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Wertingen

22.11.2019

Wie funktioniert Carsharing in Wertingen?

In Wertingen gibt es Autos zum Ausleihen. Vor dem Schloss sind die Fahrzeuge der SWA-Flotte geparkt, darunter auch ein Wagen mit Elektromotor. Per Klick kann ein Zeitfenster gebucht werden. Bevor es aber losgeht, muss eine Kundenkarte beantragt werden.
Bild: Andreas Dengler

Plus Drei Autos der SWA-Flotte stehen vor dem Schloss. Darunter ist auch ein Wagen mit Elektromotor. Wie sich das E-Fahrzeug fährt und was vor einer Spritztour mit einem geliehenen Auto gemacht werden muss.

Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt und die Frontscheibe des Elektroautos vor dem Wertinger Schloss ist über Nacht vereist. Die ersten Vorboten des Winters erreichen die Autofahrer im Zusamtal. Schnell noch Winterreifen aufziehen und das Scheibenspritzwasser mit Frostschutz versehen, denken sich so manche Autobesitzer. Wer die Carsharing-Angebote der Stadtwerke Augsburg (SWA) nutzt, muss sich darüber keine Gedanken mehr machen.

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Die Kilometer und eine Pauschale müssen bezahlt werden

Seit September stehen am Wertinger Schloss drei Carsharing-Fahrzeuge der SWA für eine Spritztour bereit. Carsharing ist ein englisches Schlagwort, das sich wohl am treffendsten mit Gemeinschaftsauto übersetzen lässt. Jeder, der sich bei der SWA registriert, über 18 Jahre alt ist und einen Führerschein besitzt, kann ein Auto seiner Wahl buchen. Lediglich der gefahrene Kilometer und eine fixe Zeitpauschale müssen dafür bezahlt werden.

In Metropolen hat sich das etabliert

In den großen Metropolen hat sich das Modell schon längst etabliert, nun erreicht es auch die ländlicheren Gegenden. Jenseits des Augsburger Speckmantels verfügt neben Wertingen nur noch die Marktgemeinde Diedorf (Landkreis Augsburg) über Fahrzeuge, die geteilt und online per Klick gebucht werden können.

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Gemeinsam mit Bianca Wiedenmann vom Stadtmarketing wird das Mobilitätskonzept der Zukunft in Wertingen erprobt. Statt die beiden Autos mit Verbrennungsmotoren für die Spritztour zu wählen, testen wir das Elektroauto der Wertinger SWA-Flotte. 49 Minuten dauert die Fahrt durch das Zusamtal. Exakt 19 Kilometer werden dabei zurückgelegt. Die Fahrt beginnt am Wertinger Schloss mit Endziel Buttenwiesen.

Eine vierstellig PIN muss eingetippt werden

Das E-Auto ist noch an der Stromladesäule angesteckt. Wiedenmann kennt die einzelnen Schritte genau und macht sich so gleich an die Vorbereitungen: Mit einer Kundenkarte, die an ein Lesegerät hinter der Frontscheibe auf der Fahrerseite gehalten werden muss, wird das Auto geöffnet. Ein kurzes Klack ertönt und das Autoschloss entriegelt sich. Startklar ist das Fahrzeug so aber noch nicht. Im Handschuhfach befinden sich ein kleiner Bordcomputer und der Fahrzeugschlüssel, sagt Wiedenmann. Erst nach dem Eintippen einer vierstelligen PIN wird der Schlüssel freigegeben. Nur noch den Stecker ziehen und es kann losgehen. Um es überhaupt soweit zu schaffen, bedarf es im Vorfeld einer erfolgreichen Anmeldung beim SWA Carsharing unter swa-augsburg.de.

Danach müssen die künftigen Autoteiler noch ins Bürgerbüro, wo die Anmeldeformalitäten abgeschlossen werden. Jeder Nutzer zahlt einen monatlichen Grundbetrag in Höhe von sieben Euro. Die restlichen Kosten hängen von den gefahrenen Kilometern und der beanspruchten Zeit ab, weiß Wiedenmann. Bis zum 24. Dezember gibt es für Wertinger Kunden ein besonderes Angebot: Die einmalige Anmeldegebühr von 49 Euro entfällt.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Automatikschaltung – das liegt aber an dem an die Handschaltung gewöhnten Fahrer – verläuft die Fahrt reibungslos. Leise flitzt das Gefährt durch das Zusamtal. Vorsicht vor Radarfallen, denn Strafzettel werden natürlich den Verursachern in Rechnung gestellt. Der Blinker tickt viel lauter als der ruhige Motor. Von Gottmannshofen geht es weiter nach Buttenwiesen bis zur Riedblickhalle. Bei der Rückfahrt ein kurzer Halt an der Buttenwiesener Synagoge, dann zurück an die Wertinger Stadtgrenze. Die dortigen Tankstellen werden mit dem E-Flitzer nicht gebraucht. Die Reichweite zeigt noch 210 Kilometer an. Diese Distanz könnte noch zurückgelegt werden, ehe eine Ladestation aufgesucht werden muss. Für die Carsharing-Autos mit Verbrennungsmotor gilt, dass der Tank immer mindestens ein Viertel voll sein muss. Festgehalten wird dies in einem Fahrtenbuch, dem man die Vertrags-Tankstellen sowie die Hotline-Nummer eines 24-stündigen Services für den Notfall entnehmen kann. Der Leiher muss den Sprit nicht selbst bezahlen, sondern begleicht die Rechnung per Tankkarte. Ein Thema ist auch die Versicherung, sagt die Marketingexpertin. Jeder Fahrer hat eine Selbstbeteiligung in Höhe von 1000 Euro. Mit der Buchung eines Sicherheitspakets für 60 Euro pro Jahr reduziert sich dieser Anteil auf 300 Euro.

Autos können für alle möglichen Fahrten gebucht werden

Ob für Spritztouren oder für den Wochenendeinkauf, die Autos können jederzeit für alle möglichen Fahrten gebucht werden. Eine Frau bucht ein Mal pro Woche ein Auto, um damit nach Dillingen zu fahren, weiß Wiedenmann. Bisher ist die Nachfrage noch überschaubar. Rund zwölf Anmeldungen wurden seit September registriert, darunter sind auch die Stadt und die Verwaltungsgemeinschaft.

Vom Einkaufsparkplatz in der Industriestraße geht es wieder zurück ans Schloss. Wichtig für Wertingen ist, dass die Autos immer wieder auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Amtsgericht abgestellt werden, betont Wiedenmann. In Augsburg, wo die Wertinger SWA-Karte ebenfalls gilt und zum gleichen Tarif genutzt werden kann, besteht sogar die Möglichkeit, das Auto an unterschiedlichen Standorten abzustellen. Aber nicht nur in Schwaben, sondern in 176 weiteren Städten und Gemeinden in ganz Deutschland kann die SWA-Kundenkarte für das Carsharing genutzt werden.

Genau 4,88 Euro plus der Anteil der monatlichen Grundgebühr wurden für die knapp einstündige Fahrt durch das Zusamtal fällig. Die Kosten werden bequem abgebucht. Eine Besonderheit ist bei dem E-Auto zu berücksichtigen: Nach der Abmeldung am Bordcomputer muss das Auto wieder an die Ladestation angeschlossen werden.

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