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Die Freien Wähler im Kreis sind erleicht

18.06.2009

Wir hatten Frau Pauli nur geleast, der Vertrag ist abgelaufen"

"Ja, ich bin erleichtert." Wie ein roter Faden zieht sich diese Aussage durch das Lager der Freien Wähler, nachdem die Landtagsfraktion den Ausschluss von Gabriele Pauli beschlossen hatte.

Ein Medienspektakel sondergleichen, "und dadurch hat sie sich damals schon von den Freien Wählern abgehoben", erinnert sich Landtagskandidat Bernhard Hannemann, der im September mit der schönen Landrätin im Arm auf Stimmenfang ging. Für den Einzug in den Landtag hat es für den Neusässer freilich nicht gereicht. Sie habe jedoch den FW den Spiegel vorgehalten: "Wie weit gehr ihr mit und wo geht ihr mit hin?"

Das ist geklärt: nicht mit in den Bundestag. Den Schritt nach Berlin haben die Freien Wähler in der Region nie gewollt. Das scheint jetzt auch auf Landesebene klar. Der Pauli-Ausschluss aus der Landtagsfraktion sei "die richtige, die konsequente Entscheidung gewesen", sagt Kreisvorsitzender Dr. Markus Brem aus Gersthofen. Er ist nicht nur erleichtert über Paulis Rauswurf, sondern auch, dass der Landesvorstand sich gegen eine Bundestagskandidatur ausgesprochen hat. Brem. "Es war die konsequente Entscheidung." Mit dem Rauswurf habe man Alleingängen und einsamen Entscheidungen einen Riegel vorgeschoben.

Bernhard Hannemann ("Menschlich mag ich die Frau Pauli trotzdem gern") scheint irgendwie auch erleichtert und erzählt, wie er vor wenigen Tagen mit dem schwäbischen CSU-Chef Markus Ferber im Scherz gesagt hat: "Wir hatten Frau Pauli nur geleast, der Vertrag ist abgelaufen."

Wir hatten Frau Pauli nur geleast, der Vertrag ist abgelaufen"

"Eine Einzelgängerin"

Durch die Bank begrüßen die Freien Wähler, dass mit Pauli auch das Thema Bundestagswahl vom Tisch scheint. Dazu Henriette Kirst-Kopp, Kreisrätin und Bürgermeisterin von Westendorf: "Ich sehe unsere Stärke auf der kommunalen Ebene." Auch sie ist erleichtert, denn Pauli habe nicht zu den Freien Wählern gepasst. "In den letzten Tagen ist deutlich geworden, dass sie eine andere Richtung verfolgt als wir. Sie ist einfach eine Einzelgängerin und braucht diese Publicity - das passt nicht zu uns."

"Ich bin von Paulis Verhalten sehr enttäuscht", gestand gestern Villenbachs Bürgermeister Otmar Ohnheiser (FW) im Gespräch mit der WZ. "Ich glaube, die hat eine Profilneurose - ein unglaubliches Geltungsbedürfnis." Ohnheiser meinte, bei der FW könne sich jeder einbringen - man sei da nicht an eine Parteidisziplin gebunden - "aber Richtlinien muss es ja doch geben und an solche muss sich auch eine Gabriele Pauli halten."

Zu wenig Zeit bis Herbst

Buttenwiesens FW-Bürgermeister Norbert Beutmüller argumentierte gestern: "Frau Pauli hat sicherlich ihren Beitrag für das Gedeihen der Freien Wähler geleistet. Aber jetzt ist es offensichtlich, dass sie die allgemeinen Regeln unserer Gruppierung nicht anerkennen will oder kann. Deswegen ist auch die Entscheidung der Landtagsfraktion richtig!" Nach Beutmüllers Meinung zeigte Gabriele Pauli keine Kompromissbereitschaft. "Man kann ja in der Politik und vor allem bei den Freien Wählern durchaus seinen eigenen Kopf haben - aber man sollte nicht nach der Wahl gleich die ganze Gruppe brüskieren", sagte Beutmüller zu den Vorfällen der letzten Zeit. Der Gedanke, dass die FW sich für die Bundestagswahl bewerben sollte, erscheint Beutmüller schon wegen der fehlenden Zeit bis zum Herbst nicht diskutierbar.

Auch der Wertinger FW-Stadtrat Dr. Herbert Nuber ist nicht einverstanden mit den Ansichten von Gabriele Pauli: "Nun, der FW hat Frau Pauli sicher gut getan. Bei der Landtagswahl hat sie auf alle Fälle einiges für uns mitbewegt. Aber jetzt schießt sie über das Ziel hinaus. Wir in Wertingen waren schon an der Teilnahme an der Europawahl nicht besonders begeistert. Wir waren zwar bei der Europawahl dabei - aber nicht mit Herzblut!"

Dr. Nuber meinte im WZ-Gespräch, dass der Ausschluss aus der Fraktion nun sicher der Anfang vom Ende von Paulis politischer Karriere war.

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