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15.02.2018

Tödlicher Faschingsausgang vor zehn Jahren

Das Faschingsschiff „Wertanic“ der Wertinger Zusamnarren beim Umzug am Rosenmontag im Jahr 2008. Am Faschingsdienstag stürzte ein Mitglied bei Roggden von Bord und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.
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Das Faschingsschiff „Wertanic“ der Wertinger Zusamnarren beim Umzug am Rosenmontag im Jahr 2008. Am Faschingsdienstag stürzte ein Mitglied bei Roggden von Bord und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.
Bild: Repros: Johannes Tischmacher

Was im Februar vor 100, 50, 25 und zehn Jahren in der Region los war. Vor 100 Jahren musste ein Flieger in Wertingen notlanden. Vor 50 Jahren standen Kirchendiebstähle im Fokus und vor 25 Jahren Gewalt an Schulen

Mit Stolz und Freude musste diese Nachricht im Februar 1908 die Landwirte erfüllen, die an die Molkereigenossenschaft Wertingen Milch lieferten: Die jetzige Milchmenge der Molkerei reiche aus, um damit bei einer Wochenmenge von circa 60 Gramm Butter eine Stadt von rund 45000 Einwohner zu versorgen.

Zum Schutz der Jugend öffentlich zu verlesen war die Anordnung, nach der die „Verabfolgung von bengalischen Streichhölzern und sog. Stinkbomben an Jugendliche unter 17 Jahren, ohne Unterschied, ob sie gegen Entgelt oder unentgeltlich erfolgt, verboten ist“. Zuwiderhandlungen wurden mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.

Und was alles gestohlen wurde! Aus der Sägmühle des Herrn Stadtmühlbesitzers Stuhler in Wertingen wurden beispielsweise drei Treibriemen gestohlen. Der hohe Preis für Roßhaare veranlasste Spitzbuben, sich auch diesen zuzuwenden. In Ziertheim sind im Pferdestall des Brauereibesitzers Hegele fünf Pferden Mähne und Schweifhaare abgeschnitten worden.

Außerdem stand in unserer Zeitung vor 100 Jahren: „In der Nähe des Herrenbades in Wertingen musste gestern ein Flieger eine Notlandung vornehmen, um einen kleinen Maschinendefekt auszubessern. Eine große Menge Neugieriger umstand das Flugzeug, das nach Beseitigung des Defektes unter dem Jubel der Jugend in östlicher Richtung wieder fortfuhr.“

Vor 50 Jahren Bei der Zusamaltheimer Bürgerversammlung im Magg-Saal erläuterte Bürgermeister Weinmüller im Jahr 1968, dass der Ausbau der Verbindungsstraße von der Staatsstraße 2828 (Ried) über die 2027 zur Zusam bis zur 2036 (Bocksberg) vorgesehen ist. In Altenmünster führte Bürgermeister Mayr den geringen Besuch bei der Bürgerversammlung nicht auf das mangelnde Interesse an Gemeindeangelegenheiten zurück, sondern auf die zur Zeit herrschende Grippewelle. Er berichtete, dass die Trinkwasserversorgung nun endgültig abgeschlossen und gut gelöst sei. Der im Jahre 1957 erstellte Tiefbrunnen hatte nicht mehr ausgereicht und so musste 1966 ein zweiter Brunnen gebohrt werden. Er hat eine Tiefe von 114 Meter und liefert 20 Liter in einer Sekunde. Im Regierungsbezirk Schwaben häuften sich vor 50 Jahren Diebstähle von Heiligenfiguren, Madonnen und anderen sakralen Kunstgegenständen. Auch im Landkreis Wertingen ereigneten sich schon Kirchendiebstähle. So wurde aus einer abgelegenen Feldkapelle beim Anzenhof eine große Pieta und eine kleine Sebastiansfigur gestohlen. Die Täter konnten ermittelt werden. Sie hatten die Pieta in der Nähe des Reutenhofs bei Wertingen vergraben. Die Heiligenfigur blieb verschollen.

Vor 25 Jahren: Die alte Sportlerweisheit, wonach man eine erfolgreiche Mannschaft nicht ändern soll, beherzigten die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung Wertingen und bestätigten die bisherigen Vorstandsmitglieder für die nächsten beiden Jahre in ihren Ämtern. Demzufolge setzte sich das Führungsgremium aus Peter Schneider (Vorsitzender), Karl Kratochvil (Stellvertreter), Martina Kratochvil (Kassenwart) und Gabi Killensberger (Schriftführerin) zusammen.

Die jüngsten Meldungen im überregionalen Teil unserer Zeitung, dass sich Schüler immer brutaler prügeln, schienen ein Phänomen der Großstadt zu sein. Dies ergab jedenfalls eine WZ-Umfrage an verschiedenen Schulen des Kreises. Und dennoch: Auch hier waren warnende Stimmen über eine wachsende Aggressivität auf den Schulhöfen nicht zu überhören. Am deutlichsten formulierte es der Leiter der Volksschule Höchstädt, Wolfgang Lengerer. „Die Rücksichtnahme auf den Mitschüler habe bedenklich abgenommen; gestiegen ist in den letzten 30 Jahren die Neigung, den anderen beim Zuschlagen hart zu treffen.“ Von Gewaltaktionen an Schulen war Wertinger Schulleitern nichts bekannt. Im Gegenteil: Schüler des Wertinger Gymnasiums hatten eine gemeinsame Luftballonaktion gegen Ausländerhass gestartet.

Vor zehn Jahren: Nur wenige Wochen, nachdem die Wertinger Faschingsaktivisten Vereinsauflösung und Insolvenz auf sich zukommen sahen – was in einer Neugründung der Zusamnarren endete – feierte der Fasching an der Zusam aus dem Stand einen Riesenerfolg. In unserer Zeitung war im Februar 2008 zu lesen: „Gestern sprach der inoffizielle Kassenmann der Zusamnarren, Helmut Gumpp, von 6000 Zuschauern. Der Gaudiwurm mit 48 Wagen und Gruppen vereinte weit über 1000 Narren aus der gesamten Region.“ Ein Thema war bei zwei Wagen der Wertinger Dönerfleisch-Skandal und – ohne Zusammenhänge herzustellen: Ein anderes Thema war der Gablinger Knast. Eigentlich hatten die Wertinger Zusamnarren den Fasching schon beendet, als sich am Faschingsdienstag ein tragischer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete. Ein 25-jähriger Mann stürzte bei Roggden von der Ladefläche der „Wertanic“, dem Faschingswagen der Zusamnarren, und zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu, denen er am Aschermittwoch im Augsburger Zentralklinikum erlag.

Kein Frieren mehr für Pfarrer und Ministranten. Nachdem die rund 30 Jahre alte Elektroheizung in der Sakristei der Kirche Bliensbach ihren Geist aufgegeben hatte, musste diese schon wegen der kalten Jahreszeit repariert werden. Rasches Handeln war erforderlich. Dank engagierter Helfer wurde im Februar 2008 an einem Tag die alte Heizung demontiert und die neue Heizung installiert.

Gedenken an Hugo Krauß – er war am 8. Februar im Alter von 87 Jahren verstorben. Als Heimatverleger der Wertinger Zeitung lebte er ein öffentliches Leben, war zudem 38 Jahre lang Kommunalpolitiker.

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