1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Was steckt hinter dem Trinkwasserproblem in Buttenwiesen?

Buttenwiesen

23.01.2016

Was steckt hinter dem Trinkwasserproblem in Buttenwiesen?

119069440.jpg
2 Bilder
Was steckt hinter dem Trinkwasserproblem in Buttenwiesen?
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Buttenwiesener Josef Schrallhammer macht die ackerbauliche Nutzung von Moorböden für das derzeitige Trinkwasserproblem verantwortlich.

  Der Buttenwiesener Josef Schrallhammer hat zum Thema Trinkwasser seine eigenen Ansichten. Aussagen von Vertretern zuständiger Behörden bezeichnet er als „oberflächliche Beschwichtigungen“. Denn dass dem Trinkwasser aufgrund drohender Verkeimung derzeit Chlor zugegeben werden muss, hat nach Meinung Schrallhammers viel mit der Landwirtschaft zu tun. Die WZ hatte vor kurzem berichtet, dass es Probleme mit den acht bis zehn Meter tiefen Flachbrunnen in Pfaffenhofen gibt, in deren Bereich immer wieder hohe Nitratwerte und Keime gemessen werden. Deshalb wird dem Trinkwasser aus diesen Brunnen nicht nur Chlor, sondern auch unbelastetes Wasser aus tieferen Schichten beigemischt. Ändern soll sich das alles, wenn die Wasserversorgungsanlagen einmal saniert sind. Dafür hat die Gemeinde vom Wasserwirtschaftsamt bis zum Jahr 2018 Zeit bekommen (wir berichteten).

Schrallhammer, Mitglied des Bund Naturschutz und als solches aktiv in der Artenschutzgruppe, ist viel in Fluren bei Buttenwiesen unterwegs und macht seit Jahren seine eigenen Beobachtungen. Grund der Trinkwasserproblematik sind seiner Ansicht nach Einträge landwirtschaftlicher Düngemittel und Schadstoffe in Oberflächen- und Grundwasser sowie die ackerbauliche Nutzung von Moorböden, die deren natürliche Filter- und Speicherwirkung für Nitrat zerstört und eine Freisetzung von gebundenem Nitrat verursacht.

Für Schrallhammer stellt sich unter diesen Voraussetzungen und im Zusammenhang des aktuell in dem betroffenen Gebiet durchgeführten Flurneuordnungsverfahrens folgende Frage: „Welche ausreichenden Maßnahmen sind an dieser Stelle zum Schutz von Oberflächen- und Grundwasser vor landwirtschaftlichen Einträgen und zur Gewährleistung einer nachhaltigen Trinkwassergewinnung für die Gemeinde Buttenwiesen konkret vorgesehen?“ Die begrenzte Duldung der Wasserentnahmestelle in Pfaffenhofen bis 2018 durch das Wasserwirtschaftsamt sei im Wesentlichen Versäumnissen der Politik und zuständiger Behörden zuschreiben und stelle das Weiterbestehen der Trinkwasserversorgung an diesem Standort in Frage. „Traurige Tatsache ist seit Jahren, dass die Einhaltung der vorgeschriebenen Nitratwerte für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Buttenwiesen die Zugabe von sauberem Wasser aus Tiefbrunnen erforderlich macht“.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Schrallhammer befürchtet, dass durch den zusätzlichen Einsatz von Tiefbrunnenwasser eine Sogwirkung entstehen und es zu einer Verunreinigung wertvoller Wasserreserven kommen könnte. Er hält es für fragwürdig „wenn wir bestes Wasser aus den tiefen Schichte nehmen, um es mit Chlor versehen für unsere Trinkwasserversorgung zu nutzen“.

Die Ausweitung des Trinkwasserschutzgebietes in diesem Bereich sei vonnöten. Im Rahmen der derzeitigen Flurneuordnung sei statt dessen aber einer weiteren Intensivierung der Landwirtschaft in diesem Gebiet zugestimmt worden. Schrallhammer kritisiert in diesem Zusammenhang auch die aufwändige und intensiv-landwirtschaftliche Erzeugung von Biomasse für den Betrieb von seiner Meinung nach „energetisch ineffizienten“ Biogasanlagen. Der Einsatz von Düngemitteln zur Erzeugung von Biomasse sei mit verantwortlich für die massive Belastung und Verunreinigung von Oberflächen- und Grundwasser.

Auch die geplante Erschließung einer neuen Wasserentnahmestelle in Lauterbach könne die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Buttenwiesen mit natürlich unbelastetem Trinkwasser deshalb dauerhaft nicht gewährleisten. Die Politik und die zuständigen Behörden fordert Schrallhammer auf, „ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur dauerhaften Sicherung und Entwicklung der Vielfalt, Eigenart und Schönheit sowie des Erholungswertes von Natur und Landschaft“ eben auch „als Lebensgrundlage des Menschen in Verantwortung für künftige Generationen“ in ausreichendem Umfang nachzukommen.

Aber auch jeder Einzelne sei aufgefordert, ein Verantwortungs- und Umweltbewusstsein zu entwickeln für eine nachhaltige Verfügbarkeit und Sicherung unserer Lebensgrundlagen.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren