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Kunst

20.04.2018

„Wie Wertingen tickt“

Antje Hassingers Bilder sprechen eine „Formensprache“.
Bild: Ulrike Walburg

Anett Frontzek, Antje Hassinger und Andrea Behn zeigen ihre Werke in der Städtischen Galerie

„Eine glückliche Fügung“ nennt Wertingens Bürgermeister Willi Lehmeier die aktuelle Ausstellung bei der Vernissage in der Städtischen Galerie Wertingen am vergangenen Sonntagvormittag vor einem interessierten Publikum. Die Arbeiten der drei Künstlerinnen unterscheiden sich grundsätzlich im Arbeitsansatz und in der Herangehensweise. Dennoch bietet sich dem Betrachter ein schlüssiges Gesamtbild. Mit den Arbeiten von Anett Frontzek, Antje Hassinger und Andrea Behn zeigen drei unterschiedliche Künstlerinnen mit internationalem Bekanntheitsgrad in der Städtischen Galerie in Wertingen ihre Arbeiten.

Anett Frontzek ist eine der 115 Bewerber für ein Stipendium in der Zusamstadt. Die Dortmunderin ist eine von acht ausgewählten Wertinger Stipendiaten und damit 20. Stipendiatin der Stadt Wertingen. Seit 1998 vergibt die Stadt Wertingen Stipendien an herausragende Künstler. Die renommierte Künstlerin veröffentlicht Arbeiten in internationalen öffentlichen Sammlungen wie dem Centre Pompidou in Paris, The Museum of Modern Art in New York und der Bayrischen Staatsbibliothek in München. „Dort stehen von mir handgemachte Kunstbücher, die nur unter besonderen Auflagen, dem Tragen von weißen Schutzhandschuhen, betrachtet werden können“, berichtet die Künstlerin und Trägerin zahlreicher Preise und Förderungen.

In diesem Frühjahr von März bis April arbeitet Frontzek als „Artist in Residance“ in Wertingen. „Mein Ziel ist das Aufspüren unsichtbarer Strukturen in der realen Welt und ihre Visualisierung mit künstlerischen Mitteln“, begründet Frontzek ihren Arbeitsansatz und gibt ihrem Projekt den Arbeitstitel: „Wie Wertingen tickt oder Abstraktionen geografischer Realität.“ Statistisches Material und die Welt der Kartografie sind Ausgangsmaterial ihrer Arbeiten in künstlerischen Interpretationen. Ihre Installationen bestehen aus herausgeschnittenen und collagierten Kartenteilen.

Antje Hassinger, geboren in Witten, zeigt bisher ihre Malerei in internationalen Ausstellungen von Berlin, Barcelona und Frankreich. Für ihre Malerei mischt sie, wie die alten Meister der Renaissance, die Farbe mit Pigmenten und Leinöl selbst zusammen. Sie geht großzügig mit der Farbe um und schafft mit einer reduzierten Farbpalette reizvolle Reliefstrukturen auf den Oberflächen. „Es verlockt, die Werke zu berühren“, so Dr. Wiercinski. Hassinger setzt in einem aufwendigen Prozess lebendige, farbige Strukturen auf weißen Flächen zusammen. So entstehen Bilder, die sich in Nah- und Fernsicht verändern.

Andrea Behn, geboren in Dortmund, zeigt mit Acrylfarbe abstrakte und gegenstandslose Kunst. Sie arbeitet auf großzügigen Flächen. Ihre Bilder sind offen für Assoziationen und ermöglichten eine individuelle Betrachtungsweise. Impulsgeber ihrer Arbeiten sind kleine Skizzen. Aus deren Projektion entwickeln sich ihre Motive. Dazu klebt sie während des Arbeitsprozesses Teile der Bildfläche ab, um Neues entstehen zu lassen. „Ich will ein Gegenüber haben“, beschreibt sie ihre Arbeit auf großem Papier. Viele Zufälle und zugleich geplantes Arbeiten verbergen sich hinter den Arbeiten. Sie zeigen Werke mit einer Vielfalt von hundert übereinanderliegenden Schichten. Behn setzt in vielen aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten Farbe übereinander, lässt sie trocknen, um sie dann wieder von Neuem zu bearbeiten. Die Werke erscheinen somit vielschichtig.

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