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Geschichte

10.02.2018

Wie es den Wertingern 1805 erging

Napoleon führte Krieg gegen Österreich.
Bild: dpa

Die legendäre Schlacht und ihre Folgen

Die derzeitige Diskussion um das Schicksal der Napoleonstanne wirft die Frage nach dem Napoeleon-Mythos rund um Wertingen auf. Interessante Details hat der frühere Stadtarchivar Jürgen Fiedler erforscht. Fiedler berichtet unter anderem, wie es den Wertingern am Tag der Schlacht und danach ergangen war. „Sie hatten sich wohl gleich zu Beginn in ihre Häuser zurückgezogen, dorthin, wo sie sich den besten Schutz versprachen, oder waren in den Keller geflüchtet, sofern einer vorhanden war. Erstaunlicherweise hatte die Stadt das Gefecht ohne größere Verluste an Menschen und Gebäuden überstanden“, schreibt Fiedler. Und weiter: „Zwar hatten infolge des anfänglichen Artillerieduells viele Häuser durch Treffer gelitten und es zerbrachen die meisten Fensterscheiben vom Kanonendonner, doch wurde keiner der Einwohner bei den Kampfhandlungen getötet oder schwer verwundet.“

Allerdings habe die Bevölkerung stark unter der Einquartierung und den Requisitionen an Lebensmitteln, Stroh, Heu und Hafer für Mann und Ross gelitten – gleichermaßen durch österreichische Soldaten auf der einen und Franzosen auf der anderen Seite. „Hier waren weder die einen noch die anderen besonders zimperlich und nahmen, was sie brauchen konnten,“ berichtet Fiedler. „Insbesondere die Franzosen bedienten sich reichlich aus den Vorräten der ansässigen Bürger, da sie ihrer Ansicht nach die Feinde aus dem verbündeten Bayern verjagt und sich damit ein Recht erworben hatten, durch dessen Einwohnerschaft versorgt zu werden.

Fiedler zitiert aus der Chronik der Familie Gerblinger einen besonders traurigen Vorfall: Auf dem Märzenbauernhof, in dem Franzosen einquartiert waren, kam es zu einem handgreiflichen Streit zwischen dem 20-jährigen Bauernsohn und einem französischen Soldaten. Ein 14-jähriger mitgelaufener Franzosenbube, der ebenfalls im Hause untergebracht war, stand dabei und zog dem Sergeanten den Säbel aus der Scheide und gab ihm denselben in die Hand. Der Sergeant nahm den Säbel und erstach damit den Bauernsohn. Er war das einzige Opfer, das unter der Anwesenheit der Franzosen in Wertingen zu beklagen war, schreibt Fiedler.

Das Gefecht rund um Wertingen erforderte jedoch viele Verluste in den Kampftruppen – insgesamt 334 getötete und verwundete Soldaten. Quelle: Buch von Jürgen Fiedler „Das Gefecht von Wertingen 1805“

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