1. Startseite
  2. Lokales (Wertingen)
  3. Wo das Wirtshaus ein starkes Stück Heimat ist

Biberbach

11.07.2018

Wo das Wirtshaus ein starkes Stück Heimat ist

Magg3.jpg
2 Bilder
Gemeinsam mit Tochter Melissa freuen sich Maria und Georg Magg über die besondere Auszeichnung des Freistaats. Beim Wettebewerb der Staatsregierung kam der Gastronomiebetrieb unter die 100 besten Heimatwirtschaften.
Bild: Sonja Diller

Der Gasthof Magg in Biberbach ist einer der traditionsreichsten im Augsburger Land. Jetzt hat er eine besondere Auszeichnung erhalten.

So oft gibt es das gar nicht mehr. Das Wirtshaus mitten im Dorf, das mit prächtigen Geranien an den Fenstern, einem gemütlichen Biergarten und deftiger Kost die Gäste glücklich macht. In Biberbach kommt man den Kirchberg hinunter und steht vor genau so einer Rarität: dem Gasthof Magg. Zu einer der besten Heimatwirtschaften in ganz Bayern ist „der Magg“ nun gekürt worden. Eine Auszeichnung, mit der nur 100 der unzähligen Gaststätten in Bayern glänzen dürfen – darunter auch das Flairhotel zum Schwarzen Reiter in Horgau als zweite Wirtschaft aus dem Augsburger Land.

Das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat hatte den Wettbewerb gemeinsam mit dem Hotel- und Gaststättenverband ausgeschrieben. Über eine Notiz in unserer Zeitung hatte die Familie Magg davon erfahren und beschlossen: „Da machen wir mit“.

Vereine, Stammtische und Kartelrunden treffen sich dort regelmäßig

„Beim Ausfüllen der Unterlagen wurde uns erst wieder einmal bewusst, was so eine Wirtschaft im Dorf für die Gemeinschaft bedeutet“, sammelte Gastwirtstochter Melissa Fakten und Fotos für die Bewerbung. Vereine, Stammtische und Kartelrunden treffen sich regelmäßig „beim Magg“. Fußballfans feuern vor dem Bildschirm ihre Mannschaften an. Hochzeiten und Taufen werden gefeiert, für Jahreshauptversammlungen und Vorträge ist Platz. Dass an Fronleichnam ein Altar vor dem Haus geschmückt wird ist Ehrensache. Ebenso wie das Angebot eines regelmäßigen, günstigen Mittagstischs für die Senioren, den die Bürgergemeinschaft im Ort organisiert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Alles wurde sauber aufgelistet und dokumentiert nach München geschickt. Als die Nachricht von der Auszeichnung kam, waren sie ganz schön stolz. Gütezeichen, Urkunde und ein Preisgeld von 1000 Euro holten sich Maria und Georg Magg beim Festakt in München ab. Vom Ministerpräsidenten Markus Söder und Finanz- und Heimatminister Albert Füracker wurden die Urkunden überreicht. „Das ist schon etwas Besonderes“, freut sich Georg Magg über die Anerkennung der Arbeit, die seine ganze Familie in die Traditionswirtschaft steckt.

1549 wurde das Gasthaus erstmals urkundlich erwähnt 

Seit bald 150 Jahren ist das 1549 erstmals urkundlich erwähnte Gasthaus im Familienbesitz. Mit Landwirtschaft und eigener Metzgerei stand die Wirtschaft fast auf eigenen Beinen. Bis in die 1970er klappte das noch, dann musste erst die Landwirtschaft aufgegeben, danach Anfang der 1990er die Hausmetzgerei verpachtet werden. „Alles gleichzeitig war nicht mehr zu schaffen, man muss sich auf das Wichtigste konzentrieren“, ist Maria Magg überzeugt.

In der Küche ist sie die Chefin und verwöhnt die Gäste mit schwäbischer Küche aus regionalen Zutaten. Und sorgt für die heimelige Atmosphäre in den Gästezimmern, die seit dem An- und Umbau 1991 immer gut gebucht sind.

Sie haben viel geschafft, seit sie die Wirtschaft nach dem frühen Tod der Mutter von Georg Magg überraschend übernehmen mussten. Stolz sind sie aber nicht nur auf den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Arbeit, sondern vor allem darauf, dass das Familienteam fest zusammenhält. „Mit unseren Kindern Melissa und Raphael können wir immer rechnen, wenn Hilfe gebraucht wird“, sind Maria und Georg mit familiärer Rückendeckung ausgesprochen gerne Wirtsleute und Anlaufpunkt im Dorf. Dass sie nun auch Heimatwirtschaft mit Prädikat sind, setzt dem ganzen natürlich noch ein glanzvolles i-Tüpferl auf.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20st1(1)(1).tif
Wertingen

Die Storcheneltern von Wertingen

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen