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Landkreis Dillingen

08.05.2015

Zigarette an der Brust ausgedrückt

Eine 23-Jährige musste sich jetzt vor dem Dillinger Amtsgericht verantworten.
Bild: Symbolfoto: Salvamoser

Eine 23-Jährige hat einer anderen Frau eine Zigerette an der Brust ausgedrückt. Der Angeklagten fehlt jede Erinnerung an die Tat.

Die Erinnerung an die Nacht ist verschwunden. Was im September 2014 auf einer Party passiert ist, weiß die junge Frau nur aus Erzählungen – und aus den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft. Denn wegen jener Nacht stand die 23-Jährige aus dem östlichen Landkreis nun in Dillingen vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, eine brennende Zigarette an der Brust einer anderen Frau ausgedrückt und ihr mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben.

Dass sie sich an nichts mehr erinnern kann, hat einen Grund: die 23-Jährige hatte auf der Party so viel getrunken, dass sie irgendwann einen Filmriss hatte. Fast zwei Promille Alkohol wurden bei ihr um 4.50 Uhr festegestellt – zur Tatzeit gegen 3.30 Uhr dürften es laut Gericht noch mehr gewesen sein.

Die andere Partybesucherin, die die Schläge abbekam, kann sich indes noch genau daran erinnern, was in der Nacht passiert ist: „Sie ist an mir vorbeigelaufen, hat mir die Zigarette zwischen meinen Brüsten ausgedrückt und dann habe ich schon voll eine auf die Zwölf bekommen. Ich habe keine Ahnung, warum sie mich angegriffen hat. Sie hat dann noch einmal ausgeholt, ich habe reagiert und ihren Kopf auf den Boden gedrückt.“

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Ob es wirklich keinen Grund für den Angriff gab, konnte in der Verhandlung nicht geklärt werden. Richterin Ursula Janosi sagte: „Ich denke, dass die starke Alkoholisierung eine Rolle gespielt hat, dass sie ohne Grund ausgerastet ist.“

Die 23-Jährige hat sich mittlerweile mit einem Brief und auch persönlich entschuldigt. „Es tut mir wirklich leid, ich verstehe es nicht“, sagte die Angeklagte im Gerichtssaal zu der Frau, mit der sie auf der Party aneinandergeraten war.

Ihre Reue und auch der starke Grad der Alkoholisierung haben sich strafmildernd ausgewirkt. „Das Urteil ist extrem milde ausgefallen“, sagte Richterin Janosi. Die Frau wurde zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt.

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