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Wohin mit den Kindern?

Wohin mit den Kindern?
Kommentar Von Benjamin Reif
26.10.2018

Die Diskussion um den Kindergarten ist nicht schön.

Eigentlich schien es wie eine beschlossene Sache. Es muss ein großer neuer Kindergarten für Wertingen her, darauf können sich nach wie vor alle Stadträte einigen. In einer nichtöffentlichen Sitzung wurde mit einer großen Mehrheit von 17:3 Stimmenbeschlossen, Planungen für den Standort gegenüber der Buttinette aufzunehmen. Dieser schien ideal: Gute Verkehrsanbindung, reichlich Platz, ein Spielplatz in nächster Nähe, und in städtischem Besitz ist das Grundstück auch schon.

Die Verwaltung und große Teile des Stadtrates scheinen nun von dem massiven Widerstand, der ihnen von Seiten der Anwohner entgegen schlägt, überrascht. Der Brief, der an alle Stadträte ging und öffentlich verlesen wurde, könnte sich für die Anwohner allerdings nachteilig auswirken. Im Zusammenhang mit dem Bau eines Kindergartens von „Vernichtung von Natur“ zu sprechen, ist keine kluge Wortwahl. Es geht hier um eine Wiese mit einigen jungen Bäumen, nicht um einen Wald wie den Hambacher Forst. Der Verweis, dass man hier ungestört seinen Ruhestand genießen möchte, klingt ebenfalls nicht so, als stehe für die Bewohner die beste Lösung für die Allgemeinheit im Vordergrund.

Dabei ist der Protest der Anwohner legitim. Und sie hätten durchaus Argumente auf ihrer Seite. Denn die Grundstücke werden sicher nicht im Wert steigen, wenn in der Nachbarschaft ein Kindergarten entsteht, so traurig das ist. Außerdem mag die Kritik von Dr. Johann Popp und Helmut Sporer sehr harsch formuliert sein, doch fehlt der Stadt bislang im Umgang mit den Grünflächen tatsächlich eine klare Linie. Erst vor Kurzem wurde etwa im Bauausschuss eine Voranfrage allein deswegen abgelehnt, weil sie in einem Grüngürtel gelegen hatte.

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Im Fall des neuen Kindergartens müssen nun die Gemüter abkühlen, alle Argumente sachlich abgewogen werden und eine nüchterne Entscheidung fallen. Dr. Frieder Brändle hat Recht damit, dass sich einer so wichtigen Maßnahme andere Interessen unterordnen müssen.

Doch es gilt ebenso, endlich ein grundsätzliches Problem zu lösen: Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen und für die verfügbaren Grünflächen im Stadtgebiet eine verbindliche, belastbare Rechtsgrundlage schaffen. Für jeden muss ohne Aufwand und ohne Insider-Wissen klar ersichtlich sein, wo gebaut werden kann und wo nicht. Im Stadtrat hat das Thema für genug Verdruss gesorgt.

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