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Sexualaufklärung

28.02.2015

Wie sag ich’s meinem Kind?

Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen geht auch in die Schulen

Die sexuelle Aufklärung von Kindern und Jugendlichen ist gerade heute bitter nötig, erklärt Wertingens Jugendpfleger Tobias Kolb. „Kinder und Jugendliche haben derzeit sehr leicht Zugang zu Medien wie Internet und Fernsehen. Da holen sie sich oft ihre Informationen zum Thema sexuelle Aufklärung“, so Kolb.

Der hohe mediale Einfluss führt allerdings bei den jungen Leuten oft zu falschen Kenntnissen und Halbwissen. Dies stellten sowohl Thomas Havelka, Biologielehrer am Gymnasium Wertingen, als auch die Schulleiterin der Mittelschule Wertingen, Sabine Stahl-Schnitzler, fest.

Um Falsches richtigzustellen und Schülern eine umfangreiche Aufklärung zu bieten, besteht deshalb an Schulen ein breites Aufklärungsprogramm. Dieses beginnt schon in der Grundschule. „Das Themengebiet Familien- und Sexualerziehung im Lehrplan begleitet die seelische und körperliche Reifung der Grundschüler“, so Christiane Grandé, Rektorin der Grundschule Zusamaltheim. Das Aufklärungsprogramm baue sich hierbei sukzessiv auf, wobei vor allem der Bereich „Gefühle und Wohlbefinden“ eine wichtige Rolle spiele.

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„Für den Sexualunterricht der vierten Klasse ist allerdings das Einverständnis der Eltern notwendig.“ Hierzu werde auch den Eltern gezeigt, wie ihre Kinder in der letzten Grundschulklasse aufgeklärt werden“, erläutert Christiane Grandé. Trotz des Vorwissens aus dem Unterricht Grundschule wird allerdings in der Unterstufe des Gymnasiums wieder bei Null begonnen. „Themen sind hier vor allem Hygiene und das Wissen darüber, was sich im Körper der Jugendlichen verändert“, schildert Thomas Havelka. Erst in der Oberstufe werden Themen wie Verhütung behandelt.

Viele weiterführende Schulen in der Umgebung bieten ihren Schülern auch Veranstaltungen zum Thema sexuelle Aufklärung. Diese werden von der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen organisiert. Themen werden dazu vorab, gemäß dem Alter der Schüler, mit den Lehrkräften besprochen. Um den Jugendlichen die Hemmungen zu nehmen, Fragen zu heiklen Themen zu stellen, werden dabei zu Beginn „Aufwärmübungen“ gemacht. „Zusätzlich gibt es aber in jeder Veranstaltung auch einen Teil, in dem die Schüler anonym Fragen stellen können“, informiert die Diplom-Sozialpädagogin Heike Andrea Müller.

Die Tatsache, dass viele Schüler Hemmungen haben, Fragen zum Thema Sexualität zu stellen, ist auch Sabine Stahl-Schnitzler bekannt. Die Schulleiterin der Mittelschule Wertingen ist der Meinung, dass es manchen Kindern oft noch schwerer falle, derart heikle Themen mit ihren Eltern zu besprechen. Eltern sollten deshalb eine gewisse Sensibilität ihren Kindern gegenüber beweisen. Christiane Grandé ergänzt hierzu, dass die schulische Sexualerziehung die Aufklärung der Eltern jedoch nur ergänzt und nicht ersetzt. Die Schulleiterin der Grundschule Zusamaltheim ist dabei aber, ebenso wie Thomas Havelka und Sabine Stahl-Schnitzler zuversichtlich: Sie alle haben den Anschein, dass die meisten Eltern der Wertinger Umgebung die sexuelle Aufklärung ihrer Kinder, trotz des schulischen Aufklärungsprogrammes, nicht vernachlässigen. (mr)

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