1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Und wieder redet Binswangen über „Strabs“

Gemeinderat

04.07.2018

Und wieder redet Binswangen über „Strabs“

Keine Blüten, sondern Schmetterlinge, die sich an den Disteln laben: Natur-Vielfalt, wie hier am Gemeindeweiher in Binswangen, wünschen sich Gemeinderäte auch in den Gärten, am Wegrand, auf Wiesen und Feldern.

Außerdem sprechen die Gemeinderäte noch darüber, wie Insekten Lebensraum finden können und warum Gerechtigkeit für jeden etwas anderes bedeutet

Helmut Reißler fragt am Ende der Binswanger Sitzung seine Gemeinderatskollegen um Bürgermeister Anton Winkler: „Müssen wir nicht irgendwas tun? Versäumen wir keine Frist bei den Straßenausbaubeiträgen?“ Was er genau meint, wissen die anderen an diesem Dienstagabend erst einmal nicht so genau, wie sich im weiteren Gespräch herausstellt.

Bürgermeister Anton Winkler spricht davon, dass der Beschluss steht, dass rückwirkend zum 1. Januar keine Straßenausbaubeiträge mehr erhoben werden, alle vorher herausgeschickten Bescheide aber noch bezahlt werden müssen. Das, findet Helmut Reißler, ist untragbar: „Wenn wir alle ruhig sind, geschieht garantiert nichts.“

Klar ist, dass es dadurch Unfrieden in Binswangen gibt. Immerhin müssen die Anwohner im Gässle, der letzten Maßnahme der Dorferneuerung, im Gegensatz zu den Anliegern der vorher sanierten Straßen nicht mitzahlen. „Wir müssen uns doch rühren, ein Schreiben verfassen, dass wir dagegen sind“, betont Reißler wiederholt. Während Ratsmitglied Roland Karl erwartet hätte, dass Reißler die einfachere Variation fordert, dass auch die Anwohner im Gässle zahlen müssten, verwahrt sich Helmut Reißler davor: „Ich würde nie sagen, dass jemand etwas bezahlen soll, wenn er das nicht muss.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bürgermeister Winkler erinnert an das Volksbegehren der Freien Wähler, an die Ablehnung des Antrags, die Beiträge rückwirkend bis 2014 zu erstatten. Und als Alexander Gumpp anspricht, dass das nur möglich wäre, wenn es die Gemeinde aus eigener Tasche zahlt, entgegnet Winkler, dass dies rechtlich nicht zulässig sei. Auch Reißlers Vorschlag nicht, eventuell jedes weitere zurückliegende Jahr 20 Prozent weniger zurückzuerstatten, damit der Schnitt nicht zu krass wäre. Bürgermeister Winkler zeigt sich ebenfalls verärgert angesichts der Thematik, bei der viele Fragen offen bleiben. Zwar wird ein jährlicher Betrag in Aussicht gestellt, der unter den Kommunen aufgeteilt wird. Aber: „Wenn die Städte ihre Anträge stellen, was bleibt da noch übrig fürs Land?“

Wo die Binswanger selbst eine Lösung finden könnten, sind die unversiegelten kommunalen Flächen. Ratsmitglied Roland Karl möchte, dass hier mehr Lebensraum für Insekten geschaffen wird, was auch wieder den Vögeln und so weiter zugute komme. Er spricht von den Rändern von Getreidefeldern, fragt Landwirt Stefan Rödel, warum die unbedingt abgemäht werden müssen. Das sei vor dem Aussamen nötig, weil die Landwirte sonst vor allem an den Ackerrändern Riesenprobleme mit dem Unkraut hätten, woraufhin mehr gespritzt werden müsste. Roland Karl meint, dass Straßenböschungen, Feldränder, Gärten von Privatleuten, eben alle Flächen, wo Insekten Lebensraum finden könnten, nicht regelmäßig abgemäht werden müssten, manche werden noch dazu gemulcht, damit erst recht keine blühenden Pflanzen mehr in die Höhe kämen.

Dass sie immer wieder angesprochen wird auf das Thema und die Gespräche durchaus Änderungen bewirken, wie an verschiedenen Gärten zu sehen ist, freut Erika Heindel. Roland Karl bat, geeignete Flächen, auch innerorts, eventuell nur einmal jährlich zu mähen oder zumindest einen Streifen stehen zu lassen, in dem wachsen könne, was sich eben entwickle.

Dass Entwässerungsgräben regelmäßig gemäht werden müssten, steht außer Frage. Karl betont noch: „Mir geht es nicht darum, dass Blumenmischungen ausgesät werden, damit regelmäßig gegossen werden muss.“

Der zeitliche Mähaufwand bliebe aufs Jahr gesehen trotzdem derselbe, war sich Bürgermeister Winkler mit Gemeindearbeiter Alexander Spiegler einig, weil dann nicht einfach der Rasenmäher genommen werden könne.

Der wird beim künftigen Spielplatz in der Gartenstraße regelmäßig zum Einsatz kommen. Der Rat beschloss, den offiziellen Förderantrag zu stellen. Die Kostenschätzung liegt bei 99000 Euro. Der voraussichtliche Zuschuss für diese allerletzte Dorferneuerungsmaßnahme wird voraussichtlich zwischen 30000 und 49500 Euro liegen. Wenn der neue Spielplatz fertig ist, wird der an der Hauptstraße aufgelöst. Zusätzlich gibt es noch einen im Baugebiet Kirchle, der bleibt.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20DSC_0790(1).tif
Freizeit

Wann öffnet endlich Wertingens Hallenbad?

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket