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23.09.2019

Wer will da nicht freiwillig zur Feuerwehr?

Der Feuerwehr-Nachwuchs interessiert sich schon: Johann und Jakob „inspizieren“ den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Wertingen.
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Der Feuerwehr-Nachwuchs interessiert sich schon: Johann und Jakob „inspizieren“ den Einsatzleitwagen der Feuerwehr Wertingen.

Die Feuerwehren in Wertingen und im Umland mobilisieren alles, was geht, um Nachwuchs zu gewinnen. Das lockt Hunderte von Menschen auch in Rieblingen und Hohenreichen an

Beim ersten „Schwäbischen Feuerwehrtag“ sind in der Region an Zusam und Laugna mehrere hundert Besucher ausgerückt, um sich über die Arbeit eines Brandschützers zu informieren. Für das große Interesse am freiwilligen Feuerwehrdienst revanchierten sich die Lebensretter mit einem riesen Programm an rasanten Vorführungen mit dem Gerät und vielen bunten Unterhaltungsaktionen insbesondere für Jugendliche und Kinder. Letztere beide Gästegruppen waren besonders willkommen, zumal sich die acht Feuerwehren im Stadtgebiet von Wertingen und jene weiterer Gemeinden in der Umgebung die Nachwuchswerbung groß auf ihre Fahnen geschrieben haben. Zwei Tage lang präsentierten sich, die am Ende zufrieden äußernden Gastgeber, schnell wie die Feuerwehr.

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Auffallend, die hohe Motivation der Männer und Frauen, die sich für die Präsentationen von Drehleiter, Tragkraftspritze und Feuerwehraxt bei bestem Wetter mächtig ins Zeug legten: Weder brannte eine zu heiße Sonne vom Himmel, noch löschten Regentropfen das Spielvergnügen mit Dreikilo-Leinenbeutel-Weitwurf, Bobbycar-Parcour und Schlauchroll-Wettbewerben. Für Feuchtigkeit sorgten schon die Feuerwehrler selbst, etwa in der Asbacher Straße in Rieblingen, wo das Flaschen-Weitspritzen vor mehr als fünf Dutzend Besuchern ablief.

„Bei uns gibt es überdurchschnittlich viele Kinder“, erklärte sich Christine Heider die hohe Zahl an neugierigen Buben und Mädchen in den Zuschauerreihen. Dass sich einige von ihnen eines Tages bei ihm melden würden, hoffte Christian Thoma der Kommandant der dortigen 32 Aktiven. Auf der Suche nach neuen Leuten marschiert er regelmäßig von Tür zu Tür, um für den wichtigen Dienst an Mensch und Material zu werben. „Das ist besser und wirksamer als jeder tolle Flyer.“

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Persönliches „Klinkenputzen“ ist auch beim Kollegen in Hohenreichen angesagt. So führt Michael Humbauer eine 38-köpfige Gruppe in den Einsatz und verzichtet beim Bemühen um neue Floriansjünger auf allzu viel Informationspapier: „Die Leute werden ohnehin schon mit Buntem überflutet, daher ziehe ich lieber durch die Straßen oder nutze so wie heute den direkten Kontakt.“

Gelegenheit dazu gab es genug bei über 130 Besuchern am großen Feuerwehrtag. „Wenn wir nix machen kommt auch nix“, schmunzelt der 33-jährige Mann und freut sich zusammen mit Vereinsvorstand Andreas Leichtle auf den Umzug ins neue 500000-Euro-Feuerwehrhaus Ende des Jahres. Nicht zu vergessen Humbauers Stellvertreterin Tanja Finkl.

Die Frauen scheinen bei den Feuerwehren der Region auf dem Vormarsch zu sein. Nicht nur optisch, sondern auch numerisch. Allein beim sechsköpfigen Jugendnachwuchs in Rieblingen stehen fünf junge Frauen im freiwilligen Dienst, sechs weibliche Mitglieder der Brandschützer sind im Kernort von Wertingen im Einsatz.

Vielleicht war das der Grund, weshalb sich in Wertingen auffallend viele Besucherinnen beim Feuerwehrtag einfanden. Dort legte Zweiter Kommandant Johannes Friedrich mit einem stattlichen personellen Aufgebot sowie sechs Fahrzeugen und drei Anhängern eine feurige Technikshow hin. Den Höhepunkt der spannenden und mit viel Herzblut vorbereiteten Darbietungen stellte dabei, das im Landkreis und weit darüber hinaus gefragte Spezialfahrzeug DLK mit einer 30 Meter ausfahrbaren Leiter. Aus schwindelnder Höhe übungshalber aus dem Schlauchturm retten ließ sich Stefanie Saule, Lebenspartnerin von Feuerwehr-Zugführer Benjamin Storr.

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