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Wertingen

30.11.2018

Wertinger Keramik-Künstlerin sucht stetig nach Schönheit

Die Schönheit sucht die Keramik-Künstlerin Ursula Geggerle-Lingg in ihrer Gebrauchskeramik.
Bild: Bärbel Schoen

Ursula Geggerle-Lingg und ihr Mann Ulrich fertigen Gebrauchskeramik von Hand. Jedes Stück ist ein Unikat. An den kommenden Wochenenden haben sie ihr Atelier geöffnet

Jeden Becher und jede Tasse hat Ursula Geggerle-Lingg bis zur Ausstellung unzählige Male in die Hand genommen. Wer die Künstlerin kennt, weiß, dass die Präsentation der Gebrauchskeramik stets einer Installation gleicht. Nichts überlässt sie dem Zufall. Der Raum – in diesem Fall das Wertinger Atelier – wird mit einbezogen. Kunst, Architektur und Gebrauchskeramik will sie in Einklang bringen - konzeptionell wie spielerisch. An den kommenden drei Wochenenden öffnet das Ehepaar sein Atelier für Besucher.

Ursula Geggerle-Lingg, eine gebürtige Neu-Ulmerin, studierte in an der Nürnberger Akademie freie Malerei. Seit 20 Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Wertingen. Zusammen mit ihrem Ehemann Ulrich, der sich hauptberuflich als Diplomsozialpädagoge in der Jugendhilfe engagiert, fertigt sie Teller, Tassen, Terrinen, Vasen und Uhren aus Ton. Während er an der Töpferscheibe die Formen dreht, sorgt sie für den „Endschliff“. Die Werkstücke erleben nach dem Rohbrand zwei Glasurverfahren und zwei Glasurbrände. Die Ergebnisse zeigen einen hohen ästhetischen Anspruch. Für seine Keramikkunst hat das Ehepaar 2006 den Kunstpreis der Sparkasse Mindelheim erhalten.

Die Form soll ansprechend sein

„Die Form soll ansprechend sein“, sagt Ursula Geggerle-Lingg und nimmt ein Schälchen in die Hand. Wie einen Schmeichler dreht sie es und begutachtet das Stück von allen Seiten. Die Krakeleien in der Glasur sind gewollt und verleihen dem Ganzen etwas Einzigartiges. „Ich suche stets nach Schönheit“, erklärt die Künstlerin. Unabhängig von modischen Trends sind die Stücke reduziert in der Form und Farbe, dabei ästhetisch und von klassischer Schönheit.

Im Laufe der Jahre haben sich Teller, Tassen und Terrinen nichtsdestotrotz verändert. Der ursprünglich rustikale Charakter ist mittlerweile verschwunden. „Wir sind moderner und klarer geworden“, erzählt Geggerle-Lingg.

Die meisten Teile finden in Regalen und auf dem Werktisch ihren Platz. Doch einige „sitzen“ in eigens für sie gezimmerten Holzkästchen, die in Rot oder Türkis bemalt sind. Alles muss stimmig sein und die Farben der Unikate gegenseitig zum Leuchten bringen. Dazu tragen auch Objekte, Malereien und Fotografien bei.

Die Wertinger Künstlerin ist bekannt für ihre rege Ausstellungstätigkeit. Zuletzt war sie in ihrer Heimat in Neu-Ulm sowie im Rathaus in Stadtbergen vertreten, wo sie Keramikgefäße mit Bildern und Wandobjekten kombinierte.

Geggerle-Lingg ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler und in den Kunstvereinen Neu-Ulm und Aichach. Außerdem arbeitet sie aktiv im Wertinger Kunstkreis mit, betreut die städtische Galerie und wirkt mit bei der Auswahl von Stipendiaten.

Die Öffnungszeiten

Ausstellung „Keramik im Atelier“ ist geöffnet: Am 1., 2., 8., 9., 15. und 16. Dezember, jeweils von 11 bis 18 Uhr. Die Töpferwerkstatt befindet sich in Wertingen, Geratshofer Straße 10, Telefon 08272/899325. Weitere Infos im Internet unter www.geggerle-lingg.de

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