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Krankenhaus

22.02.2021

Wertinger Turmstreit führt zu Gewissenskonflikt

In Wertingen wird viel über den Turm diskutiert.
Bild: Reitenberger (Grafik)

Das beklagt die Dillinger Kreistagsfraktion der Grünen/Die Linke und beantragt mehr Informationen

Die Planungen für das Wertinger Krankenhaus beschäftigen auch die Fraktion der Grünen/Die Linke. Sie beantragt, den Mitgliedern des Dillinger Kreistags, die für die Weiterentwicklung der beiden Krankenhäuser nötigen, in den vergangenen Jahren extern eingeholten Analysen und Handlungsempfehlungen kurzfristig zugänglich zu machen sowie in einen externen Beratungsprozess einzutreten.

Der Diskussionsprozess der vergangenen Monate zeige laut Pressemitteilung, dass viele Ziele noch schwammig sind und insbesondere die zukünftige Entwicklung des Wertinger Krankenhauses noch nicht zu Ende gedacht ist.

„Unseres Erachtens besteht weiterer von außen eingeholter Beratungsbedarf zu zukünftiger Nutzung und ganz konkreter Ausrichtung der beiden Kliniken“, erklärt Kreisrätin Heidi Terpoorten.

Wie mehrfach kommuniziert wurde, sollen die Kliniken Strahlkraft über die Landkreisgrenzen hinaus entwickeln und sich so für eine Kooperation mit Kliniken aus den Nachbarlandkreisen attraktiv machen. Dieser Beratungsprozess sollte parallel zu den schon angestoßenen Umstrukturierungen erfolgen, meint die Fraktion. Denn an beiden Krankenhausstandorten sind noch zahlreiche Fragen ungeklärt. Sich überschneidende Kompetenzen verschiedener Fachabteilungen könnten eine zukünftige gedeihliche Zusammenarbeit erschweren und zu neuen Konflikten führen.

Wertinger Kardiologie soll nach Dillingen verlegt werden

Die Kardiologie soll von Wertingen nach Dillingen verlegt werden. Die Gastroenterologie wurde ebenfalls mit einem eigenen Chefarzt als Hauptabteilung neu geschaffen. „Wir sehen nicht den Platz für eine dritte innere Abteilung, deren Auftrag nicht exakt beschrieben ist. Nephrologische Expertise kann ohne Weiteres ambulant bezogen werden“, schreibt die Fraktion.

Drei Abteilungen Innere Medizin in Dillingen gingen in jedem Fall auf Kosten der Größe der Einzelabteilung und führten zu einer strukturellen Unwirtschaftlichkeit. Sei es nicht sinnvoll, auch die geriatrische Reha in Wertingen anzusiedeln und in Wertingen einen echten geriatrischen Schwerpunkt zu entwickeln? Die frei werdenden Räume im ehemaligen Schwesternwohnheim in Dillingen könnten dann anders genutzt werden.

Die Fraktion fragt weiter: Welchen Auftrag und welche Ausrichtung haben die Fachabteilungen Innere Medizin und Chirurgie in Wertingen? Wenn Chirurgie und Innere über die Landkreisgrenzen erfolgreich sind, verliert die Diskussion über die Notaufnahme in Wertingen an Gewicht. Erst wenn Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der stationären Versorgung in Wertingen besteht, wäre es sinnvoll, über eine Verzahnung mit ambulanten Versorgern nachzudenken.

Sachstand in Wertingen sei intransparent

Das Primat sowie der Startschuss dafür sollte, so die Fraktion, allerdings von der Politik kommen. Der jetzt sehr kontrovers diskutierte Sachstand sei in seiner Entstehung intransparent. „Eine unglückliche Verquickung nachvollziehbarer Interessen des Investors und der nicht in allen ihren Folgen zu Ende gedachten, bisherigen politischen Entscheidungen, haben dazu geführt, die Mitglieder des Kreistags in einen extremen Gewissenskonflikt zu bringen“, findet die Fraktion.

Sollte sich die Mehrheit für das Ärztehaus der Firma Reitenberger entscheiden, so sei bei der Vertragsgestaltung akribisch darauf zu achten, die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung auch zukünftig sicherzustellen durch die Garantie höchstmöglicher Flexibilität für zukünftige Bedarfe.

„Zusammengefasst schlagen wir vor, auf möglichst breiter Basis auf dem Boden von außen geholter Expertise, über das Profil der noch nicht optimal aufgestellten Bereiche insbesondere der stationären, aber auch der ambulanten Versorgung der Bevölkerung des Landkreises Dillingen nachzudenken. (pm)

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