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Silvester

30.12.2017

Wie feiern die französischen Freunde?

Mögen die Franzosen genauso gerne Feuerwerkskörper?
Bild: Peter Kleist

Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Wertingens mit der nordfranzösischen Stadt Fère-en-Tardenois hat sich bei deren Einwohnern erkundigt, wie diese den Jahreswechsel verbringen

Während es in Wertingen in der Nacht auf Montag um 0 Uhr gehörig krachen wird und das ein oder andere Stück Blei schon flüssig gemacht wurde, werden sich die Bürger der Wertinger Partnerstadt Fère-en-Tardenois wohl ruhiger ins neue Jahr begeben. Das erzählt Hannelore Sutter, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins von Wertingen mit der französischen Kleinstadt mit gut 3000 Einwohnern. Anlässlich des kommenden Jahreswechsels hat sie mit einigen ihrer Freunde im Nachbarland telefoniert, um sich zu erkundigen, wie diese ins neue Jahr starten werden.

„Das Wichtigste ist den Franzosen an Silvester, dass sie gut essen und trinken“, erzählt Sutter. Dominique, der im Vorstand des französischen Teils des Partnerschaftsverbandes sitzt, wird sich in der kleinen Stadt mit Freunden treffen und mit diesen gemeinsam zu Hause essen. Dabei kommen nur feinste Gerichte auf den Tisch: Austern, Lachs und erlesener Weißwein. „Meistens isst man zusammen daheim“, sagt Hannelore Sutter. „Nur wenige Leute gehen an Silvester in ein Restaurant.“

Feuerwerk hat in dem französischen Dorf einen viel geringeren Stellenwert als hier in Wertingen. Wer Freude an Böllern, Feuerwerk und Raketen hat, fährt meist in eine der größeren Städte. Besondere Bräuche oder Rituale haben Dominique und seine Freunde an Silvester nicht.

Anders Francoise, eine weitere Bekannte von Hannelore Sutter, die ehemals den Vorsitz des Partnerschaftsvereins auf französischer Seite innehatte. Denn am Vorabend des Jahreswechsels geht es für die Französin, die in der Region Bretagne wohnt, erst einmal in den Wald. Dort sammelt sie mit ihrem Mann Mistelzweige und hängt diese anschließend in ihrer Wohnung auf. Während der Feier zum Jahreswechsel ist jedes Paar aufgefordert, sich unter den Mistelzweigen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu küssen. Dieser Brauch, so hat es Sutter erfahren, ist im Gegensatz zu Deutschland in der Bretagne nicht zu Weihnachten, sondern zu Silvester verbreitet.

Auch Francoise legt bei ihrer Feier viel Wert auf eine angemessene Bewirtung ihrer Gäste. Feuerwerk gibt es bei ihr nicht. Was jedoch absolute Pflicht ist, um gebührend auf das neue Jahr anzustoßen: Champagner. Zuvor wird die Französin mit einem Gericht aufgewartet haben, dass in Deutschland sehr umstritten ist: Stopfleber, von den Franzosen Foie Gras genannt. Tierrechtler kritisieren seit Langem die Maßnahmen, welche die Gänse für den Prozess der Mast ertragen müssen.

Sollte das Wetter es zulassen, haben die Bewohner von Fère-en-Tardenois auch die Gelegenheit, an einem ganz besonderen Ort auf das neue Jahr anzustoßen. Die noch gut erhaltenen Überreste nahe der Burg, die noch aus dem 13. Jahrhundert stammen, bilden eine grandiose Kulisse für all die Bürger der Wertinger Partnerstadt, die sich in besonderer Atmosphäre auf das neue Jahr zuprosten wollen. Stiller als hier wird der Jahreswechsel aber nicht nur an diesem Ort in Frankreich ablaufen.

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