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Pastorale Raumplanung 2025

09.07.2011

Wenigstens die Kirche bleibt im eigenen Dorf

Die Pfarrkirche St. Georg in Wortelstetten. Sie gehört zur Pfarreiengemeinschaft Buttenwiesen.
Bild: Foto: Archiv

Weil Priester und Gläubige fehlen, werden neue Pfarreiengemeinschaften gebildet

Region Wertingen Es ist bald vier Jahrzehnte her, als in Bayern die Gebietsreform durchgeführt wurde. Da verloren viele Gemeinden ihre Selbstständigkeit. Sie wurden in andere Kommunen eingegliedert. Der Mangel an fehlenden Bürgermeistern war freilich nicht der Grund für diesen Einschnitt in der kommunalpolitischen Landschaft. Größere Einheiten wurden geschaffen, um all den organisatorischen und administrativen Aufwand in den Griff zu bekommen. Größere Einheiten wird es in den kommenden Jahren auch im Bereich der katholischen Kirche geben. Im Bistum Augsburg wird derzeit die „pastorale Raumordnung 2025“ vorbereitet. Entsprechende Pläne, wie Pfarreiengemeinschaften gebildet werden können, liegen bereits auf dem Tisch.

An der Basis wird derzeit über die künftigen Zuschnitte heftig diskutiert. So auch innerhalb der Pfarreiengemeinschaft Wertingen-Gottmannshofen-Binswangen. Wenn es nach den Vorstellungen der Diözese geht, dann soll sich diese Einheit in den kommenden Jahren vergrößern. Die Pfarreiengemeinschaft Zusamaltheim-Villenbach-Wengen soll sich mit Wertingen, Gottmannshofen und Binswangen verschmelzen. In einer gemeinsamen Sitzung der Pfarrgemeinderäte Wertingen, Gottmannshofen und Binswangen haben die Beteiligten den Vorschlag der Diözese nicht abgelehnt. „Wir haben aber auch über zwei andere Möglichkeiten diskutiert und diese der Diözese mitgeteilt“, berichtet der Wertinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anton Stegmair.

Alternative eins wäre eine Pfarreiengemeinschaft Laugna mit Zusamaltheim, Villenbach, Wengen, Osterbuch und Modelshausen. Dafür müssten im Gegenzug aus der bisherigen Pfarreiengemeinschaft Bliensbach die Kirchengemeinden Hirschbach, Prettelshofen und Bliensbach nach Wertingen-Gottmannshofen-Binswangen eingegliedert werden. Aber auch eine „große Lösung“ wäre laut Stegmair denkbar. Sprich, aus den die bisherigen drei Pfarreiengemeinschaften Wertingen, Bliensbach und Zusamaltheim wird künftig eine. Die Überlegungen der Pfarreiengemeinschaft Wertingen sollen in nächster Zeit mit den Nachbarn ausführlich besprochen werden.

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Die pastorale Raumplanung 2025 wird notwendig, weil sich in den nächsten Jahren ein immer stärker werdender Priestermangel abzeichnet. „Der Priestermangel ist für unsere Gemeinden sicher auch eine Chance. Die Berufung des einzelnen Christen, sich in der Kirche und als Kirche zu engagieren, kommt in dieser Situation deutlich zum Vorschein. Ein weiteres ‘Versorgen‘ der Gläubigen ist nicht die Aufgabe einer Kirche der Zukunft“, betont Anton Stegmair.

Ebenso wie der Wertinger Pfarrgemeinderatsvorsitzende ist sich seine Kollegin Gabi Fürbaß vom Pfarrgemeinderat Binswangen bewusst, dass in Zukunft immer mehr Ehrenamtliche Dienste in der Kirche übernehmen müssen, wenn das ganze Gebilde noch einigermaßen funktionieren soll. „Es wird nicht mehr jeden Sonntag möglich sein, dass in jeder Pfarrei ein Gottesdienst mit einem Geistlichen stattfindet“, macht sich Fürbaß auf die Zeit gefasst, in der künftig nur noch ein einziger Priester für größer werdende Pfarreiengemeinschaften zuständig ist.

Während die Pfarreiengemeinschaften Altenmünster-Violau und Bliensbach von der „pastoralen Raumplanung“ nicht betroffen sind, soll im unteren Zusamtal aus den bisher vorhandenen zwei Pfarreiengemeinschaften Buttenwiesen und Unterthürheim künftig nur noch eine gebildet werden. Die große Einheit wäre dann identisch mit den Grenzen der politischen Gemeinde Buttenwiesen. „Das würde passen“, sagt der kirchliche Gemeindereferent von Buttenwiesen, Michael Hahn.

Da sein Kollege Anton Rathgeber in der Pfarreiengemeinschaft Unterthürheim Ende August ausscheidet, schlägt sich die pastorale Raumplanung im unteren Zusamtal schon in wenigen Wochen durch. Die Planstelle von Rathgeber (Versetzung nach Bäumenheim) wird von der Diözese gestrichen. Teile seiner bisherigen Arbeit wird Michael Hahn übernehmen. "Wochennotiz

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