1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Tiere sollen sich in den Ställen wohler fühlen

Landwirtschaft

29.12.2014

Tiere sollen sich in den Ställen wohler fühlen

Erst kürzlich gebaut wurde der Milchviehlaufstall von Karl und Jürgen Kratzer in Riedsend.
Bild: Bunk

Die neuen Richtlinien zu den Investitionsförderungen wurden vorgestellt

Dass vom Ackerbau kaum ein Landwirt leben kann, stellte Magnus Maier klar. Zum Begriff „Massentierhaltung“ meinte der Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Wertingen allerdings: „Sie wussten schon immer, dass Tiere Lebewesen aus Fleisch und Blut sind.“ Etwa 100 Landwirte waren in den Waldgasthof Bergfried gekommen, um sich über die neuen Förderrichtlinien zur Einzelbetrieblichen Investitionsförderung (EIF) zu informieren.

Fast 60 Millionen Euro wurden im Landkreis Dillingen in den Jahren 2007 bis 2012 bei der Einzelbetrieblichen Förderung ausbezahlt, erklärte Ottmar Hurler. In unserer Region wurden in erster Linie Milchviehställe gebaut. Aber auch Investitionen in die Mastschweine-, Mastbullen- und Geflügelhaltung wurden getätigt. In Bayern wurden 80 Prozent der Fördermittel im Bereich der Milchviehhaltung ausbezahlt. Diese Verteilung wird auch in Zukunft so bleiben, meinte Hurler, denn es gibt das Ziel, dass 80 Prozent aller Kühe bis 2020 im Laufstall gehalten werden sollten. „Für unsere Region ist dies durchaus erreichbar, schließlich beträgt der Anteil der Kühe, die im Laufstall gehalten werden, derzeit schon über 70 Prozent“, führte Hurler aus. Insgesamt stehen drei Programme zur Verfügung, die auch Peter Schulz erläuterte.

Beim Bayerischen Sonderprogramm Landwirtschaft (BaySL) steht das Tierwohl im Mittelpunkt. Für dieses rein bayerische Programm, welches bis 2016 läuft, stehen fünf Millionen Euro Haushaltsmittel zur Verfügung. Gefördert wird z. B. in bestehenden Schweineställen die Vergrößerung der Fensterflächen, automatische Luftkühlungsvorrichtungen und Bewegungsbuchten für Zuchtsauen. Keine Förderung gibt es für zusätzliche Tierplätze und Ersatzinvestitionen. „Die Zweckbindungsfrist beträgt zwölf Jahre“, betonte Hurler. Die Antragsstellung ist sofort möglich, dabei gibt es einen einheitlichen Fördersatz von 25 Prozent und maximal 25000 Euro.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Bei der Diversifizierungsförderung (DIV) geht es um die Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen im ländlichen Raum wie beispielsweise Urlaub auf dem Bauernhof.

Bei der Direktvermarktung werden Hofläden und Verkaufsfahrzeuge gefördert. Jedoch müssen 25 Prozent der Umsatzerlöse aus der Landwirtschaft oder mit Bodenbewirtschaftung verbundener Tierhaltung stammen. Der Fördersatz beträgt auch hier 25 Prozent, das Mindestinvestitionsvolumen 10000 Euro und der maximale Zuschuss 200000 Euro.

Zusätzliche Anforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz sowie beim Verbraucherschutz sind im Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP) zu erfüllen. 15 bis 20 Prozent Zuschuss sind bei der Basisförderung möglich. Bei der „Premiumförderung“, wo wiederum mehr Tierwohl im Mittelpunkt steht, sind es 35 bis 40 Prozent. Das Mindestinvestitionsvolumen beträgt 20000 Euro, der maximale Zuschuss 300000 Euro. Hier ist die Teilnahme an anerkannten Lebensmittelqualitätsprogrammen Voraussetzung wie zum Beispiel Geprüfte Qualität aus Bayern oder die Anerkennung als Öko-Betrieb. Die Frist zur Antragseinreichung steht noch nicht fest, wird allerdings mit zwei bis drei Wochen ungewohnt kurz sein.

„Nehmen Sie Ihre Familien mit ins Boot“, betonte Hurler, denn zunächst muss erst einmal abgeklärt werden, ob bei Investitionen der zusätzliche Arbeitsaufwand auch machbar ist. Außerdem sollte ein Betreuer eingeschaltet und mit der Hausbank gesprochen werden. Ziel ist es, alle Unterlagen zu Beginn der Antragsfrist vollständig beisammen zu haben, ansonsten muss der Antrag abgelehnt werden, informierte Hurler weiter.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20IMG-20181206-WA00093131313131.tif
Dillingen

Bringt die EU junge Männer im Landkreis Dillingen auf den richtigen Weg?

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen