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Haushalt

09.02.2018

Welcher Aufwand lohnt sich?

Der erste Durchgang ist beim Hausputz der wichtigste, sagt die Leiterin der Wertinger Hauswirtschaftsschule, Cornelia Stadlmayr. Wer sehr viel Zeit in den Feinschliff investiert, der droht, sich zu verausgaben.
Bild: Symbolfoto: picture alliance/dpa

Nach neuen Studien zur Alltagsarbeit: Angehende Hauswirtschafterinnen lernen in Wertingen, wie man es richtig macht. Cornelia Stadlmayr verrät: Sich sehr viel Zeit zu nehmen, bringt wenig

Cornelia Stadlmayr, Leiterin der Wertinger Hauswirtschaftsschule, spricht über effiziente Hausarbeit.

Immer wieder erzeugen neue Erhebungen zum Thema Hausarbeit Schlagzeilen, die sich mit der Rollenverteilung beschäftigen und zu recht unterschiedlichen Ergebnissen führen. Aktuellen Befragungen zufolge kommt auf die älteren Frauen nach wie vor der Löwenanteil der Aufgaben daheim zu. Und Männer, die sich dort mehr engagieren, fühlen sich am Ende gesundheitlich wohler. Nerven Sie solche Studien?

Stadlmayr: Nun ja, eigentlich ist es positiv zu bewerten, wenn diese sensible Angelegenheit thematisiert und in Erinnerung gerufen wird. Selbst wenn die eine oder andere Auswertung einfach nur für Humbug gehalten werden kann. Schließlich heißt es sogar bei jüngeren Familien nach wie vor: Mann geht Vollzeit in die Arbeit, Frau meist Teilzeit und arbeitet im Haushalt unbezahlt daheim. Das stelle ich in meinem dienstlichen wie privaten Umfeld fest. Aber die Zahl der Frauen, die ihre Männer in die Pflicht nehmen, steigt zum Glück.

Lernen das Ihre aktuell 19 Studierenden, die in einem einsemestrigen Studiengang fit gemacht werden für eine berufliche Ausübung der Hauswirtschaft?

Stadlmayr: Selbstverständlich. Zwar werden unsere Studentinnen auch dazu ausgebildet, als angestellte Hauswirtschafterinnen eigenverantwortlich einen häuslichen Betrieb zu leiten. Trotzdem wird zum Beispiel beim Unterrichtsfach Familie und Soziales das Delegieren von Aufgaben in den eigenen vier Wänden gelehrt. Da sollen der Partner oder weitere Familienmitglieder mit eingebunden werden. Wer sich mitverantwortlich fühlt und einbezogen wird, achtet auch mehr auf die Einhaltung des Ergebnisses.

Was die Männer-Partizipation angeht, ist deren Kooperation nicht überall gleich stark nachgefragt. Etwa wegen der Sorge, dass dann das Geschirr beim Abwasch nicht im gewünscht perfekten Zustand zurückgelassen wird oder das vom Mann aufgeräumte Wohnzimmer nach dem Staubsaugen keineswegs den Vorstellungen der Partnerin entspricht….

Stadlmayr: Frauen, die perfektionistisch am liebsten alles allein bewerkstelligen möchten, kann man durchaus mal zu Kompromissen raten. Ich darf Sie auf das von uns vermittelte Paretoprinzip aufmerksam machen, eine wissenschaftliche Regel zum effizienten Zeitmanagement, auch als 80-zu-20-Regel bekannt. Ihr zufolge erzielt man nach 20 Prozent der eingesetzten Arbeit bereits 80 Prozent des gewünschten Ergebnisses. Auf das Reinigen der Wohnung übertragen bedeutet dies, dass beim ersten Durchgang bereits ein ordentlicher Zustand erreicht ist. Der Feinschliff, also klinisch saubere Verhältnisse auch im kleinsten Winkel, nimmt dann die meiste Zeit in Anspruch. So sollten unsere Frauen zu ihrer eigenen Entlastung bei den Sauberkeits- und Ordnungsidealen ruhig mal einen Gang zurückschalten. Es ist doch schön, wenn der Papa den Kleinen in die Schule bringt – selbst auf das Risiko hin, dass der Vater ihm den neuen Pullover verkehrt herum angelegt hat. Hausarbeit ist so wunderbar breit aufgestellt, da fällt auch für den einen oder anderen technikaffinen Mann etwas ab.

Welche Regeln gelten bei Ihnen zuhause?

Stadlmayr: Wie bei allen individuell: Wir haben eine Tochter und betreiben Arbeitsteilung: Er mag Einkaufen und kocht. Ich stehe zwar auch gerne in der Küche, kümmere mich jedoch vorzugsweise ums Putzen.

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