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06.02.2015

Viele Fahrer gingen leer aus

Betreiber eines Car-Service betrog Dienstleister um ihren Lohn: _  Bewährungsstrafe

Knapp an einer Gefängnisstrafe entlanggeschrammt ist jetzt ein 40-jähriger Unternehmer aus dem Wertinger Raum. Das Amtsgericht Dillingen verurteilte den Mann, der einen Car-Service betrieb, der mittlerweile insolvent ist, zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren. Der Geschäftsmann hatte dabei noch Glück, weil ihm diese zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten Betrug in 22 Fällen vor. Der 40-jährige Unternehmer wurde beschuldigt, Rechnungen für Überführungen von Fahrzeugen nicht bezahlt zu haben. Der Geschäftsmann habe laut Staatsanwalt Küffer teilweise bei Auftragserteilung bereits gewusst, dass er die Leistungen nicht bezahlen konnte. Einem einzigen Geschädigten blieb der Geschäftsmann insgesamt 4255 Euro schuldig. In zwei anderen verhandelten Fällen waren die Dienstleister auf 443 bzw. 210 Euro an Aufwand sitzengeblieben. Von verschiedenen Personen wurden Autoüberführungen bis nach Salzburg, Augsburg oder München vorgenommen. Rückreisen mit der Bahn hatten sie aus eigener Tasche bezahlt.

Angeklagter entschuldigt sich

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Für die Anklagevertretung sah es so aus, als habe sich der 40-jährige Zusamtaler durch die ihm zur Last gelegten Taten eine Einnahmequelle von gewisser Dauer verschafft. Der Angeklagte gab sich gegenüber der Vorsitzenden Richterin Ursula Janosi voll geständig und drückte auch gegenüber im Gerichtssaal anwesenden geschädigten Ex-Kunden sein Bedauern darüber aus, dass er sie getäuscht habe.

Allerdings beteuerte er, nicht in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben. „Ich habe verzweifelt versucht, mein Geschäft zu retten“, stellte der beschuldigte Mann fest und fügte an, dass sein Unternehmen selbst bei mehreren Kunden erhebliche Außenstände nicht eintreiben konnte.

Richterin Janosi hielt dem Anklagten bedingten Vorsatz bei seinem Handeln vor. Er habe nicht rechtzeitig die Notbremse gezogen, um weiteren Schaden von seinen Dienstleistern fernzuhalten. Zwei Gläubiger sagten im Zeugenstand aus, dass der beschuldigte Unternehmer, zu dem sie ursprünglich viel Vertrauen gehabt hätten, sie immer wieder wegen der ausstehenden Zahlungen vertröstet hätte. „Später war er nicht mehr für mich zu erreichen, obwohl wir ein fast freundschaftliches Verhältnis hatten“, so ein Zeuge, bei dem der Angeklagte mit 4255 Euro in der Kreide steht.

Staatsanwalt Küffer hielt in seinem Plädoyer dem angeklagten Geschäftsmann zugute, dass dieser voll geständig ist. Das sei in vielen Betrugsfällen nicht der Fall. Auch sei beim Angeklagten spürbar Reue über seine Taten vorhanden. Dennoch habe er einen relativ großen Schaden angerichtet, von dem bisher nur ein Teil angeklagt wurde. Die Staatsanwaltschaft forderte ein Jahr und sieben Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung sowie 200 Stunden Sozialarbeit.

Geringere Strafe gefordert

Die Verteidigung, vertreten durch Rechtsanwalt Wolfgang Müller, hielt ein Jahr und zwei Monate auf Bewährung für tatangemessen.

Dem angeklagten Geschäftsmann solle auch die Möglichkeit einer Wiedergutmachung eröffnet werden, nachdem er mittlerweile einen Arbeitsplatz als Fahrer gefunden habe, gab die Verteidigung zu bedenken.

Richterin Janosi sah in ihrem Urteil beim Angeklagten nur „bedingten Vorsatz“. Der Geschäftsmann habe leider zu lange ziemlich blauäugig versucht, aus seiner Schuldenmisere herauszukommen und zu spät gehandelt. Nichtsdestotrotz sei ihm Betrug und in mehreren Fällen auch gewerbsmäßiger Betrug vorzuwerfen.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr und sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Außerdem muss dieser zusätzlich noch 200 Sozialstunden ableisten. Er bekommt einen Bewährungshelfer an die Seite, wie die Richterin verfügte.

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