1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Trotz „Petri Heil“ kein Fisch an der Angel

Unteres Zusamtal

15.08.2014

Trotz „Petri Heil“ kein Fisch an der Angel

Am dicht bewachsenen Ufer des „Unteren Sees“, ein Altwasser im Flurbereich „Seemahd“ im Donauried bei Pfaffenhofen, bringt Norbert Müller (rechts) Günther Herdin das Angeln bei.

WZ-Reporter genießt die Nachtruhe am Ufer eines Altwassers im Donauried bei Pfaffenhofen

Von Günther Herdin

Pfaffenhofen Als ich meinen Freunden, Kollegen und Bekannten berichte, dass ich gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Fischereivereins Pfaffenhofen, Norbert Müller, zum Angeln gehe, sprechen diese mir nicht unbedingt Mut zu. „Du fängst ja eh nichts“, lautet ihre Prognose. Und sie sollten recht behalten. Dabei hatten sie mir noch den traditionellen Gruß der Fischer und Angler, „Petri Heil“, mit auf dem Weg gegeben.

Montagabend, 11. August, 20 Uhr: Norbert Müller fährt mit mir zum rechten Zusamufer auf Höhe der Firma Bausch bei Buttenwiesen. Er erklärt mir akribisch, wie eine Kunststoffschnur an der Angelrute aufgezogen wird. Ich werde mit Fachausdrücken wie Karabiner-Wirbel, Köder-Tauwurm und Aalglocke konfrontiert. Doch zum Einsatz kommt unsere Angel an der Zusam nicht. Weil der Fluss an diesem Abend relativ viel Wasser führt und eine Menge Unrat auf der Oberfläche daher schwimmt, macht das Angeln hier keinen Sinn. Wir wechseln den Standort und fahren zum sogenannten „Untersee“ im Flurbereich „Seemahd“. In diesem Altwasser im Donauried zwischen Paffenhofen und Blindheim legen wir zwei Angeln nebeneinander aus.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Doch bis wir diese richtig in Position bringen, müssen wir uns durch den wild bewachsenen Uferbereich kämpfen. Norbert Müller warnt mich, beim Herantasten an das Wasser vorsichtig zu sein. Die zahlreichen Biber, die er hier schon gesehen hat, könnten Erdreich unterhöhlt haben – ein plötzliches Absacken ins Wasser könnte uns nasse Beine und einen nassen Bauch bescheren. Ein Szenario, das Gott sei Dank nicht eintritt.

Ein leidenschaftlicher Fischer wie der 45-jährige Norbert Müller hat beim Angeln an alles gedacht. Er hat einen eigenen Anglerstuhl dabei (auf den sich freundlicherweise der WZ-Reporter setzen darf), spannt sich eine Nachtlampe um die Stirn und holt aus einem Eimer eine Flasche Bier. Jetzt wirkt der selbstständige Kaufmann nach einem arbeitsreichen Tag richtig entspannt.

Er beobachtet ebenso wie der WZ-Reporter die immer dunkler werdenden Wolken, die über das Donauried hinwegziehen. Das leise Rauschen der Baumwipfel und der vielen Sträucher durch den Wind sind Melodien voller Melancholie. Die Seerosen auf dem „Unteren See“ liegen nahezu regungslos auf der Oberfläche des Wassers. Auch unsere Angelruten. Kein Aal, kein Karpfen, keine Schleie, kein Hecht oder ein sonstiger Fisch beißt an. „Damit müssen wir leben“, erklärt Norbert Müller. Bei circa 60 Prozent seiner Anglereinsätze, die mitunter eine ganze Nacht andauern, gibt es keine Beute. Dafür aber „Entspannung pur“, gewinnt Müller seinem Hobby nur Positives ab. Auch am vergangenen Montag, ehe es um 22.30 Uhr nach Hause geht.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
IMG_6570.JPG
Buttenwiesen

Neue Chance für Häuslebauer in Buttenwiesens Dörfern

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden