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Argentinischer Tango in Wertingens Kunstschule KUK

17.03.2015

Tango tanzen kann, wer auf der Straße gehen kann

Tango ist ein Gehen, bei dem sich die Füße wie von selbst gemeinsam bewegen.
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Tango ist ein Gehen, bei dem sich die Füße wie von selbst gemeinsam bewegen.
Bild: Wyszengrad

Anfangs mangelt es oft an Männern, später finden viele große Freude daran

Fasziniert schaute Marietta Panitz auf die Füße der Tanzenden und war begeistert. „Sie bewegten sich elegant, filigran und verschnörkselt – und keine(r) fiel hin.“ Das war vor rund 20 Jahren, als ihr Blick zufällig in einen Regensburger Hinterhof fiel. Seitdem zählt der Tango zu ihren großen Leidenschaften. Neben Regensburg – eine der ersten deutschen Tango-Hochburgen – hat der argentinische Tanz in viele große und kleine Städte Einzug gehalten. Jetzt soll er auch in der Wertinger Kunstschule KUK getanzt werden.

Am kommenden Wochenende findet ein Anfängerkurs mit der Tangolehrerin Elisabeth Zagel statt. Danach sollen wöchentliche Übungsstunden folgen, im Wechsel mit und ohne Lehrerin.

Ein paar Tanzfreudige haben sich bereits angemeldet. Was sich dabei als Mangelware herausstellt, sind die Männer. „Meist sind zunächst die Frauen ganz wild auf den Tango.“ Diese Erfahrung machte Elisabeth Zagel immer wieder. Die 54-jährige Tangolehrerin vom Ammersee hatte 1993 ihre erste Begegnung mit dem argentinischen Tango. Im Laufe der Jahre bemerkte sie: „Wenn Männer erst zu tanzen anfangen, finden viele wirklich Freude daran und sind oft in der Überzahl.“

Der Tango, sagt Zagel, sei ein Spiel, bei dem klare Rollen sehr ursprünglich vorhanden sind. „Der Mann gibt was vor, die Frau lässt sich führen.“ Das habe nichts mit Unterwürfigkeit zu tun, sei vielmehr Voraussetzung dafür, dass ein gemeinsames Zusammenspiel im Tanz entstehen könne.

Was sich vielleicht schwer anhört, sei am Anfang alles andere als schwierig. Zagel: „Tango ist wie Gehen, wer auf der Straße gehen kann, kann auch Tango tanzen.“ Im Gegensatz zu anderen Tänzen seien keine Choreografien im Kopf zu behalten. „Wir fangen an, miteinander zu gehen, Kontakt aufzubauen und gehen ganz langsam weiter.“

Nach einer Tangolehrerausbildung in Bremen unterrichtet Elisabeth Zagel seit 1998 hauptsächlich in der Ammersee Region und in München. Immer wieder zog es sie für längere Zeit nach Buenos Aires, wo sie bei namhaften Tänzern und Lehrern der alten und neuen Generation weiterlernte.

Auch Marietta Panitz wollte nach ihrer faszinierenden Erfahrung in Regensburg unbedingt lernen, blieb dran, teilte sich den ersten Tanzpartner mit einer Freundin und fand immer wieder Tanzpartner. Allzu gut erinnert sie sich noch heute an ihre erste Milonga, wie sich die Tanzveranstaltungen für Tango Argentino nennen. „Es war etwas ganz Besonderes, ich brauchte Mut, zitterte, musste meinen inneren Schweinehund überwinden und tanzte.“

Eine ganz ähnliche Erfahrung machte Barbara Mahler. Die 51-jährige Wertinger Künstlerin stand vor einigen Jahren am Rande eines öffentlichen Tango-Tanzes auf der Praterinsel in München. „Ich schaute zu, hatte noch nie Tango getanzt und wurde aufgefordert.“ Sie ließ sich führen – und tanzte. Das Erlebnis wirkt bis heute in ihr nach. Dazu liebt sie die Tangomusik und stellt jetzt ihr Atelier für den Tanz zur Verfügung. „Hier herrscht eine zwanglose und offene Atmosphäre, wo sich jede(r) trauen kann.“

Anmeldung und Informationen zum Anfängerkurs im Wertinger KUK am Wochenende 21./22. März (Samstag 16 - 19.30 Uhr, Sonntag 14 bis 17.30 Uhr) unter Telefon 0176/32573831. Wünschenswert sind Anmeldungen als Paare, aber auch Einzelpersonen jedes Alters können teilnehmen.

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