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Partnerschaft

28.06.2017

Wertinger Schüler erlebt Macron in Paris

Hannelore Sutter, Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins Fère-en-Tardenois, unterstützt den Montessorischüler Benedikt Kratzer dabei, einen Praktikumsplatz und Gastfamilien in der französischen Partnerstadt zu finden.
Bild: Foto: Ulrike Walburg

Benedikt Kratzer absolvierte ein Praktikum in Fère-en-Tardenois und fing Feuer

Die Klischees stehen fest. Frankreich – das ist das Land des legeren Lebens, das Land, in dem besondere Essgewohnheiten gepflegt werden, guter Käse und ebensolche Baguettes am Tisch nie fehlen. „Feuer gefangen“ für die französische Sprache hat Benedikt Kratzer im Sprachunterricht in der Realschule. Die Verbindung von Theorie und Praxis erscheint ihm genau passend, um seine Sprachkenntnisse auszubauen. „Ich will mich mit Franzosen unterhalten und dabei meinen Wortschatz in ganz normalen Alltagssituationen anwenden, sagt er. Deshalb entschließt sich der Montessorischüler für ein Auslandspraktikum in Frankreich. Doch wie lässt sich vom Standort Wertingen aus, eine Praktikumsstelle in Frankreich finden? Vor dieser Frage stand zunächst der Schüler aus Welden. Er kontaktierte das Europabüro in Augsburg. Dort verweist man ihn zurück nach Wertingen an den Städtepartnerschaftsverein. Vorsitzende Hannelore Sutter steht dem Schüler mit Rat und Tat zur Seite. Sie pflegt die Verbindung mit Freunden in der französischen Partnerstadt. Sie vermittelt eine Praktikumsstelle in einem Kulturzentrum in Fère-en-Tardenois. Sie vermittelt Gastfamilien, bei denen der Schüler für die Dauer von zwei Monaten unterkommen kann. „Ich habe in dieser Zeit so viel erlebt“, schwärmt der Schüler nach seiner Reise.

Das Angebot im Kulturzentrum ist im Bereich der Musik und den digitalen Medien gut aufgestellt und richtet sich mit seinem Angebot an Rentner, Schüler und Kindergartenkinder. Kratzer verrichtete dort administrative Aufgaben und unterstützte beispielsweise die Lehrer bei der Heranführung von vierjährigen Kindern an den Computer. Überrascht erkannte er Unterschiede zum deutschen Erziehungssystem. „Es geht streng und konzentriert zu, wenn die vierjährigen Kinder für eine Dauer von 90 Minuten in spielerischer Weise Zahlen in den Computer eintippen.“ Er stellte jedoch auch fest, wie lebhaft die Pausen dort verlaufen, „die Kinder toben in der Pause ausgelassen, laut und wild umher“, sagt er.

Er berichtet, wie überaus freundlich er in den Gastfamilien aufgenommen wurde, vom gemeinsamen Familienalltag und von Ausflügen in der Champagne und in die Hauptstadt Paris. Dort erlebte er den Auftritt des jetzigen Staatspräsidenten Frankreichs Emmanuel Macron bei der Feier zum Wahlsieg im Hof des Louvre. „Diese Veranstaltung war unbeschreiblich“, sagt der Jugendliche. Sein Auslandsaufenthalt fiel zeitlich in den Wahlkampf in Frankreich. Europafreundliche und europafeindliche Positionen wurden im Land konträr diskutiert. Deshalb stellte sich der Schüler aus Wertingen vor seinem Auslandaufenthalt die bange Frage: „Wie wird man in Frankreich auf mich reagieren, welche politische Positionen werden mir in den Gastfamilien begegnen?“ Erleichtert berichtet er der Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins Hannelore Sutter von ausschließlich positiven Erfahrungen. Freundschaften sind in diesen zwei Monaten entstanden und werden weiterhin gepflegt. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Städtepartnerschaftsvereins freut sich der Schüler auf ein Wiedersehen mit den neuen französischen Freunden bei deren Gegenbesuch in Wertingen im kommenden September. Dort werden die Freunde aus Frankreich in der Zusamstadt Champagner ausschenken.

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