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Literatur in Wertingen

10.11.2017

Vom Reiz alter Häuser

Die Frankfurter Erfolgsautorin Hilke Sellnick ist unter verschiedenen Pseudonymen unterwegs – eines davon ist „Anne Jacobs“. Mit ihrem Agenten hat sie manchmal Meinungsverschiedenheiten – ihrem Erfolg und der Qualität ihrer Bücher ist das nicht abträglich.

Hilke Sellnick alias Anne Jacobs stellt in der Wertinger Buchhandlung Gerblinger ihr neuestes Werk „Das Gutshaus“ vor. Dabei verrät sie unter anderem, wie sie für ihre Zeilen recherchiert

Mit bürgerlichem Namen heißt sie Hilke Sellnick. Doch in die Zusamstadt ist sie unter dem Pseudonym „Anne Jacobs“ eingeladen. Mit dabei hat sie ihr Buch „Das Gutshaus“.

Dabei hatte die heute so erfolgreiche Bestsellerautorin eigentlich nie geplant, Autorin zu werden. Wie sie selbst sagt: „Wie die Jungfrau zum Kinde kam ich zum Schreiben. Es war ein schwerer Kampf mit wechselndem Erfolg. Mit jedem Buch lernt man etwas dazu.“

Von Anfang an begeisterte sie ihre Leser und Fans mit ihrem über eineinhalbstündigen Vortrag und guten Witzen. Überwiegend Frauen waren zur Vorstellung ihres Buches in die Wertinger Buchhandlung Gerblinger gekommen.

Anne Jacobs sprach zuerst über ihren Bestseller „Die Tuchvilla“. Zwei Wochen lang war sie mit diesem Taschenbuch Nummer eins der Taschenbüchercharts. Allerdings betont sie, dass ein Bestseller nicht geplant werden kann.

In dem Buch „Die Tuchvilla“ sollte es um eine Fabrikantenfamilie gehen. Auf diesen Gedanken kam Anne Jacobs, weil ihr Großvater eine Fabrik in Kassel besaß. Sie selber habe dieses Familiengeheimnis erst später erfahren. Er baute eine Fabrikantenvilla aus einer Mühle. Jedoch sei dies nur zwei Jahre lang gut gegangen und dann war die Fabrik von Anne Jacobs Großvater pleite.

Sie habe aber keine Geschichte über die Schwerindustrie schreiben wollen, sondern eine Geschichte über die Textilindustrie. Sie erzählte den interessierten Zuhörern, dass ihr Agent nicht so begeistert von ihrer Idee gewesen sei. Er argumentierte, dass keiner den Stoff Damast kenne, der in diesem Buch oft zum Thema gemacht wird. Nach weiteren Überlegungen sei sie auf das Industriegebiet Augsburg gekommen. So sei es eine Geschichte über eine Industriellenfamilie geworden.

Nach diesem Ausflug in ihr vorheriges Schaffen stellte Jacobs ihre neue Trilogie „Das Gutshaus“ vor. Einführend erzählt die Autorin, wie ihr Buch entstanden ist und sie auf die Geschichte kam. Anne Jacobs bekam erneut von ihrem Agenten aufgetragen, ein Exposé zu schreiben. Darin fasst sie in ein bis drei Seiten die Geschichte des späteren Buches zusammen. Es geht um ein altes Gutshaus in Mecklenburg-Vorpommern. Die Autorin glaubt, dass alte Häuser eine gewisse Magie besitzen.

Alte Häuser hätten eine „gute Atmosphäre“, da sie schon so viele Menschenleben und Generationen kommen und gehen gesehen haben. Dieses Buch handelt von Krieg und Flucht, erklärte Anne Jacobs kurz. Dann stellte sie einige Personen vor, um anschließend aus dem Tagebuch einer Figur vorzulesen.

Am Schluss bedankte sie sich für die Aufmerksamkeit und nahm sich noch Zeit für die Fragen der Gäste.

Ein Zuhörer fragte, woher sie wisse, wie zum Beispiel der Tisch, das Gutshaus oder die Kleidung auszusehen habe. Darauf antwortete sie, dass sie vieles spontan entscheide und auch vorher viel über den Grundriss des Gutshauses recherchiere.

Das Recherchieren über das Gutshaus habe ihr viel Spaß bereitet. Immerhin interessierte sie sich selbst dafür, wie die Menschen, Städte und Häuser früher ausgesehen haben.

Nach Ende der Buchvorstellung gab Anne Jakobs den zufriedenen Zuhörern noch gerne Autogramme.

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