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Wirtschaftsempfang

27.04.2018

Wollen Wertingens Unternehmer E-Autos fahren?

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Der elektrifizierten Mobilität wird die Zukunft gehören, davon zeigte sich Referent Frank Steinbacher beim Wirtschaftsempfang der Stadt Wertingen überzeugt. Dazu brauche es aber ausreichend Ladestationen. Um die Infrastruktur müssten sich Kommunen im Zusammenspiel mit der Wirtschaft kümmern.

Die Elektromobilität ist Thema beim ersten Wertinger Wirtschaftsempfang. Ein Experte hat ausgerechnet, wie viel Geld sich die Zusamstädter dadurch sparen können

Für die Unternehmer in Wertingen ist das eine Premiere. Sie sind am Mittwochabend zu einem Wirtschaftsempfang der Stadt ins Rathaus eingeladen. Mehr als 100 Firmenchefs nutzen die Gelegenheit zum Austausch. Martin Bihlmayr etwa sagt: „Ich finde das eine super Idee, dass Wertinger Geschäftsleute zusammenkommen und sich austauschen.“ Dem stimmt auch Anton Langenmair zu. Allerdings hat der Immobilienunternehmer Bedenken, ob man die Kosten für solch einen Empfang gegenüber den Bürgern rechtfertigen könne.

Bürgermeister Willy Lehmeier informiert die Gäste über die Stadtentwicklung und erklärt, wie es denn überhaupt zu diesem Wirtschaftsempfang gekommen ist. Die Idee dazu wurde auf der jüngsten Werta geboren. Firmenchefs trafen sich bei der Ausstellung zu einem Unternehmerabend, und der Austausch dort sei rege gewesen. „Da sind wir auf die Idee gekommen, solch ein Forum noch einmal anzubieten“, erläuterte der Rathauschef. Zudem sei der Wirtschaftsempfang eine gute Gelegenheit, den Wertinger Firmenchefs einmal „ein großes Dankeschön zu sagen“. Dies sieht auch Wirtschaftsreferent Alfred Schneid so. „Ich begrüße das, wir haben hier in Wertingen ein ganz aktives Wirtschaftsleben.“

Das Impulsreferat hält Frank Steinbacher zum Thema Elektromobilität. Die Firma Steinbacher Consult (Neusäß) arbeitet im Auftrag der Zusamstadt mit ihrem Partner Eloaded (Innsbruck) daran, ein Konzept zu entwickeln, wie die E-Mobilität in Wertingen Einzug halten kann. Es reiche nicht, eine Ladestation („Bürgermeister-Gedächtnissäule“) vor dem Rathaus aufzustellen, sagt Steinbacher. Er ist überzeugt, „dass der elektrifizierten Mobilität die Zukunft gehören wird“. Das Gefährt der Zukunft werde mit Strom laufen, glaubt Steinbacher. Und die Kommunen hätten die Aufgabe, sich um diese Infrastruktur zu kümmern.

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Der Referent stellt den volkswirtschaftlichen Segen der E-Mobilität für die Region heraus, denn die Energie könne vor Ort etwa mit Fotovoltaikanlagen erzeugt werden. Dadurch entstehe auch ein Abnahmemarkt für erneuerbare Energien. Steinbacher erläutert zudem ganz konkret, dass dadurch Kosten gespart werden könnten. In der Zusamstadt gebe es rund 6000 Privatfahrzeuge, die jährlich etwa 80 Millionen Kilometer zurücklegen. Steinbacher errechnete dafür Spritkosten von 7,3 Millionen Euro im Jahr. Und kam zu dem Schluss, dass 50 Prozent dieser Treibstoffkosten mit der E-Mobilität eingespart werden könnten. So stünden in der Region drei Millionen Euro zusätzlich an Kaufkraft zur Verfügung. Am Laugnakreisel seien es täglich 17800 Fahrzeuge, die jährlich 240 Millionen Kilometer zurücklegen. Die Spritkosten liegen hier bei 21,6 Millionen Euro. Die Stromerzeugung und -verteilung werde so ein noch stärkerer regionaler Wirtschaftsfaktor.

Am Ende seines Vortrags stellt Steinbacher „Deutschlands künftig größten Schnellladestandort“ vor, den Sortimo-Innovationspark in Zusmarshausen. An der Autobahn 8 werden 150 Ladestationen entstehen. Das Projekt sei für etwa 4000 Fahrzeuge am Tag ausgelegt.

Am Ende nehmen die Firmenchefs einen Fragebogen zur E-Mobilität mit nach Hause. Sie werden dabei befragt, ob Änderungen im Fuhrpark ihres Unternehmens anstehen – und ob dann auch E-Autos infrage kommen. Auch Angaben zur Stromversorgung werden abgefragt. Ob für die Versorgung auch eine Fotovoltaikanlage gebaut werden könnte, ist ebenfalls eine Frage.

Danach geht es zum gemütlichen Teil über – dem Büfett im Schlosskeller. Steuerberaterin Katja Oßwald-Brunner gefällt der Wirtschaftsempfang. „Man sollte ihn in regelmäßigen Abständen anbieten“, sagt die Wertingerin. Es sei gut, wenn die Unternehmen frühzeitig über städtische Entwicklungen informiert werden.

Nach der ersten Einladung habe sie eigentlich einen Vortrag zur Breitbandversorgung erwartet. Aber auch den Vortrag zur E-Mobilität hat Katja Oßwald-Brunner mit Interesse gehört. „Ich fahre aber noch mit einem konventionellen Auto“, sagt die Steuerberaterin. Für sie sei die Reichweite von E-Autos noch zu gering. In Wertingen gibt es bisher nach Informationen unserer Zeitung kaum Stationen, an denen Elektro-Fahrzeuge geladen werden können.

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