Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen

01.01.2018

Was dem Wald gut tut

Beim Waldbegang übergab die Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen der Stadt Wertingen ein Schild, das aussagt, dass die Waldbesitzer durch nachhaltige Bewirtschaftung dafür sorgen, dass unsere Wälder mit all ihren vielfältigen Funktionen erhalten bleiben.
Bild: Brigitte Bunk

Die Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen lud Mitglieder und Vertreter der Stadt Wertingen zum gemeinsamen Begang ein. Dabei zeigten Experten, wie die Bewirtschaftung erfolgen kann

Die Waldbesitzer richten den Blick nach oben. Da biegen sich die Fichten im Wind. Den bezeichnet Forstingenieur René Arnold als laues Lüftchen. „Die Bäume sind 30 Meter hoch und spindeldürr“, stellt der Mitarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Dillingen heraus, dass dieser Bestand auf dem Wertinger Judenberg ein großes Stabilitätsproblem hat.

Mit der Erklärung, dass hier bis 2001 nichts gemacht wurde, bestätigt Stefan Hagenbusch, dass der Bestand totgeweiht ist. Er wird das Altholz „oben“ herausnehmen, erläutert er, weil ihm nichts anderes übrig bleibt: „Worauf soll ich warten, auf den Wind oder den Käfer?“ Besser wäre gewesen, schon im jungen Bestand immer wieder ein paar Bäume zu entfernen. Denn egal wie viele Fichten auf einer Fläche stehen, sie wachsen immer gleich schnell. Der Unterschied ist nur, wie stark der einzelne Baum werden kann, sind sich Arnold und Hagenbusch einig. Kommt genug Licht hin, kann der Baum wachsen und eine schöne Krone bilden. Hier nicht mehr, ist Arnold klar, beim Blick in Richtung der Äste, die im Wind aneinander wedeln, und auf den Boden, wo das abgebrochene Reisig liegt.

Hagenbusch weist auch darauf hin, Rückegassen frei zu lassen, damit das Holz herausgeholt werden kann. Der selbstständige Dienstleister führt die Arbeiten im Wald der Stadt Wertingen aus. Die hat die Betriebsausführung an die FBG übergeben. Die Betriebsleitung hat die Wertinger Forstverwaltung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten inne. Privatleute können frei entscheiden, mit welchem Ziel sie ihren Wald bewirtschaften, machen das auch ein stückweit entsprechend ihrem Bauchgefühl, meint Arnold.

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Die Stadt jedoch hat die gesetzliche Verpflichtung zur vorbildlichen Bewirtschaftung. Hier ist ein vitaler Mischwald gefragt, der dem Naturschutz ebenso gerecht wird wie den Menschen, die sich dort in ihrer Freizeit erholen möchten. Auch ein Waldkindergarten hat Platz gefunden auf der Wertinger Flur, was wiederum eine gewisse Verkehrssicherungspflicht mit sich bringt, auch wenn der Betreiber hier mit ins Boot genommen wird. Außerdem soll noch wirtschaftlich Holz produziert werden.

In mehreren Gruppen waren am Samstagnachmittag rund 120 Waldbesitzer und Vertreter der Stadt Wertingen in der 45 Hektar großen Waldparzelle Heuberg unterwegs. Das ist die größte der 46 Parzellen bei 119,9 Hektar Waldfläche, erklärte FBG-Geschäftsführer Johann Stuhlenmiller. An fünf verschiedenen Stellen zeigten die Experten der FBG und der staatlichen Forstverwaltung Möglichkeiten auf, den Bestand umzubauen. Sie erklärten aber auch, wo es Sinn macht abzuwarten.

Zu Beginn des Waldbegangs übergab Elmar Sinning, Vorsitzender der FBG, ein Schild an Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier.

Zu Gast war auch Maria Sinning, die amtierende Waldprinzessin. Sie freute sich, dass so ein Schild jetzt auch in ihrer Heimatgemeinde aufgestellt wird. Ziel ist, dass die Menschen wahrnehmen und schätzen, welch gute Arbeit die Waldbesitzer leisten und wie verantwortungsbewusst sie mit der Natur umgehen.

Wer wollte, konnte anschließend den Binswanger Judenfriedhof besichtigen, den Anton Kapfer kurz vorstellte.

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