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Wertingen

16.07.2020

Wertinger Drogeriemarkt Müller will umziehen

Auf dieser Fläche an der Ecke Industriestraße und Alemannenstraße in Wertingen soll der neue, größere Müller-Markt entstehen. Ob das Gebäude entkernt und gestaltet oder abgerissen und neu gebaut wird, ist derzeit noch nicht klar.
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Auf dieser Fläche an der Ecke Industriestraße und Alemannenstraße in Wertingen soll der neue, größere Müller-Markt entstehen. Ob das Gebäude entkernt und gestaltet oder abgerissen und neu gebaut wird, ist derzeit noch nicht klar.

Plus Das Geschäft in Wertingen hat einen neuen Standort im Auge. Nicht alle sind damit glücklich.

Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Der Drogeriemarkt in Wertingen will umziehen. Lange hatte es schon Gerüchte gegeben, dass das Geschäft im Herzen der Zusamstadt seinen Standort aufgeben will. Bei der Bauausschusssitzung am Mittwoch wurde nun bekannt, dass der Drogeriemarkt plant, neue Räume auf dem Areal an der Ecke Industriestraße und Alemannenstraße zu beziehen.

Auf dieser Fläche, die gegenüber von Gantze Gesundheitssport liegt, gab es schon einmal Supermärkte wie den „Südmarkt“ oder „Minimal“. Später hatte die Post dort ihr Domizil, ehe diese nach Geratshofen umzog. Derzeit ist in dem Gebäude ein Pop-up-Store mit dem Namen Los Sparos eingezogen.

Drogeriemarkt Müller will in die Industriestraße umziehen

Inhaber des Areals ist laut Auskunft von Bürgermeister Willy Lehmeier die Erwin Müller Group. Diese wolle das bestehende Gebäude entweder entkernen und gestalten oder abreißen und neu bauen. Nach den derzeitigen Plänen will Müller dort in das Untergeschoss ziehen. Im Dachgeschoss sollen Wohnungen entstehen. In dem Komplex stünde dem Drogeriemarkt künftig eine Verkaufsfläche von rund 1300 Quadratmetern zur Verfügung. „Das ist deutlich mehr als am derzeitigen Standort an der Hauptstraße“, erklärt Lehmeier.

Der Bürgermeister ist froh, den Drogeriemarkt Müller überhaupt in Wertingen halten zu können. „Wenn Müller keine Erweiterungsmöglichkeit hätte, wer weiß, was passiert wäre“, sagt er. Immerhin sei auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt für den Drogeriemarkt schwierig gewesen. Am neuen geplanten Standort an der Industriestraße könnten dagegen genügend Stellplätze geschaffen werden.

Das Problem, dass die Innenstadt durch den Umzug ausbluten könnte, sieht der Rathauschef differenzierter. Er wirft die Frage auf, was denn genau als Innenstadt definiert werde. Für ihn gehöre zum Zentrum auch das, was man beispielsweise an der Zusaminsel etabliert habe. Die erweiterte Innenstadt dürfe man nicht zu eng fassen.

Stadtrat Hans Moraw fürchtet negative Konsequenzen durch den Umzug

Immerhin sei der mögliche neue Standort von Müller gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen, so der Rathauschef. Nun sei wichtig, eine sinnvolle und interessante Nachnutzung für das Gebäude an der Hauptstraße zu finden.

Das wünscht sich auch Hans Moraw, Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Wertingen. Allerdings sieht er den geplanten Wegzug von Müller nicht so gelassen wie der Bürgermeister. Moraw sagt: „Das wäre ein herber Verlust für die Innenstadt, die ja im Vergleich zu anderen Orten noch sehr lebendig ist.“ Müller sei wie ein Magnet, der die Kunden in das Zentrum von Wertingen lockt. Wenn so ein Geschäft wegfalle, sei das tragisch. Moraw will gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung die Fühler ausstrecken, damit etwas Ähnliches wie Müller in das Gebäude am Marktplatz zieht. „Ein Drogeriemarkt wäre ideal. Als Alternative würde sich auch ein Lebensmittelladen anbieten“, sagt er.

Moraw hat sich auch Gedanken gemacht, warum das Geschäft das Zentrum verlässt. Er erklärt: „Müller hat sicher eine Standortanalyse gemacht und festgestellt, dass es an der Industriestraße gut läuft. Das ist mittlerweile eine Top-Lage.“ Er hofft dennoch, dass der Marktplatz lebendig bleibt. Neue Impulse könnten dabei von dem geplanten modernen Gebäude am Thürheimer Tor samt Gastronomie ausgehen.

In der Bauausschusssitzung selbst ging es am Mittwochabend um die verschiedenen Stellungnahmen der Behörden und Experten. Die Regierung von Schwaben pocht beispielsweise darauf, dass der Landesentwicklungsplan eingehalten wird. Dieser gibt Regeln vor, damit die Innenstädte nicht ausbluten. Aus diesem Grund gibt es genaue Angaben, wie das Sortiment aussehen könnte, das Müller am neuen, größeren Standort künftig anbieten könnte. Am Ende der kurzen Diskussion wurde die Planung einstimmig abgesegnet. Der Entwurf wird nun nochmals öffentlich ausgelegt. Die Frage, wann ein Umzug des Geschäfts möglich wäre, konnte der Bürgermeister nicht beantworten. Er schätzt aber, dass heuer der Spatenstich vermutlich noch nicht vollzogen wird. Alles Weitere sei offen, so Lehmeier.

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