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Wertingen

19.12.2012

Wer hat eine „Funkperle“ abzugeben?

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2 Bilder
Otto Killensberger aus Gottmannshofen arbeitet ehrenamtlich als Museumsführer im Wertinger Radiomuseum. Er sucht nun für die Ausstellung die drei vor 60 Jahren in Wertingen produzierten Radiotypen der Firma „Ingenieur Steinle“. Im Bild zeigt Killensberger einen Eumig-Wechselstromempfänger aus dem Jahr 1929. Es handelt sich dabei um das älteste Ausstellungsstück des Museums.
Bild: Wandschneider

Es gab nach dem Krieg eine Radiofabrikation  in Wertingen: Das Radiomuseum sucht die  Geräte.

Wertingen Das Wertinger Radiomuseum hat zwar fast 300 historische Rundfunkgeräte gesammelt, aber bis vor Kurzem war den Museumsleuten noch nie die Idee gekommen, dass die Zusamstadt anscheinend auch eine Radiostadt war. Otto Killensberger, einer der Museumsführer, betonte gegenüber der WZ: „Der Sammler Erwin Brenner aus Zusmarshausen sandte uns ein Inserat, das im Jahr 1949 in der damaligen Wertinger Zeitung erschienen war. Damals warb das „Rundfunkhaus Ingenieur Siegfried Steinle“ für drei Radios aus eigener Produktion. Das war uns neu. Wir haben kein einziges dieser Geräte in unserer Sammlung!“

Der Wertinger Museumsreferent Alfred Sigg und der ehrenamtliche Museumsführer Otto Killensberger suchen nun Exemplare der drei in Wertingen hergestellten Geräte. Killensberger gibt an: „Bisher wissen wir nichts über diese Wertinger Radios, nicht die Stückzahl, nicht das Aussehen. Wir kennen bisher nur das Inserat.“

Tatsächlich hatte die nicht mehr existierende Firma Steinle in der Josef-Frank-Straße 10 am 30. September 1949 Radios aus eigener Fabrikation vorgestellt. Es waren folgende drei Gerätetypen:

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l „Funkperle“. In der Werbesprache der damaligen Zeit wurde das Gerät als „4 Kreis Superhet, 4 GW 348“ zum Preis von 218 Mark angepriesen.

l „Operette“, Typ „6 Kreis Superhet, 6 GW 448“ für 340 Mark.

l „Operette“ vom Typ „6 GW 448“ zum Preis von 356 Mark.

Die Preise für die Geräte lagen weit über den damaligen Durchschnitts-Monatslöhnen. Killensberger erklärte: „Ein Radiogerät war damals – anders als heute – eine wertvolle Anschaffung, für die man lange sparen musste.“

Für das Radiomuseum in Wertingen ist es ein Weihnachtswunsch, die drei Steinle-Radios in ihrer Ausstellung zu präsentieren. Killensberger appellierte: „Wer eines dieser drei Geräte besitzt – es kann auch defekt oder beschädigt sein – sollte sich beim Radiomuseum melden.“ Übrigens erhielten die Museumsleute dieser Tage schon wieder einen interessanten Hinweis. Die frühere Schreinerei Frötschl aus Herbertshofen soll für die ebenfalls nicht mehr existierende Augsburger Radioproduktion der Firma Grundig die Holzgehäuse und andere Teile gefertigt haben. Das Wertinger Radiomuseum interessiert sich natürlich auch in diesem Fall für Informationen und Original-Geräte.  

Ansprechpartner sind der Museumsreferent des Wertinger Stadtrats, Alfred Sigg (Telefon 08272/3274) und der Gottmannshofener Otto Killensberger (Telefon 08272/2864). Das Radiomuseum Wertingen in der früheren Berufsschule (gegenüber der Grundschule) ist jeden dritten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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