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25.03.2009

Wertingen wartet immer noch auf zwei Prozesse

Wertingen Die Zusamstadt wartet! Im kommenden August werden es zwei Jahre, dass Wertingen bundesweit in die Schlagzeilen geriet, weil der Wertinger Fleischhändler Wolfgang L. dabei ertappt worden war, wie er in der Firma Wertfleisch in Geratshofen die Hinweis-Etiketten von genussuntauglichem Fleisch entfernte. Dieser Ekelfleisch-Fall weitete sich aus, schließlich waren norddeutsche und Berliner Geschäftspartner des Wertingers mit im Spiel. Die für alle Fleischskandale Bayerns zuständige Staatsanwaltschaft Memmingen wirft dem Wertinger vor, dass er 190 000 Euro mit Ekelfleisch umgesetzt haben soll.

150 Tonnen Ekelfleisch

Nach einer Pressemitteilung der Ermittler hat Wolfgang L. 150 Tonnen Ekelfleisch wieder als Nahrungsmittel in den Verkehr gebracht. Die Döner-Liebhaber waren entsetzt - und kurzfristig soll sogar der Umsatz der beliebten Drehspieß-Delikatesse bundesweit gelitten haben.

Jetzt, fast zwei Jahre später, wird der Prozess am Augsburger Landgericht immer noch erwartet. Der Fall Wolfgang L. wird - so viel ist jetzt schon bekannt - vor der 9. Kammer des Landgerichts Augsburg verhandelt werden. Vorsitzender Richter ist Rudolf Weigell. Wie gestern von der Geschäftsstelle des Gerichts zu hören war, ist das Verfahren aber noch nicht terminiert. Es ist üblich, Prozesse vorzuziehen, bei denen die Angeklagten in Untersuchungshaft sitzen. Wolfgang L. hingegen befindet sich auf freiem Fuß.

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Ebenfalls vor der 9. Kammer des Landgerichts Augsburg wird gegen den früheren Wertinger Bürgermeister Dietrich Riesebeck verhandelt werden. Es geht dabei - wie bereits wiederholt in der Wertinger Zeitung berichtet - um das "Arbeitsplatz-Sicherungsdarlehen" in Höhe von 750 000 Mark, das die Stadt Wertingen im Jahr 1999 der damaligen Firma Metallbau Krauß gewährte. Vor zehn Jahren waren mit diesem Geld 120 Arbeitsplätze gerettet worden.

750 000 Mark fehlen

Im vergangenen Jahr nahm die Staatsanwaltschaft Augsburg gegen den damals zuständigen Wertinger Bürgermeister Dietrich Riesebeck wegen dieser Wirtschaftsförderung die Ermittlungen auf. Diese 750 000 Mark (rund 370 000 Euro) wurden bis heute nicht endgültig zurückgezahlt, weil die Firma 2003 insolvent wurde.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun seit Monaten gegen den früheren Bürgermeister Riesebeck, der mittlerweile als Pensionär in Bad Wörishofen lebt. Man bezeichnet die städtische Hilfe von 1999 heute als "Untreue".

Der Wertinger Stadtrat hatte damals übrigens mit großer Mehrheit - gegen eine einzige Stimme - für dieses "Arbeitsplatz-Sicherungsdarlehen" gestimmt. Altbürgermeister Dietrich Riesebeck hatte in den vergangenen Monaten immer wieder in Gesprächen mit der WZ darauf hingewiesen, dass damals auch beigezogene Juristen und Verwaltungsfachleute keinen Fehler an der Hilfe für die marode Firma finden konnten.

Happy End mit Eitle

Die Firmengebäude und etwa 60 der Mitarbeiter sind nach einem stressigen Jahrzehnt übrigens im vergangenen Jahr wieder in ein ruhiges Fahrwasser geraten. Die Ulmer Firma Eitle wirtschaftet nun in den früheren Räumen von Metallbau Krauß.

Wann wird das Landgericht über Bürgermeister Riesebeck urteilen? Auch hier steht der Gerichtstermin noch nicht fest.

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