Wertingen

11.01.2019

„Wir machen das!“

Karolina Wörle (links) und Heike Mayr-Hof leiten die Musikschule Wertingen seit Jahresbeginn gemeinsam. Entsprechend ihrer Fähigkeiten teilen sie sich die Aufgaben.
Bild: Hertha Stauch

Karolina Wörle und Heike Mayr-Hof lassen keinen Zweifel daran, dass sie die Schule in Wertingen genauso engagiert weiterführen werden, wie ihr Vorgänger.

Mit dem Neuen Jahr hat eine neue Ära in der Musikschule Wertingen begonnen. Der langjährige Leiter Manfred-Andreas Lipp hat seinen Ruhestand angetreten, ihm folgt eine Spitze im Doppelpack: Heike Mayer-Hof führt zusammen mit Karolina Wörle die Schule. Was wird jetzt anders und was bleibt so, wie es ist?

Zwei Frauen gemeinsam in leitender Funktion – wie teilen Sie sich ihre Arbeit?

Karolina Wörle: Meine Kollegin Heike Mayr-Hof hat als Schulleiterin die künstlerisch-musikalische Arbeit übernommen. Mir obliegt die Geschäftsleitung der Schule, also vor allem Verwaltungs- und organisatorische Arbeit. Die Leitung steht praktisch auf zwei Säulen.

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Und Sie sind praktisch Angestellte des Musikschulvereins, das ist wohl eine grundlegende Veränderung, denn herr Lipp war ja als Musikdirektor bei der Stadt engagiert.

Karolina Wörle: Das stimmt nur zum Teil, denn unser Vorgänger wurde als Musikdirektor nur zum Teil von der Stadt finanziert, zum andern Teil aber vom Verein. Es stimmt, meine Kollegin und ich sind Angestellte des Musikschulvereins. Heike-Mayr-Hof: Die Musikschule finanziert sich aus Unterrichtsgebühren, kommunalen Zuschüssen und staatlicher Förderung. Wir befinden uns seit Jahren in der höchsten Förderstufe. Dafür müssen wir aber auch viel tun. Voraussetzungen für eine hohe Förderung sind die Beschäftigung von qualifizierten Lehrkräften, eine Vielfalt an angebotenen Fächern und eine gute Grundausbildung der Schüler. Dabei ist auch zu beachten, dass sich der Staat an der Höhe der Förderung der Kommune orientiert. Je höher die Schule von der Kommune gefördert wird, desto höher auch die staatliche Förderung.

Was wird sich unter Ihrer Leitung denn an der Schule ändern?

Heike-Mayr Hof: Wir stellen die Sache nicht auf den Kopf, wir versuchen alles zu erhalten, was in Jahren aufgebaut wurde. Es ist ja eine tolle Sache, was von unserem Vorgänger geschaffen wurde. Unsere Aufgabe ist es, die Schule Schritt für Schritt den Anforderungen des Musikschulverbandes und den Veränderungen der Gesellschaft anzupassen.

Und was heißt das im Detail?

Heike Mayr-Hof: Wir wollen verstärkt Kooperationen mit den anderen Schulen ausbauen. Das ist für uns grundlegend, ohne Kooperation bleibt jede Bildungseinrichtung auf der Strecke. Wir brauchen das auch, um unseren eigenen Nachwuchs zu generieren. Derzeit haben wir schon Kooperationen mit den Grundschulen Wertingen und Buttenwiesen. Karolina Wörle: Und auch mit der Grundschule in Bissingen, wo wir seit September die Musikschule übernommen haben, diese also als Filiale betreiben. An der Grundschulen Pfaffenhofen, Bissingen und Wertingen geben wir Flötenunterricht, das heißt die Wertinger Schüler kommen zu uns ins Haus, da wir ja räumlich verbunden sind. In Wertingen haben wir auch noch eine Bläserklasse. Diese Art von Kooperation brauchen wir auch mit anderen Schulen und vor allem mit den Kindergärten. Wir könnten in den Kindergärten verstärkt die musikalische Ausbildung übernehmen.

Ist das noch nicht der Fall?

Karolina Wörle: Leider zögern die Kindergärten noch, obwohl dies von vielen Eltern gewünscht wird, wie wir wissen. Anfang Februar soll es nochmals Gespräche mit den Kindergärten geben, ob wir nicht die musikalische Früherziehung ab dem Alter von vier Jahren für die Kindergärten übernehmen können. Heike Mayr-Hof: Die musikalische Frühförderung ist wichtig für uns, um die Anerkennung als Musikschule zu behalten. Ein weitere wichtiger Aspekt ist die Fächervielfalt, die wir an der Musikschule ja schon haben. Inzwischen wird bei uns Unterricht an allen gewünschten Instrumenten angeboten. Karolina Wörle: Früher haben wir sehr viele Bläser ausgebildet. Das tun wir immer noch und das kommt daher, weil die Musikschule aus der Stadtkapelle hervorgegangen ist. Inzwischen unterrichten wir aber in alle Musikrichtungen. Heike Mayr-Hof: Dazu muss man sagen, dass Stadtkapelle und Musikschule eine ideale Kooperation ist, die schon Jahrzehnte funktioniert. Und was die Musikschule über den eigentlichen Unterricht hinaus bieten kann, ist das Spiel und kleinen und größeren Ensembles, die Veranstaltung von Wettbewerben und Konzerten sowie eine Klavierbegleitung für Solisten. Das gehört bei uns zum Unterricht.

Zu großer Leistungsdruck ist ein Aspekt, den manche Eltern kritisieren.

Karolina Wörle: Ja, das hören wir immer wieder. Aber mit dem Üben kommt auch das Können und der Spaß an der Musik. Wir sind eine Schule, da muss eine Weiterentwicklung stattfinden. Heike Mayr-Hof: Wir wollen die Kinder fördern, es geht nicht um uns. Wir geben unser Engagement und unser Know How den Kindern. Und wir stecken Ziele ab. Wenn wir kein Ziel haben, ist alles planlos.

Zur Person Heike Mayr-Hof wurde als Kind an der Musikschule Wertingen ausgebildet, hat ein Musikstudium gemacht und hat im Jahr 2000 als Klarinettenlehrerin an der Schule angefangen. Sie absolvierte auch eine Ausbildng zur Dirigentin. Karolina Wörle ist seit 34 Jahren and er Musikschule Wertingen beschäftigt. Zunächst war sie Flötenlehrerin, später begann sie stundenweise bei der Arbeit in der Verwaltung. Inzwischen ist die Verwaltungsarbeit, die sie sich im Selbststudium aneignete, ihre Hauptaufgabe.

Lesen Sie mehr über die Musikschule Wertingen: Beschwingtes Ende der „Ära Lipp“

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