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Landkreis Dillingen

07.11.2017

Welche Bäume bestehen auch in der Zukunft?

Ein Experte warnte in Haunsheim davor, dass man sich nicht mehr auf alle Baumarten verlassen kann, die früher bei uns heimisch waren. Denn nicht alle heimischen Baum- und Straucharten halten dem Klimawandel stand.
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Ein Experte warnte in Haunsheim davor, dass man sich nicht mehr auf alle Baumarten verlassen kann, die früher bei uns heimisch waren. Denn nicht alle heimischen Baum- und Straucharten halten dem Klimawandel stand.
Bild: Alexander Kaya

Der Kreisverband für Gartenbau hatte mit Klaus Körber einen bekannten Referenten zu Gast. Ein Jugendreferent soll schon bei den Jüngsten den Bezug zum Garten herstellen.

Klare Ansagen machte Klaus Körber bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands für Gartenbau und Landespflege im Haunsheimer Kornstadel: „Wir können uns nicht auf die Baumarten verlassen, die früher bei uns heimisch waren. Dann bleibt nicht mehr viel übrig.“ Den Sachgebietsleiter Baumschule der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim elektrisiert das Thema, welche Bäume und Sträucher beim Klimawandel mithalten können. Denn die Bäume sind nicht nur schön anzuschauen: Im Zuge der Fotosynthese binden sie Kohlendioxid und erzeugen Sauerstoff. Doch die Sommertrockenheit hat enorm zugenommen in den vergangenen Jahren. Das macht den Bäumen zu schaffen, sie werden anfälliger für Krankheiten und Schädlinge.

Die Einfuhr von Gehölzen und Pflanzen aus der ganzen Welt bringt weitere Schädlinge. Hier weist er die rund 150 Vertreter der Gartenbauvereine unter anderem auf die Buchszünsler hin: „Die lassen sich mit den Pflanzen fahren.“ Hat dann einer die kleinen Raupen im Garten, hat sie zwei Tage später auch der Nachbar. Die neue Essigfliege aus Japan setzt sich auf alles, was weich und süß ist und legt ein Ei. Rund 200 pro Fliege, die neue Generation wächst innerhalb von zwei Wochen heran.

Wer eine Chance auf gesunde Früchte haben will, müsse rechtzeitig ernten, keine alten Früchte an den Pflanzen lassen und sie mit engmaschigen Netzen (0,8 Millimeter) schützen. Bekommen Bäume, die nicht in den Schatten gehen können, zu wenig Wasser, reißt die Rinde an der Sonnenseite auf. Helfen kann ein weißer Farbschutz. Richtig Verpflanzen ist die halbe Miete für einen gesunden Baum, stellt Körber klar. Der braucht ein großes Loch für die Wurzeln. „Laufen Sie mal einen Marathon, wenn die Schuhe drei Nummern zu klein sind.“ Er darf nicht zu tief gepflanzt werden, „sonst fehlt die Luft“. Dann müssen die Äste geschnitten werden, in den ersten fünf bis zehn Jahren sind Düngen und Wässern ist ein Muss. Wassersparend bewässern geht mit Gießringen und Wassersäcken, die um die Baumstämme herum am Boden angebracht werden. So läuft das Wasser langsam in Richtung der Wurzeln. Er verweist daraufhin, lieber weniger zu pflanzen und sich anschließend mehr darum zu kümmern. Die Bäume der Zukunft, vieles Unterarten von bekannten Baumarten, kommen etwa aus Ungarn, Bulgarien oder dem Kaukasus, wo sie sich heute schon bei 30 bis 40 Grad Celsius bewähren müssen. Körber nennt den Blasenbaum mit seinen gelben Blüten, Ginkgos, Magnolien, die Maulbeere, die ungarische Eiche, die Silberlinde. Es gibt Eschen, die können den Pilz nicht bekommen und vertragen die Stadtumgebung. Hier zeigt Körber das Foto einer Blumenesche am Wertinger Marktplatz.

Wasser sparen, beispielsweise Regenwasser zum Gießen verwenden, liegt auch Kreisvorsitzendem Reinhold Sing am Herzen. Er gab den jährlichen Rückblick auf die Tätigkeit des Dillinger Verbands und dankte für die vielen Aktionen in den Ortsvereinen.

Stellvertretend stellte Helga Keller den gastgebenden Verein vor, dem Zweiter Bürgermeister Georg Urban für seinen Einsatz dankte. Stellvertretender Landrat Michael Holzinger stellte heraus, dass die Ehrenamtlichen mit dem Pflanzen von Bäumen wichtige Arbeit leisten im Hinblick auf den Klimawandel. Außerdem lobte er den Bau des Vereinshauses im Kreislehrgarten. Mehr dazu gibt es auf der neuen Homepage des Kreisverbands (www.kv-gartenbau-dlg.de), die Thomas Fluhry nach dem Kassenbericht von Heinz Bunk und der Entlastung durch Kassenprüfer Anton Schäffler vorstellte.

Das Anliegen von Geschäftsführer Manfred Herian: Der Kreisverband sucht einen Jugendbeauftragten, im Herbst 2018 findet die Wahl statt. „Wir würden ihm für seine Arbeit mit dem Nachwuchs alles zur Verfügung stellen“, betont Herian. Denn schon im Kindes- und Jugendalter sei es wichtig, den Bezug zur Natur und zum Garten herzustellen.

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