionen des Storchenkots mit dem Blechdach denken. Vorsorglich hat Bürgermeister Grob daher schon mal den Storchenfachmann Anton Burnhauser kontaktiert. Der Bürgermeister stellt gleichzeitig klar, dass die Tiere auf jeden Fall dieses Jahr bis zum Herbst bleiben dürfen. „Sie haben ja schon ein Nest gebaut und brüten.“ Demnach, freut sich Katja Chromik, liege wohl mindestens ein Ei im Nest.

Auf Störche, Eier und Nachwuchs hatte auch das Wertinger Ehepaar Irmgard und Blasius Hurler dieses Jahr wieder gewartet. Immerhin hatten sie vergangenes Jahr extra ein Nest für ein zweites, in der Zusamstadt herumirrendes Storchenpaar gebaut. Doch gehen und fliegen die Störche ihre eigenen Wege. Sein Bedauern drückt Blasius Hurler in einem Gedicht aus:

Das verwaiste Storchennest

Viele Leute freuen sich,

wenn sie lesen ein Storchengedicht Oft werden wir danach gefragt

was der Storch wohl machen mag Doch heuer sieht es traurig aus,

denn kein Storch ist bei uns zuhaus So steht Enttäuschung uns im Gesicht, die uns fast das Herze bricht Das Nest auf dem Kamin ist verwaist,

weil Adebar ist nicht angereist Jeden Morgen schauen zum Nest wir hin, dort oben auf dem Gärtnereikamin

Ob sich doch etwas hat getan

und die Störche reisten an

So geht es leider Tag für Tag

man fragt woran dies liegen mag

Eine Erklärung haben wir nicht

darum schreibe ich dieses Gedicht

So richten wir auf die Kirche den Blick

und beobachten dort das Storchenglück

Frau Störchin brütet seit einger Zeit

Herr Storch hält sich zum Schutz bereit

So dürfen wir wieder voll Vertrauen auf das Paar auf dem Kirchturm schauen

Hoffen wir dass dort alles gut geht

und die Storchenfamilie ihre Runden dreht

Vielleicht sollten wir künftig auf unserm Kamin, ein Schild anbringen das weist darauf hin

Dass ein Nest für Störche frei ist

und jeder herzlich willkommen ist

Ein Foto vom letzten Jahr füge ich an, damit man sich daran erinnern kann

Auch dieses Gedicht hab ich wieder geschrieben

für alle die unsere Störche lieben

Dafür danke ich Euch zum Schluss

mit liebem Gruss Euer Blasius

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