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Religion I

10.01.2015

Wer die Kirche verlässt, kehrt selten zurück

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Raus oder rein in die Kirche? In der Region Wertingen sind im vergangenen Jahr mehr Katholiken aus der Kirche aus- statt eingetreten.

Seelsorger bemühen sich meistens vergebens, um die Gründe zu erfahren

Es gibt katholische Pfarrgemeinden in der Region, in denen sich die Zahl der Kirchenaustritte im vergangenen Jahr gegenüber 2013 verdreifacht hat. Dazu gehört unter anderem Pfaffenhofen (siehe Grafik unten). Die Zahlen sind auch dem neuen Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft (PG) Buttenwiesen, Klaus Ammich, bekannt.

„Jeder Austritt“, so der Geistliche, der seit dem 1. September vergangenen Jahres die Leitung der PG Buttenwiesen übernommen hat, „ist zu akzeptieren.“ Doch unversucht lasse die Kirche nichts, um mit einen Abtrünnigen ins Gespräch zu kommen. Schließlich wolle man die Gründe für dessen Schritt erfahren. „Wir möchten einfach nur wissen, welche Fehler wir machen“, stellt sich Klaus Ammich jeder Kritik, die gegenüber der Kirche geübt wird. In den meisten Fällen kommt es jedoch zu keinem Gespräch. Auf einen persönlichen Brief, den das Pfarramt nach Mitteilung des Kirchensteueramtes an den Ausgetretenen verschickt, folgt in den meisten Angelegenheiten keine Reaktion. „Die Rücklaufquote ist geringer als fünf Prozent“, weiß Ammich auch aus Erfahrung an seinen früheren Wirkungsstätten als Seelsorger. Hinterhertelefonieren, um mit einem Menschen in Kontakt zu treten, der aus der Kirche ausgetreten ist, das tun die Pfarrer nicht. „Weil wir Respekt vor den Leuten haben, die sich so entschieden haben“, erklärt Klaus Ammich.

Nur selten kommt es vor, dass Christen, welche die Kirche verlassen haben, in diese wieder eintreten möchten. In Buttenwiesen hat Pfarrer Ammich derzeit einen einzigen Antrag auf dem Tisch liegen, bei dem es um eine Wiedereingliederung geht. Neben den zunehmenden Austritten ist es für Ammich besorgniserregend, wie viele neugeborene Kinder nicht mehr getauft werden. Erst durch die Taufe werden Menschen Mitglieder in der Glaubensgemeinschaft der Christen, der Kirche.

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Wer aus der Kirche austreten möchte, der muss sich nicht bei der Kirchenverwaltung, sondern bei den Standesämtern der jeweiligen Kommune abmelden. Innerhalb der VG Wertingen kümmert sich in erster Linie Caroline Klein um solche Angelegenheiten. Wobei sie nach den Gründen nicht fragen will und darf. Sie füllt gemeinsam mit dem Antragssteller im PC ein Formular aus, druckt es aus und lässt es vom Antragssteller unterschreiben. Das Papier geht dann an das Kirchensteueramt. Von diesem erhalten dann die Pfarreien die Mitteilung, dass eine bestimmte Person nicht mehr der Kirche angehöre.

Jeder Kirchenaustritt bewirkt, dass ab sofort keine Kirchensteuer mehr abgeführt werden muss, sobald dies ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber mitgeteilt hat. Wie viele Austritte finanzielle Hintergründe haben, lässt sich allerdings nur schwer einschätzen.

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