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Wertingen

11.01.2019

Zugeschaufelte Hydranten können Rettung behindern

Vorsicht beim Schneeräumen! Die Feuerwehr bittet darauf zu achten, das so genannte Unterflurhydranten nicht mit Schneebergen bedeckt werden. Denn das kann die Löscharbeiten enorm beeinträchtigen. Unser Bild zeigt einen Schneeräumer im verschneiten Prettelshofen.
Bild: Bärbel Schoen

Feuerwehr Wertingen appelliert an Hausbesitzer, Wasseranschlüsse von Schnee und Eis freizuhalten. So genannte Unterflurhydranten sind durch rot-weiße Schilder gekennzeichnet.

Sie sind unscheinbar, obwohl sie in einer Vielzahl an Straßenrändern stehen: Kleine, 25 mal 20 Zentimeter rot-weiße Schilder, mit Buchstaben und Zahlen bestückt. Für Feuerwehrleute sind sie im Falle eines Brandes jedoch enorm wichtig. Rudolf Eser, Kommandant der Wertinger Freiwilligen Feuerwehr erklärt, warum: „Sie sind für uns wichtige Wegweiser bei der Suche nach Unterflurhydranten.“ Von dort kann im Notfall Löschwasser angezapft werden. Der Buchstabe „H“ steht für Hydrant, die Zahl daneben gibt den Wasserrohrdurchmesser in Millimeter an. Die unten angefügten Daten sind Entfernungs- und Richtungsangaben.

In Wertingen 55 fest installierte Überflurhydranten

In der Stadt Wertingen gibt es 55 fest installierte „Überflurhydranten“. Die meisten sind durch ihre rote Farbe gut erkennbar. Lediglich an wenigen Stellen sind sie bewusst in Grau gehalten worden. Norbert Brunner, Leiter des Wertinger Wasserwerks dazu: „So passen sie besser ins Altstadtbild.“ Vor dem Schloss, in der Dillinger Straße und bei der Kirche stehen graue Überflurhydranten. Daneben gibt es weitere 282, die unterirdisch installierten „Unterflurhydranten“. Üblicherweise werden alle hundert bis 150 Meter solche Hydranten als Teil der zentralen Löschwasserversorgung eingerichtet.

Für den Laien sind sie auf den ersten Blick nur durch einen ovalen, ebenerdig eingebauten Metalldeckel mit der Aufschrift „Hydrant“ zu erkennen. Diese Unscheinbarkeit führt gerade bei den aktuellen Schneefällen dazu, diese Deckel leicht zu übersehen. Und schlimmer noch, sie zusätzlich mit Schnee zuzuschieben.

Rudolf Eser appelliert deshalb eindringlich, die Hydranten-Deckel von Eis und Schnee frei zu halten, damit die Einsatzkräfte schnell an ihr Löschmittel gelangen und rasch mit der Brandbekämpfung beginnen können. Häufig würden Hausbewohner beim Schneeräumen gedankenlos handeln. Durch Tau- und Frostphasen am Tag und in der Nacht könne es außerdem zur Bildung von dicken Eispanzern kommen. So ein vereister Schneeberg über einem Unterflurhydranten sei für die Feuerwehr fast nicht zu knacken.

Jede Minute kann Menschenleben kosten

„Jede Minute, die wir mit der Suche nach einem Unterflurhydranten vergeuden, kann im schlimmsten Fall Menschenleben kosten“, gibt der Feuerwehrkommandant zu bedenken. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass Hausanlieger nicht nur zum Schneeräumen verpflichtet sind. In der Reinhaltungsverordnung sind unter Paragraph 10 Sicherungsarbeiten aufgelistet. Hier heißt es unter anderem: Abflussrinnen, Hydranten, Kanaleinlaufschächte und Fußgängerüberwege sind bei der Räumung freizuhalten.

Theorie und Praxis klaffen jedoch weit auseinander, meint Karl Benz auf Anfrage. „Leider schauen die wenigsten Leute darauf.“ Wohin aber mit dem vielen Schnee?, fragt sich selbst der Leiter des Ordnungsamtes. Eine Geldbuße zu verhängen, ginge für ihn dann doch zu weit. „Wir haben das noch nie geahndet.“ Die Stadt müsste sich dann selbst anzeigen, wenn sie mit Räumfahrzeugen Hydrantendeckel zuschiebt.

Für Feuerwehrkommandant Rudolf Eser ist indes klar: „Es kann jeden, auch Sie, treffen.“ Im Brandfall könnte ein Geschädigter Schadenersatz geltend machen, wenn beispielsweise ein Hydrant nicht eis- und schneefrei war.

Lesen Sie vom jüngsten Einsatz der Feuerwehr Wertingen und Gottmannshofen bei einem Wohnungsbrand: Technischer Defekt setzt in Gottmannshofen Wohnung in Brand


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