1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Wehr kämpft per Voting ums Feuerwehrauto

24.03.2009

Wehr kämpft per Voting ums Feuerwehrauto

Natürlich! Die Wertinger Feuerwehr hat das Voting der Wertinger Zeitung für ihre Zwecke benützt! Die WZ stellte die Frage an die Leserschaft, ob man sofort ein neues Ersatzfahrzeug für den 28 Jahre alten Rettungshubwagen beschaffen müsse, oder man - wie Bürgermeister Willy Lehmeier entschieden hat - das alte Fahrzeug noch schonend weiterbenützen dürfe. Ein Erdrutsch war die Antwort: 454 Voting-Teilnehmer sind für die Neubeschaffung. Nur 40 Teilnehmer sind für das schonende Weiterbenützen der "alten Kiste" und nur 65 für ein Verschieben der Neuanschaffung.

Aber wie interpretiert man so einen Erdrutsch im Internet? Es handelt sich sicher nicht um eine statistisch exakte Auslotung des Bürgerwillens. Das Ergebnis wurde sehr wahrscheinlich durch die Voting-Aktion der Wehr entscheidend beeinflusst: 559 Teilnehmer stürmten den Internet-Auftritt der WZ, bei anderen Votings liegt die Teilnehmerzahl bei rund 100.

Ein Voting ist kein Ersatz für eine demografische Erhebung oder gar eine Abstimmung. Und das soll unser WZ-Voting auch gar nicht sein. Aber allein schon am geballten Engagement der Teilnehmer sieht man, wie wichtig dieses Thema genommen wird.

Ja! Vergessen wir nicht bei allem Sparen und allem vorsichtigen Haushalten, dass es sich bei diesem Rettungsgerät um keine Spielerei handelt, sondern um bitteren Ernst! Kassandra-Rufe werden nirgendwo gern gehört, auch in Wertingen nicht, wo die Stadt bis zu 500 000 Euro für einen neuen Rettungshubwagen aus der Schublade zaubern müsste. Aber es ist unvorsichtig, die seit Jahren warnenden Stimmen der Feuerwehrleute zu missachten. Das erinnert an die aktuelle Kölner Katastrophe, wo Erdbewegungen und Wassereinbrüche seit Monaten bekannt waren und man vor lauter "Wird-schon-nicht-so-schlimm-werden-Gesinnung" den Einsturz des Archivs leichtsinnig auf sich zukommen ließ.

Übrigens: Bei den meisten Katastrophen gibt es vorher mahnende Stimmen. Man sollte die Mahnung von Kommandant Rudolf Eser und der Mehrzahl der Voting-Teilnehmer nicht in den Wind schlagen!

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren