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21.06.2009

Was hat Kunst mit dem Schwein zu tun?

Wertingen (bäs) - Am gestrigen Sonntag stellten erstmals die diesjährigen Stipendiaten der Stadt Wertingen ihre vorwiegend im Donauried entstandenen Werke vor. Professor Hans Malzer, der in die Doppelausstellung von Christoph Drexler und Erik Buchholz einführte, verglich die Kunst mit einer Geschichte vom "Schwein des Parmeno", die aus der Feder des spätrömischen Schriftstellers und Philosophs Plutarch stammt. Schon damals stritt man darüber, ob es Kunst sei, das Quieken eines Ferkels nachzuahmen oder eher das Original quieken zu lassen. Das Fazit für Malzer: "Kunst ist mehr als Nachahmung der Natur. Kunst ist die Steigerung des Quiekens."

In der Doppelausstellung sei indes kein Schwein zu finden, so Malzer humorig weiter. Dafür könne man bei Drexler und Buchholz die Grundsätze der Kunst deutlich erkennen - in der Steigerung der Wirklichkeit und in der Reduktion auf das Wesentliche.

Für vier Wochen in Wertingen

Beide Stipendiaten waren für vier Wochen in Wertingen, um sich hier auf Land und Leute ein, und die Umsetzung auf sich wirken zu lassen. Beide Künstler zeigen entsprechend unterschiedliche Ergebnisse und Lösungen, aber "keinen Naturabklatsch".

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Erik Buchholz' Arbeiten erinnerten zum Beispiel zuweilen an die Naturstudien von Paul Klee, von der Natur angezeigte und abgeleitete Formen. Eine äußerst sensible Strichführung sei dem aus Gera stammenden Künstler zu eigen, dabei in der Farbigkeit differenziert, zart und zaghaft. Selbst die Signatur ist zurückhaltend und winzig klein am Bildrand zu finden.

Christoph Drexlers Werke zeichnen sich ebenfalls durch unaufgeregte Motive aus. Es sind stille, ruhige und meditative Landschaften, die aus der Erinnerung heraus entstanden sind. Nicht dramatisch aufgewühlt, nicht üppig wuchernd, eher karg, nicht wild im Duktus, aber voll im Klang. "In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister", fasste Hans Malzer zusammen.

Bürgermeister Willy Lehmeier dankte zum Schluss seiner Mitarbeiterin Martha Binswanger, die neben der Landkreisausstellung auch die Kunst betreut habe. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Sonja Drexler an der Harfe.

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