Newsticker

Carneval in Rio fällt wegen Corona-Pandemie aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Vier Chancen für Windräder

Laugna

15.05.2015

Vier Chancen für Windräder

Der Laugnaer Gemeinderat hat vier Flächen als Konzentrationsgebiet für Windräder (Symbolfoto) ausgewiesen.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

Der Laugnaer Rat hat vier Flächen als Konzentrationsgebiet für Windräder ausgewiesen. Warum das Gremium einen Plan beschließt, der in der Schublade landet.

Solange die 10H-Regelung im Freistaat Bayern gilt, wird es im Gemeindegebiet Laugna kein Windrad geben. Denn die kleine Fläche, die übrig bleibt, wenn der Abstand zur nächsten Siedlung zehnmal größer sein muss als die Höhe der Anlage, ist vom Regionalplan her für die Windkraftnutzung ausgeschlossen. Für den Fall, dass die 10H-Regelung – als der Zwang zur zehnfachen Höhe als Minimal-Abstand – allerdings kippt, nachdem derzeit Klagen dagegen laufen, hat die Gemeinde nun Rechtssicherheit geschaffen. Vorsorglich wird das Planungsbüro TB/Markert beauftragt, den ohnehin begonnenen Teilflächennutzungsplan „Windkraft“ Laugna fertig zu stellen. Der Beschluss erfolgte mit 10:1 Stimmen.

Wir erinnern uns: Im Dezember 2011 hatte der Gemeinderat Laugna Anfragen für Windräder auf der Flur zwischen Osterbuch und Affaltern vorliegen. Das Gremium, damals noch unter Vorsitz von Bürgermeister Georg Keis, wollte sich erst über die Hintergründe informieren.

2013 stellte Peter Markert im Gemeinderat und in einer Informationsveranstaltung in Osterbuch, die erstaunlich wenig Interesse fand, die möglichen Standorte vor. Die Ergebnisse der Auslegung im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit wurden behandelt, der Plan nochmals ausgelegt. Mit der 10H-Regelung, die dann vom Freistaat erlassen wurde, waren sämtliche Mühen und Kosten scheinbar umsonst, die - nicht nur - die Laugnaer aufgewandt hatten.

Nun erklärte Peter Markert vor allem den neu gewählten Räten die rechtlichen und sachlichen Gründe, welche vom Gesetzgeber her angesetzt werden mussten. Diese „harten Kriterien“, wie er sie nannte, wurden durch „weiche“ ergänzt, welche von der Gemeinde festgelegt wurden. Dazu gehört, dass die Abstände zu den Siedlungen auf 1000 bzw. 800 Meter vergrößert wurden. Außerdem war nochmals eine Auslegung erfolgt seit den letzten Beratungen.

Hier hatten unter anderem 28 Bürger aus Biberbach und Affaltern den selben Text eingereicht, der auf die vollumfängliche Berücksichtigung von 10H verwies. Markert erläuterte sämtliche Einwände der Privatleute und Behörden, die teils zur Kenntnis genommen, teils redaktionell eingearbeitet werden konnten. Nochmals geändert werden musste nichts.

Die Konzentrationsfläche beim Hähnchenmaststall in Richtung Hettlingen, die bereits 2003 ausgewiesen wurde, wird nun aufgehoben, nachdem sie den beim neuen Plan angesetzten Kriterien nicht mehr entspricht. Das ist derzeit aufgrund der 10H-Regelung problemlos möglich.

47 von 2760 Hektar Gemeindegebiet, das sind 1,7 Prozent, werden nun als Konzentrationsflächen für Windkraft ausgewiesen. Die größte davon liegt westlich von Laugna, an der Gemeindegrenze zu Zusamaltheim.

Diese Fläche liegt nach Meinung von Ratsmitglied Ulrich Geh immer noch zu nah am bewohnten Gebiet. Drei kleinere Flächen südlich von Osterbuch sind ebenfalls einbezogen. „Damit hat die Gemeinde Laugna der Nutzung der Windenergie ausreichend Raum verschafft“, fasste Markert zusammen. Ob der entsprechende Eigentümer die Fläche tatsächlich zur Verfügung stellt, Gründe des Artenschutzes dagegen sprechen, etc. ist für die Bauleitplanung nicht entscheidend.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren