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Wertvolle Flächen

Kommentar Von Hertha Stauch
16.05.2019

Das Thema verdichtete Bebauung stellt Gemeinde vor eine neue Herausforderung.

Derzeit ist eine Entwicklung im Gange, die die Kommunen vor neue Herausforderungen stellt. „Verdichtetes Bauen“ heißt das Stichwort, das helfen soll, wertvolle Flächen zu sparen und gleichzeitig mehr Wohnraum zu schaffen. Das ist ein guter Gedanke, zumal es auch im Zusamtal oft innerorts unbebaute Grundstücke gibt – Bauland, das nicht genutzt wird, während am Ortsrand Neubaugebiete ausgewiesen werden und der Flächenfraß voranschreitet. Hinzu kommt, dass in vielen Siedlungen große Villen und Häuser oft nur noch von einem Menschen bewohnt werden.

Auch in Wertingen und Buttenwiesen ist das so. Gerade Baugebiete aus den 1990er Jahren und früherer Zeit sind großzügig konzipiert, mit Riesen-Grundstücken, auf denen nur ein Einfamilienhaus steht. Platzverschwendung? So sieht es jedenfalls der Gemeinderat Buttenwiesen, der der Entwicklung einen Riegel vorschieben und aktuell in Frauenstetten/Hinterried ein Bauvorhaben genehmigen will, bei dem drei Häuser auf einem Grundstück stehen dürfen, wo bisher nur eines erlaubt war (WZ berichtete). Jetzt regt sich Widerstand, Anwohner protestieren gegen die Verdichtung. Das ist ein Beispiel dafür, dass Konfliktherde entstehen, weil die Gemeinden der schnellen Entwicklung kaum noch hinterher kommen. Klimawandel und Wohnungsnot haben einen gesellschaftlichen Druck erzeugt, der heruntergebrochen wird bis auf die lokale Ebene. Es ist Auftrag und Aufgabe großer wie kleiner Kommunen, hier in die richtige Richtung zu steuern – auch wenn es unpopulär ist.

In Buttenwiesen und Wertingen ist das angekommen, und auch private Investoren haben die Zeichen der Zeit erkannt. Wer hätte vor fünf Jahren gedacht, dass auf einem Supermarkt-Gebäude mal Wohnungen entstehen? Das ist in Wertingen bereits der Fall. Natürlich werden solche Projekte eine Stadtlandschaft oder ein Dorf verändern und es gilt, gerade in innerörtlichen, historischen Bereichen einen sensiblen Blick auf das Ortsbild zu werfen. Doch das eine muss das andere nicht ausschließen. Altbausanierungen und moderne Entwicklungen können Hand in Hand gehen, wenn alle an einem Strang ziehen und die Bevölkerung in diesen Prozess einbezogen ist.

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