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Wertingen

06.05.2019

Wertinger Kunstkreis trauert um Burga Endhardt-Troendle

Burga Endhardt-Troendle hat das kulturelle Leben in Wertingen maßgeblich mit beeinflusst. Vergangene Woche ist die Künstlerin gestorben. Viele Weggefährten sind bestürzt von ihrem Tod. Das Bild zeigt sie vor einem ihrer Werke im Oktober 2017.
Bild: Archivfoto: Bärbel Schoen

Die mehrfache Preisträgerin engagierte sich in der Artothek, war Mitbegründerin der Kunstschule KuK, Jurorin und Kunstpädagogin.

Im Schullandheim Bliensbach wird man die Graffitis an den Wänden immer mit der Künstlerin Burga Endhardt-Troendle verbinden. Vor genau einem Jahr hat dort die Kunstschule „KuK“ ein integratives Projekt zur Demokratiebildung umgesetzt. Auch die letzte Kunstausstellung im Oktober 2017 bleibt vielen Menschen in Erinnerung. Damals stellte Endhardt-Troendle zusammen mit Eduardo Cardozo, einem befreundeten Künstler aus Uruguay, in der städtischen Galerie aus. „Burga war für den Kunstkreis ein unglaublich belebendes Element. Sie sprühte vor Ideen und war selbst eine großartige Kunstschaffende“, sagte Bürgermeister Willy Lehmeier in einer ersten Reaktion auf den Tod der Künstlerin, die vergangene Woche einer Krankheit erlegen war. Sie habe mit ihrem Engagement die Stadt „ungemein bereichert“.

Große Trauer herrscht auch bei den Mitbegründerinnen der Kunstschule KuK. Barbara Mahler: „Sie begleitet mich schon seit über 40 Jahren. Wir haben zusammen getanzt, waren ausgelassen, haben fast gleichzeitig unsere Kinder bekommen, den gleichen Beruf gewählt.“ Die Freundschaft habe immer in die Tiefe, zu den lebenswichtigen Fragen geführt. „Burga bleibt in meinem Herzen präsent als einfallsreiche, passionierte, hochprofessionelle Kollegin, Weggefährtin in schwierigen Zeiten, Freundin und vor allem als ein heller, leuchtender Mensch.“

Große Trauer über den Tod der Künstlerin

Als Kunstpädagogin an der Montessori-Fachoberschule habe sie nachhaltig gewirkt. Schulleiterin Heike Kahler berichtet, dass Burga Endhardt-Troendle zehn Jahre Kunst im Sozialzweig unterrichtete und die Schüler und Schülerinnen in ihrer Kreativität inspiriert habe. „Mit Hingabe hat sie jeden in der eigenen Entwicklung begleitet und beraten. „Sie hat einen festen Platz in unserer Schule und in unserem Herzen.“

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Burga Endhardt-Troendle wurde 1961 in Günzburg geboren und wuchs in direkter Nachbarschaft zur dortigen Kirche auf, wie sie in einem Interview mit unserer Zeitung einmal erzählte. So kam sie bereits in jungen Jahren in Kontakt mit kirchlicher Kunst und wählte später den Beruf der Paramentenstickerin. Von 1984 bis 1990 studierte sie an der Akademie der Bildenden Künste in München. 1995 erhielt sie ein Stipendium bei Markus Lüpertz. Seit 2002 war sie Mitorganisatorin der Städtischen Galerie in Wertingen, später gehörte sie dem Team der Artothek an. Sie verfügte über sehr gute Kontakte in der Kunstszene und besaß eine hohe fachliche Kompetenz. So war sie als Jurorin mitverantwortlich für die Auswahl der Kunst-Stipendiaten und die Organisation der „Großen Kunstausstellungen“ im Wertinger Schloss.

Für ihre eigenen Arbeiten erhielt die Künstlerin zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den schwäbischen Kunstpreis der Kreissparkasse Augsburg, Kunstpreise in Günzburg, Bobingen, Irsee und Senden. Ihr Grafit-Werk „Gewand“ haben die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 2015 erworben.

Burga Endhardt-Troendle bleibt als warmherziger Mensch in Erinnerung

Burga Endhardt-Troendle lebte mit ihrer Familie seit 1992 im Zusamtal, seit 2001 in Frauenstetten. „Burga war ein sehr lebensbejahender Mensch“, beschreibt Helmut Troendle seine Frau. Sie habe alles angenommen, was das Leben brachte, und immer etwas Gutes darin gesehen. Selbst mit der eigenen Krankheit habe sie nie gehadert. In Erinnerung bleibt der Familie, dass sie voller Liebe und ehrlicher Empathie war. Burga Endhardt-Troendle starb am 1. Mai. Sie hinterlässt Ehemann und drei erwachsene Kinder.

Am Dienstag, dem 7. Mai, wird Burga Endhardt-Troendle zu Grabe getragen. Der Trauergottesdienst findet um 14.30 Uhr in der Kirche St. Anna in Frauenstetten statt.

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