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Wertingen/Landkreis Dillingen

07.09.2016

Zum Radelspaß statt zum Spielplatz

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2 Bilder
Auch der Wertinger Manuel Stöckle wird beim Radelspaß dabei sein. 
Bild: Hassan

Der Wertinger Manuel Stöckle macht erstmals mit. Im Alltag radelt der Versicherungsmann vorwiegend mit seinem Sohn Jonathan im Anhänger. Vor dem Start gibt es einiges zu tun.

Eigentlich schwingt sich Manfred Hitzler zum Radelspaß jedes Jahr selbst auf den Drahtesel, um auf zwei Rädern die Region zu erkunden. Doch dazu wird er in diesem Jahr keine Zeit haben. Denn am Sonntag ist der Hof des Kicklingers einige von unzähligen Raststationen an der Strecke. Schweißtreibend wird es für ihn deshalb schon lange bevor am 11. September der Startschuss fällt.

Damit die Kicklinger Vereine, die die Bewirtung übernehmen, Platz für die Bestuhlung haben, muss die Maschinenhalle ausgeräumt werden. Teile des Hofs, sagt Manfred Hitzler, werden mit Bauzäunen abgesperrt, damit nichts passieren kann. Und dann muss Hitzler natürlich noch die Hofführungen selbst vorbereiten, während der Bauernverband die Strohhüpfburg errichtet. Trotz der Arbeit ist der Landwirt froh, dass der Radelspaß in diesem Jahr durch seinen Heimatort kommt. Schließlich könne man sich da als Dorf nach außen präsentieren.

Durch Kicklingen und das Donautal radeln wird am Sonntag erstmals auch Manuel Stöckle. Der 37-jährige Wertinger hat sich spontan dazu entschlossen. Er startet gemeinsam mit Firmenkollegen der Wertinger Allianz-Vertretung und mit einigen Radlern der Dillinger Wirtschaftsjunioren, deren Präsident er ist. Ihn reizt der gute Zweck – sie wollen Geld für die „Kartei der Not“ erradeln – und das Gemeinschaftserlebnis.

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Manuel Stöckle liebt es, in seiner Freizeit mit seinem zweieinhalb jährigen Sohn Jonathan im Fahrradanhänger zu den Spielplätzen der Umgebung zu radeln. Die 38 Kilometer, die er sich für Sonntag vorgenommen hat, sind neu für ihn und durchaus eine Herausforderung. Und die Vorbereitung? „Ich werde mir noch einen Ersatzschlauch kaufen“, sagt er und hofft, dass das Schlauchwechseln bei den modernen Rädern noch genauso wie in seiner Jugend funktioniert.

Nicht nur in Kicklingen haben die Radler am Sonntag die Möglichkeit, entlang der Strecke wieder neue Energie zu tanken, Wissenswertes zu erfahren oder vom Rad ins Boot oder auf ein Segway umzusteigen. Auch in diesem Jahr haben zahlreiche Vereine und Institutionen entlang der Strecke wieder Rast- und Erlebnisstationen eingerichtet.

Ein gutes Dutzend Helfer bietet etwa der Segelclub Dillinger Land am Wagersee auf. Dort können die Radelspaßgäste sich stärken oder das Rad gegen ein Segelboot tauschen. Nach dem Unfall auf den Feldtagen in Finningen hat sich Clubchef Markus Kapfer ausführlich mit dem Versicherungsschutz beschäftigt und die Veranstaltung noch einmal extra abgesichert. Nun hofft er, dass viele Radler am Wagersee Station machen. Denn von dem, was am Ende übrig bleibt, sollen Anschaffungen für die Jugend gemacht werden.

Auch in Eppisburg hofft die Vereinsgemeinschaft, dass am Ende etwas hängenbleibt. Schließlich habe man für die neue Bestuhlung der Gemeindehalle 20000 Euro ausgegeben, sagt Max Wiedenmann. Ursprünglich sollte die erst später geliefert werden. Weil aber der Radelspaß anstand, drückten die Eppisburger Vereine auf’s Tempo, damit die Radler nicht auf einer harten Bierbank rasten müssen, nachdem sie vom Sattel gestiegen sind.

Köstlichkeiten haben die Holzheimer Imker im Angebot. Dort, erzählt Alois Schuster, seien die Damen gerade dabei, leckere Rezepte für Fitnessgetränke mit Honig auszusuchen. Nebenbei werden in diesen Tagen noch der Lehrbienenstand und das Umfeld auf Vordermann gebracht.

In der Mayershofer Mühle in Aislingen wird es am Sonntag Führungen geben. Andrea Mayershofer kehrt am Donnerstag mit ihrer Familie aus dem Spanienurlaub zurück und macht sich dann sofort an die Vorbereitungen. „Nach der Ernte war das alles sehr eingestaubt“, sagt sie. So geht es vermutlich auch einigen Drahteseln, die zum Radelspaß aus dem Keller kommen.

Abstauben muss Manuel Stöckle sein Fahrrad keinesfalls – höchstens vom Sand der Spielplätze. „Jetzt kommt’s darauf an, ob mein Fahrrad und ich die 38 Kilometer schaffen werden.“ Doch der 37-jährige Wertinger ist zuversichtlich. Sein Rad ist gerade mal drei Jahre alt, und er nur ein paar Jährchen älter...

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