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Lauterbrunn/Emersacker

24.05.2015

Vorsicht vor dem Wasservogel

Nur noch in wenigen Holzwinkel-Gemeinden wird der Wasservogel-Brauch gepflegt.
Bild: Konrad Friedrich

Die kalte Wasserdusche ist Brauch: Seit 100 Jahren ziehen im Holzwinkel „Wasservögel“ durch die Orte. Wer nicht aufpasst, bekommt die Peitsche zu spüren.

Je nach Region wird er Pfingstl, Pfingstlümmel, Pfingstvogel oder Pfingstmockel genannt: Gemeint ist der Wasservogel, der nach dem Brauch mit Wasser übergossen werden darf. Das erledigen Hausbewohner, an deren Tür eine Gruppe Jugendlicher geklopft hat. Sie sagen ein überliefertes Sprüchlein auf und erhalten im Gegenzug neben Eier und Geld auch Süßigkeiten. Regional ist der Brauch abgewandelt: Die  „Staudenmockel“ erhalten von den Älteren in der Gruppe eine Wasserdusche. Wenn sie dann vom Wasservogel erwischt werden, gibt es einen kräftigen Hieb mit der Peitsche. Der Wasservogel ist in Birkenreisig eingehüllt.

In Oberbayern wecken Burschen Hofbewohner auf. Die Wasservogel-Gruppe besteht aus dem Ansinger, dem „Oarkater“, sowie aus den Begleitern, die in den Refrain des Wasservogel-Liedes einstimmen. Während ihres Gesangs schütten Frauen Wasser vom Balkon. Die nassen Wasservögel singen so lange, bis die Hausbesitzer Geschenke herausrücken. Der „Pfingstl“ in Ober- und Niederbayerns wird auf seiner Betteltour – auch in Birkenlaub gehüllt – von Mädchen begleitet, die ihm den Weg weisen. Für Neugierige gibt es von den Treibern Hiebe. (fk)

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