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Was sind den Wertingern die Bäume wert?

Kommentar Von Hertha Stauch
20.09.2018

Weitere alte, kranke Kastanien müssen in Wertingen gefällt werden. Warum sind viele Bäume krank? Würde ein Baumkataster Abhilfe schaffen? 

Das Thema Bäume lässt die Wertinger nicht los. Im Frühjahr sorgte die Fällung der Kastanien im Kindergarten für großes Aufsehen, es folgten weitere Abholzungen zwischen Hohenreichen und Possenried, und jetzt sind die Friedhofs-Kastanien an der Reihe. Ganz zu schweigen vom „Drama“ um die Napoleonstanne, die nicht nur ihrem Alter, sondern auch der Trockenheit in diesem Sommer Tribut zollen muss.

Es ist immer traurig, wenn man sich von so einem Riesen verabschieden muss, der mehrere Generationen hat kommen und gehen sehen. Er hat unsere Luft gefiltert, Schatten gespendet, Vögeln und Insekten Heimat gegeben, hat uns durch seinen prächtigen Anblick erfreut und mit den wechselnden Farben des Laubes die Jahreszeiten aufgezeigt. Wir haben uns an seinen Stamm lehnen können, haben unter ihm gegessen oder geruht, er hat uns mit ausladenden Armen das Gefühl von Geborgenheit und Schutz vermittelt. Und er hat jahrzehntelang geduldig ertragen, wie an ihm herumgeschnippelt wurde oder wie ihn der Verkehr mit Abgasen eingenebelt hat.

So ist es kein Wunder, dass sich um Bäume oftmals leidenschaftliche Diskussionen entwickeln, dass protestiert wird, wenn es um eine Fällung geht. Andernorts, wie im Hambacher Forst, einem künftigen Braunkohleabbaugebiet, besetzen die Naturfreunde sogar Bäume, um den Wald zu retten. So weit gehen die Aktionen in Wertingen nicht, handelt es sich doch um kranke Exemplare, die an Stellen stehen, wo sie Fußgänger durch herabfallende Äste gefährden könnten. Die Stadtverwaltung ist sensibel geworden und lässt jeden Baum eingehend prüfen, ehe er weichen muss.

Dennoch wäre es ein schönes Zeichen, wenn, wie Umweltreferent Ludwig Klingler vorschlägt, ein Baumkataster angelegt würde und so jeder Baum registriert wäre, beobachtet werden könnte und bei Schäden rechtzeitig reagiert werden könnte. Das kostet natürlich Geld – wahrscheinlich nicht wenig – und ist eine Menge Arbeit, die aber eventuell an eine Firma gegeben werden könnte? Guter Rat ist teuer, aber das sollten uns unsere Stadtbäume wert sein.

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