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Wertingen

23.11.2018

Wertingen will ein Carsharing-Modell einführen

In Augsburg sind mittlerweile 145 Carsharing-Autos in Betrieb, Tendenz rasch steigend. Jürgen Biedermann von den Augsburger Stadtwerken glaubt, dass das Auto als Statussymbol ausgedient hat, und auch die Leute in Wertingen bereit sind, sich ein solches nur noch zu teilen und nicht mehr selbst zu kaufen.
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In Augsburg sind mittlerweile 145 Carsharing-Autos in Betrieb, Tendenz rasch steigend. Jürgen Biedermann von den Augsburger Stadtwerken glaubt, dass das Auto als Statussymbol ausgedient hat, und auch die Leute in Wertingen bereit sind, sich ein solches nur noch zu teilen und nicht mehr selbst zu kaufen.

Die Bereitschaft für die Schaffung von Stellplätzen und für das Ausleihen von Autos ist im Stadtrat fraktionsübergreifend groß. Die Wassergebühren steigen.

Eine beachtliche Entwicklung bekamen die Zuhörer und Stadträte zu Beginn der Sitzung am Mittwoch präsentiert: In Wertingen wächst die Zahl der angemeldeten Autos schneller als die der Einwohner. Damit sei die Zusamstadt nicht allein, in vielen Städten Deutschlands zeige sich diese Entwicklung. Dabei stehen Autos in der Praxis vor allem herum und taugen immer weniger als Statussymbol. Daraus ergibt sich ein Trend, an dem künftig auch Wertingen teilhaben will: das Carsharing.

Übersetzt heißt das „Auto teilen“ im Sinne von „gemeinsam nutzen“. „Das klappt nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem Land“, sagte Jürgen Biedermann von den Stadtwerken Augsburg (SWA). Nutzen statt Besitzen spare Geld und tue der Umwelt gut. Erfahrungswerte aus Augsburg besagen, dass die dortigen Carsharing-Pkw tagsüber zu 33 Prozent der Zeit in Betrieb sind – ein normaler persönlicher Pkw ist es im Schnitt nur drei Prozent am Tag.

Wie das Augsburger Modell funktioniert

In der Praxis funktioniert das Augsburger Modell so: Sieben Euro im Monat zahlen Mitglieder als Grundgebühr, dazu kommen die noch Zeit- und Kilometerkosten für die jeweiligen Fahrten. Im Falle eines Unfalls sind die Teilnehmer versichert und zahlen nur einen relativ geringen Eigenbeitrag. Gebucht werden die Fahrzeuge online oder telefonisch, sie stehen an festen Stationen.

Zwei solcher Standplätze müsste auch Wertingen bereit stellen, damit die SWA eine Kooperation mit der Zusamstadt eingeht und Fördergelder bereitstellt. Für den wahrscheinlichen Fall, dass zumidest ein solches Fahrzeug ein E-Auto sein wird, muss außerdem eine Ladesäule bereitgestellt werden. Hier helfen die SWA bei Installation und Beschaffung. Die Stadträte zeigten einmütige Zustimmung zu dem Vorhaben und beschlossen, die Planungen für drei Stellplätze zu beginnen. Diese sollten im „Einklang“ mit dem Elektromobilitätskonzept entstehen, das bis zum Frühjahr kommenden Jahres von der Firma Steinbacher Consult fertig gestellt werden soll. (Einen Kommentar zur Carsharing-Debatte lesen Sie hier.)

Ein Unglück: Betriebshof-Lkw in Unfall verwickelt

In der Sitzung berichtete der Chef des Wertinger Betiebshofes, Johannes Deisenhofer, den Zuhörern außerdem von einem Unglück, das sich bereits Mitte September in Meitingen zugetragen hatte. Dabei wurde ein Lastkraftwagen des Wertinger Betriebshofes, auf dem ein sogenanntes „Thermofass“ installiert war, in einen Unfall verwickelt. Dabei wurde das Fahrzeug zerstört, der Fahrer leicht verletzt. Nun benötigt der Betriebshof ein neues solches Fahrzeug von Mercedes, da dieses „optimal“ für die Arbeit geeignet gewesen sei, sagte Deisenhofer. Gute 200000 Euro wird das kosten. Der Rat stimmte einstimmig für die Neuanschaffung.

Schließlich beschlossen die Stadträte noch eine Erhöhung der Wassergebühren. Die Verbrauchsgebühr pro Kubikmeter Wasser steigt um 24 Cent pro Kubikmeter von 1,14 Euro auf 1,38 Euro. Die Gebühren für Abwasserbeseitigung steigen noch stärker an, von bisher 1,90 Euro pro eingeleitetem Kubikmeter auf nun 2,30 Euro. Für die Abwasserbeseitigung gibt es jährlich weiterhin keine Grundgebühr, für die Wasserversorgung verbleibt diese bei 25 Euro im Jahr.

Niemand im Stadtrat ist glücklich darüber

Der Wirtschaftsreferent und CSU-Stadtrat Alfred Schneid betonte, dass niemand im Gremium glücklich sei mit den sprunghaften Erhöhungen. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband gebe dieses Vorgehen aber vor. Dieser kalkuliert die Gebühren nur alle vier Jahre neu und überlässt es dann den Kommunen, durch höhere Gebühren gegenzusteuern. Eine Wahl hat Wertingen dabei nicht: Die Stadt darf bei der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung weder einen Gewinn noch einen Verlust erzielen. „Uns sind da die Hände gebunden“, sagte Schneid. Sein Stadtratskollege Ludwig Klinger von den Grünen stimmte ihm zu und sagte sarkastisch: „Wir sind mit der Erhöhung glücklich – im Rahmen unserer juristischen Möglichkeiten.“ Die Erhöhung wurde einstimmig angenommen.

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