Newsticker

Macron verkündet zweiten Lockdown für Frankreich
  1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Weg für neue Bauplätze ist frei

Gemeinderat

10.04.2015

Weg für neue Bauplätze ist frei

Der Satzungsbeschluss für das Binswanger Baugebiet „Langenmantelstraße“ ist gefasst. Dies umfasst ein allgemeines Wohngebiet (rosa), ein Dorfgebiet (hellbraun) und ein Mischgebiet.

Der Satzungsbeschluss für das Baugebiet „Langenmantelstraße“ wurde vom Binswanger Gremium gefasst

Bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans „Langenmantelstraße“ in Binswangen fragte eine Anwohnerin, warum man die letzten freien Flächen im Dorf auch noch bebauen müsse. Laut Bürgermeister Anton Winkler bleibe aufgrund einer Gesetzesänderung keine andere Möglichkeit. „Wenn wir weitere Bauplätze in Binswangen wollen, müssen erst innerorts alle Grundstücke überplant sein“, sei die Vorgabe. Nach der Abwägung weiterer Anmerkungen und Einwände, die nach den Ausführungen von Werner Dehm vom Planungsbüro „Opla“ meist zu redaktionellen Änderungen führten, wurde der Satzungsbeschluss für die Aufstellung des Bebauungsplans gefasst, gegen die Stimme vom Gemeinderat Dr. Hermann Berwe.

Dieser hatte selbst einen Einspruch verfasst. Er befürchtet, dass nachts eine Überschreitung des zulässigen Lärmpegels durch den Gewerbebetrieb Gumpp & Maier erfolgt, wenn Aufträge ansonsten nicht fristgerecht ausgeliefert werden könnten. Der Betrieb auf dem Gelände der ehemaligen Schreinerei Gumpp gehört inzwischen zur Holzbaufirma am Ortsausgang. Die angrenzenden Grundstücke im neuen Baugebiet werden nicht als Wohngebiet ausgewiesen. Die angrenzenden Grundstücke der Zollstraße – auf einem davon wohnt Dr. Berwe – liegen allerdings in einem reinen Wohngebiet (hier ist die Höchstgrenze fünf Dezibel niedriger). Dies widerspricht sich laut Berwe, der hier als Antragsteller nicht mitdiskutieren durfte. Auch Alexander Gumpp enthielt sich als Betroffener der Stimme, wies allerdings darauf hin, dass beim Erstellen des Gutachtens zwei Stapler sowie alle Maschinen laufen mussten.

Die von Dr. Berwe empfohlene Beschränkung des Gewerbebetriebs lehnte der Rat aufgrund der fachlichen Würdigung des Planers ab. Demnach müssten Gewerbebetriebe die Lärmgrenzen für das Dorf-/Mischgebiet einhalten. Außerdem hätte auch die Emissionsschutzbehörde am Landratsamt keine Einwände gehabt. Durch die Bebauung gäbe es sogar einen Vorteil für die Zollstraße, die nicht Teil des Verfahrens ist, meinte Dehm, und eine Festlegung, die es bisher nicht gab.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Drei Einwände von Mitgliedern einer Familie

Von Mitgliedern einer Familie gab es insgesamt drei Einwände:

Das bestehende Wohnhaus liege im Bereich des neuen Bebauungsplans und habe eine Zufahrtmöglichkeit zur Hauptstraße über den Hofbereich, der als landwirtschaftliche Fläche genutzt werde. Am Rand dieser Fläche war im ausgelegten Bebauungsplan eine Sichtschutzbegrenzung ausgewiesen. Dies wurde geändert, sie endet nun vor dem betreffenden Grundstück, wie der Planer erläuterte. Der Antragsteller wünscht außerdem, die Fläche aus dem Bebauungsplan herauszunehmen, weil sie weiter landwirtschaftlich genutzt wird. Nachdem kein Bauzwang bestehe, sah der Planer das Baurecht eher als „Geschenk“ für die Eigentümer. Erschließungskosten würden sowieso anfallen, egal ob es sich um eine landwirtschaftliche Fläche oder um einen Bauplatz handle. Ob diese Kosten tatsächlich gleich wären, konnte Dehm auf die Nachfrage von Ratsmitglied Helmut Reißler nicht bestätigen.

Der Bauanfrage für ein weiteres Grundstück stimmte das Gremium bereits zu. Deshalb erwartet der nächste Antragsteller, die niedrigeren Erschließungsgebühren aufgrund des alten Baurechts leisten zu müssen. Dass die Zustimmung nur erfolgte, weil der neue Bebauungsplan großzügiger ist als der bisherige, waren sich die Räte einig. Ursprünglich lag der Bereich, der überbaut werden soll, außerhalb der Baugrenzen. Da Erschließungskosten nicht die Ebene der Bauleitplanung betreffen, wurde nicht näher darauf eingegangen.

Als Geldverschwendung sah der dritte Antragsteller eine Stichstraße an, weil sie lediglich die Zufahrt für ein Grundstück sichere, welches auch eine andere Möglichkeit hätte. Da jedoch noch ein anderes Grundstück damit erschlossen wird, wurde auch dieser Einwand abgelehnt.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren