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Wertingen

25.02.2020

Wertingen soll ein Lieblingsort werden: Die Ziele der Grünen

Auch die Landesvorsitzenden der Grünen, Eva Lettenbauer, sprach bei der Veranstaltung in Wertingen.
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Auch die Landesvorsitzenden der Grünen, Eva Lettenbauer, sprach bei der Veranstaltung in Wertingen.
Bild: Ulrike Walburg

Plus Die Landesvorsitzende der Grünen, Eva Lettenbauer, zeigt zusammen mit der Wertinger Ortsvorsitzenden Hertha Stauch die Ziele der Partei auf. Einer verabschiedet sich.

„Das ist gewiss kein Faschingsscherz, wir meinen es ernst“, ruft Hertha Stauch, Stadtratskandidatin der Grünen, den zahlreichen Gästen zu. In Anspielung auf ihre grüne Kleidung sagt die Spitzenkandidatin am Rosenmontag: „Ich bin grün vom Scheitel bis zur Sohle.“ Mit ihr suchen an dem Abend fünf Kandidaten das Gespräch mit den zahlreichen Besuchern. Unter anderem sind auch zahlreiche Landwirte spontan zu der Wertinger Wahlveranstaltung gekommen. Und – als prominente Gastrednerin – Eva Lettenbauer, Landtagsabgeordnete und die Landesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen.

Offen für Anliegen der Landwirte

Die Landwirte fordern von den grünen Politikern, beim Umweltschutz die Arbeitsbedingungen der Landwirte der Region zu sehen. Für diesen Wunsch zeigt sich Stauch offen. Spontan werden weitere Gespräche geplant. „Lokal denken und global handeln“ – nach dieser Maxime könne jede Gemeinde einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, sagt Stauch. „Gute Lebensbedingungen in Wertingen sind uns wichtig, dafür setzen wir uns nach ökologischen und sozialen Gesichtspunkten ein.“ Und das unabhängig vom Alter „Wir nehmen jede Bevölkerungsschicht in den Blick.“

Die Grünen wollen mehr Windräder, eine dezentrale Energieversorgung, eine Lösung für den Sportplatz für die Realschüler, ein Begegnungszentrum und eine Lösung für die Kurzzeitpflege im Seniorenheim. Es gebe dort zu wenige Plätze. So komme es immer wieder notgedrungen auch zu Doppelbelegungen eines Zimmers. „Die Privatheit geht genau dann verloren, wenn der Körper nicht mehr funktioniert“, beklagt Stauch.

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Sozialer Zusammenhalt ist Wertinger Grünen wichtig

Der soziale Zusammenhalt sei den Wertinger Grünen – mit Hertha Stauch suchen an dem Abend Jonas Ziegler, Peter Hurler und Marina Müller das Gespräch – wichtig und deutlich ausbaufähig. „Wir wollen Lieblingsorte schaffen und Wertingen als einen Ort prägen, in dem man sich wohlfühlt, sich gerne hinsetzt, einen Kaffee trinkt und vor Ort einkauft“, betont Stauch.

Auch hier, beim Thema „Lieblingsorte“ stimmt Eva Lettenbauer mit überein. Die 27-jährige Landtagsabgeordnete aus Donauwörth zieht in ihrem Vortrag Resümee über die Geschichte und Entwicklung der Partei – 40 Jahre „Die Grünen“ und über 30 Jahre „Bündnis90“. Heute erziele die Partei bundesweit Rekord-Umfrageergebnisse, so Lettenbauer.

Wurzeln in der Friedens- und Frauenbewegung

Die Partei habe ihre Wurzeln in der Friedens- und Frauenbewegung und setze sich seit Jahrzehnten für ihr Kernthema, den Umweltschutz ein. Trockenheit und Dürre zeigen, dass die Zeit dränge: „Wir können nicht noch zehn Jahre so weiter machen wie bisher“, warnt Lettenbauer. Das Engagement für den Artenschutz der Partei sei geprägt von sozialen, liberalen und ökologischen Leitlinien. Die junge Politikerin plädiert für ein Überdenken der Vermarktungsstrategie landwirtschaftlicher Erzeugnisse in der Region und verweist auf das Projekt „Feneberg“ im Allgäu, in dem Verträge mit Landwirten geschlossen wurden.

„Jeder Mensch will mobil sein“, sagt Lettenbauer und fordert attraktive Taktzeiten öffentlicher Verkehrsmittel zwischen fünf und 24 Uhr. Stauch fordert zudem eine Schnelltrasse nach Augsburg.

Weitere Themen sind Barrierefreiheit für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen oder Eltern mit Kinderwagen in Städten und Kommunen. Außerdem setze sich die Partei vehement für Menschenrechte ein, betont Lettenbauer und kritisiert „rechte Hetze.“ Sie fordert die kleinteilige, lokale Unterbringung von Geflüchteten.

Klingler verabschiedet sich als Stadtrat in Wertingen

Jahrzehntelang hat sich für all diese Themen auch Ludwig Klingler eingesetzt. An diesem Rosenmontag verabschiedet er sich nach 24 Jahren als grüner Stadtrat. Unter der musikalischen Begleitung von Trommler Paul Agbih und Gitarrist und Sänger Klaus Edenhofer singen alle das Abschiedslied „Yesterday“. Klingler erinnert an das, was er bewirkt oder angestoßen habe: den Ruhewald, die Änderung der Friedhofsordnung – es gibt jetzt keine Grabsteine mehr aus Kinderhand –, den „Eine-Welt-Laden“, die Windkraft, die Baumschutzverordnung, die Freibadbeheizung und die regelmäßige Bezuschussung der Montessori-Schule.

Damit die Partei weiterhin in und für Wertingen wirken kann, ruft Hertha Stauch an dem Abend für die Kommunalwahl zu großer Wahlbeteiligung auf.

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