1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Wie sich Buttenwiesen EU-Gelder holte

Buttenwiesen

14.05.2019

Wie sich Buttenwiesen EU-Gelder holte

Copy%20of%20IMG_2958.tif
4 Bilder
Buttenwiesens Zweiter Bürgermeister Christian Knapp freut sich über den mithilfe von EU-Geldern sanierten Zehentstadel in Pfaffenhofen. Dieser werde mittlerweile häufig für Geburtstags-, Firmen- oder Hochzeitsfeiern gebucht.

Die Gemeinde Buttenwiesen bekam gleich zwei Projekte von der Europäischen Union gefördert: das Bürgerhaus in Unterthürheim und den Pfaffenhofener Zehentstadel.

Geht es um Gelder aus Fördertöpfen der Europäischen Union (EU), dann herrscht mitunter ein energischer Wettbewerb innerhalb der Staatengemeinschaft. Und dieser zieht sich bis zur kleinsten Verwaltungsebene hin – den Kommunen. Denn oft genug hängt Gedeih und Verderb eines lange ersehnten Großprojektes innerhalb einer Gemeinde davon ab, ob es dafür Fördergelder gibt. Anderenfalls sind viele Projekte zu teuer und werden verworfen.

In Buttenwiesen wurden in der jüngeren Vergangenheit gleich zwei Herzensprojekte der Verwaltung durch EU-Förderung ermöglicht: Die Neugestaltung des Bürgerhauses in Unterthürheim und die Sanierung des Zehentstadels in Pfaffenhofen. Das Bürgerhaus kostete insgesamt rund 460000, der Zehentstadel etwa 650000 Euro. Beide Projekte wären für die Gemeinde alleine wahrscheinlich zu teuer gewesen – doch dann wurden die Verantwortlichen in der Gemeindeverwaltung auf Fördergelder aufmerksam, die aus dem Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) für bestimmte Projekte bereitgestellt werden.

Sogleich bemühte sich die Kommune, mit ihren Planungen den Ansprüchen der EU gerecht zu werden. Zweiter Bürgermeister Christian Knapp erinnert sich. „Im Prinzip ist es ein Wettbewerb der Kommunen untereinander“, sagt Knapp. Es gebe pro Tranche, die an Fördergeldern ausgeschüttet wird, nur einen begrenzten Geldbetrag. Und dann werde anhand von allerlei Kriterien durch das Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach geprüft, ob die jeweilige Maßnahme förderungsfähig sei. Im Falle Buttenwiesens waren es beide Maßnahmen, wenn auch beide zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingereicht werden mussten.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Buttenwiesen verwirklichte zwei Projekte mit Hilfe der EU

Die Vorgaben der EU legen einen besonderen Fokus auf die Gemeinnützigkeit. Protzige Prestigeprojekte sind nicht gern gesehen und werden auch nicht gefördert. Trotzdem: „Es soll auch ein wenig außergewöhnlich sein“, sagt Knapp. Ein klein wenig verspielt gestaltet, mit wohldosierten ästethische Elementen.

Beim Bürgerhaus in Unterthürheim gibt es diese zuhauf. Alleine der Ausgleich des Höhenunterschiedes ist wunderbar gelöst. Wie ein altrömisches Theater wirkt der Treppenabgang, der zur Turnhalle und dem neuen Zuhause von Hurga-Club und Musikkapelle führt. Hier werden Theaterstücke im Freien aufgeführt. In der Fördermaßnahme bekam die Turnhalle zudem eine neue Türe – für Gemeinschaftsfeste wurde somit ein schönes Areal geschaffen. Weiterhin wurden rings um das Bürgerhaus Hecken und Blumenbeete angelegt sowie das Wege- und Zufahrtnetz erneuert. Der Eingang zum Bürgerhaus ist nun barrierefrei, an der Wand hängen neue Anschlagtafeln. Und für jüngere Besucher gibt es auf der Rückseite eine Tischtennisplatte, ein übergroßes Mensch-ärgere-dich-nicht-Feld und eine Art Hängematte aus Metall. Außerdem wurden noch neue Sitzbänke angelegt.

Von den 460000 Euro, die das alles gekostet hat, wurden 259000 von der EU übernommen. Nach Fertigstellung der Baumaßnahmen seien Prüfer aus Mittelfranken angereist und hätten „peinlichst genau“ untersucht, ob die ausgeführten Baumaßnahmen nicht von den versprochenen Planungen abwichen. Taten sie nicht. Die Prüfer kommen bei solchen Verfahren laut Knapp stets von außerhalb, um bundesweit „Vetterleswirtschaft“ zu verhindern. Mit dem Ergebnis ist Knapp überaus zufrieden. Für das Geld habe man ein hervorragendes Paket an Verbesserungen verwirklichen können.

Bürgerhaus und Zehentstadel werden von vielen Personen besucht und genutzt

Genauso zufrieden ist er mit dem renovierten Zehentstadel in Pfaffenhofen. Dieser wurde durch einen neu errichteten Zwischenbau ergänzt und im Altbau gründlich renoviert. So wurden eine neue Decke eingezogen und eine Heizung in die Wand eingebracht, die erstens Wärme spendet und zweitens die historische Wand stabilisiert. Außerdem wurden zahlreiche Brandschutztüren eingezogen, ein behindertengerechter Treppenlift angebracht und eine neue Küche eingerichtet. „Die Verantwortlichen von der EU wollten, dass der Zehentstadel nicht nur als historisches Gebäude wieder hergestellt wird. Er sollte nach der Sanierung für die Allgemeinheit nutzbar sein“, so Knapp. Auch dieses Projekt war für Buttenwiesen ein voller Erfolg. Rund 288000 Euro gab es von der Europäischen Union. Dafür hat der Ortsteil Pfaffenhofen nun einen frisch renovierten Zehentstadel, in dem nicht nur der Heimatverein beheimatet ist. Im Zwischenbau befindet sich ein moderner Raum, in dem beispielsweise Yogakurse stattfinden. Und im großen Saal werden mittlerweile viele Firmenfeste oder Hochzeiten gefeiert. Vielleicht stößt ja hier auch jemand einmal auf die EU an?

Lesen Sie weitere Artikel unserer EU-Serie:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren