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20.03.2009

Wenn Schülern die Fahrkarte fehlt …

Zöschingen/Region Aufmerksam hat Reinhart Willer in diesen Tagen die Meldung in unserer Zeitung gelesen, dass ein Elfjähriger aus Uetze bei Hannover neun Kilometer zu Fuß nach Hause gehen musste, weil er seine Schülerfahrkarte für den Bus vergessen und kein Geld bei sich hatte. Der Zöschinger hat dabei an seine eigene Tochter gedacht. Sie wurde zwar nicht aus dem Bus gewiesen, aber "wenn sie ihre Karte vergessen hat, muss sie zahlen", sagt Reinhart Willer. Und dies sei traurig: "Der Busfahrer kennt sie, lässt sie aber ohne Karte nicht in den Bus."

Dies sei kleinlich, meint der Zöschinger: "Im Grunde ist das eine Sauerei." Reinhart Willers Tochter fährt mit der Regiobus Stuttgart in eine Heidenheimer Realschule. Der Betriebsleiter der Regiobus Stuttgart in Aalen, Jörg Heiliger, geht von einem Einzelfall aus: "Busfahrer lassen Schüler, die ihren Fahrausweis vergessen haben, normalerweise ohne Bezahlung mitfahren." Und es gelte die Vorgabe: "Je jünger die Schüler, umso kulanter." Allerdings werde dabei mitunter auch Missbrauch getrieben. "Es werden auch Fahrkarten ausgetauscht", sagt Heiliger.

Schüler hätten ein Abo. Schüler, die den Fahrausweis vergessen haben, werden aufgefordert, ihn am anderen Tag vorzuzeigen. Den von Reinhart Willer genannten Fall könne er nicht nachvollziehen, da müsse er den konkreten Tag kennen, so der Betriebsleiter.

Wie regelt die Regionalbus Augsburg, deren Busse im Verbreitungsgebiet unserer Zeitung unterwegs sind, diese Fälle? "Prinzipiell muss jeder einen gültigen Fahrausweis mitführen. Das steht in den Beförderungsrichtlinien", erklärt der RBA-Produktionsleiter in Dillingen, Josef Harnauer: "Wir lassen natürlich einen Sieben- oder Achtjährigen ohne Fahrkarte nicht stehen." Die Fahrer notieren sich deshalb auf Vordrucken die Adresse und stellen im Nachhinein fest, ob der Schüler einen Fahrausweis hat. Wenn dies öfters vorkomme, werden die Eltern angeschrieben. Ältere Schüler könnten eine Fahrkarte lösen, sagt Harnauer. Wenn am nächsten Tag die Monatsfahrkarte vorgelegt werde, gebe es das Geld abzüglich einer kleinen Bearbeitungsgebühr zurück.

Ähnlich ist das Verfahren bei der Deutschen Bahn. Wenn ein Schüler keine Fahrkarte vorlegen kann, werde eine Fahrpreis-Nacherhebung geschrieben, so eine Sprecherin der Bahn in München. Innerhalb von zwei Wochen müsse die Fahrkarte vorgelegt werden, dies könne auch auf dem Postweg mit einer Kopie geschehen. Allerdings werde eine Bearbeitungsgebühr zwischen 2,50 und sieben Euro fällig. "Wir lassen niemanden stehen", sagt die Bahnsprecherin. Beim Schwarzfahren gebe es allerdings kein Pardon. Das kostet 40 Euro.

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