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Ausstellung

14.04.2015

Synagoge ist eine Ikone neomaurischer Kultur

Im neumaurischen Stil ist die Binswanger Synagoge errichtet, die im Vorjahr außen teilweise saniert wurde. In dem einstigen jüdischen Gotteshaus, das heute ein Kulturzentrum ist, wird am 24. April eine Ausstellung eröffnet.
Bild: Margot Sylvia Ruf

In dem einstigen jüdischen Gotteshaus wird am 24. April eine Ausstellung eröffnet. Dabei werden 15 Synagogenstandorte in Schwaben vorgestellt

Historische Synagogenstandorte in Schwaben präsentiert im Rahmen einer Wanderausstellung das gleichnamige Netzwerk ab 25. April in der Alten Synagoge in Binswangen. Vor zwei Jahren fand diese interessante Präsentation bereits in Buttenwiesen statt, das ebenfalls ein Meilenstein jüdischer Geschichte im Landkreis Dillingen ist. „Ma Tovu…“. Wie schön sind deine Zelte Jakob“ ist die Ausstellung betitelt.

Der Katalog für die Präsentation wurde vom Jüdischen Kulturmuseum in Augsburg und vom Netzwerk gemeinsam erarbeitet. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hat die Broschüre mit einem Grußwort begleitet und dankt darin den Initiatoren der Ausstellung für ihren wertvollen Beitrag zu einer nachhaltigen Erinnerungskultur. Der Katalog soll es Besuchern der Präsentation ermöglichen, Ausstellungsinhalte nachzulesen und sich in Ruhe in das Thema zu vertiefen.

Die Ausstellung besteht aus 21 Rollups, die zu drei Teilen gruppiert sind. Der erste und umfangreichste beschreibt die Entwicklung der Synagogenbauten in fünf Phasen, von den Anfängen als einfache Betstuben und Haussynagogen über die ersten eigenständigen Synagogenbauten seit Ende des 17. Jahrhunderts und die Synagogen des „schwäbischen Typus“ um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Hinzu kamen die Synagogen der Emanzipationszeit und ihre neomaurische Spielart wie in Binswangen und die Synagogenbauten in den Städten wie etwa in Augsburg, wo ein Monumentalbau entstand.

Jeder Baubeschreibung in der Ausstellung sind kurze historische Abrisse der Standortgemeinden beigefügt. Letztendlich erfährt der Besucher das Ende der Synagogenkultur in der NS-Zeit, wo beim schrecklichen Novemberpogrom die Synagogen brannten. Die Binswanger Synagoge wurde zwar nicht niedergebrannt, jedoch im Inneren von einer Nazihorde, die aus Augsburg gekommen sein soll, stark zerstört. Was aus der Thora wurde, ist nicht bekannt. In Binswangen steht der älteste erhaltene neumaurische Synagogenbau in Deutschland, und er stellt damit eine Ikone der neoorientalischen Synagogenarchitektur dar. 15 Synagogenstandorte in Bayerisch-Schwaben finden sich in der Ausstellung „Ma Tovu…“ wieder. Die Präsentation will einen Beitrag dazu leisten, dass das jüdische Erbe der Region nicht in Vergessenheit gerät. Eröffnet wird die Ausstellung offiziell am 24. April, um 17 Uhr mit Gästen aus dem Kreis der Initiatoren und ehrenamtlichen Unterstützer sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens. Für die Öffentlichkeit zugänglich ist sie dann ab 25. April bis 25. Mai.

Jeweils Samstag, Sonntag und Feiertag von 14 bis 17 Uhr. Führungen finden am 26. April, 10., 17. und 24. Mai, jeweils um 15 Uhr statt. Sondertermine sind nach Vereinbarung möglich.

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