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Maria Medingen

04.10.2016

Zurück in der Klosterkirche

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4 Bilder
Dieses Foto von der Gabenbereitung dokumentiert die Macht des Feuers, das im Kloster Maria Medingen gewütet hat.  Es zeigt einen Kelch, der bei der Hitze schmolz.
Bild: Berthold Veh

Bischof Konrad feiert mit den Franziskanerinnen im Gotteshaus in Maria Medingen die erste heilige Messe nach dem verheerenden Brand. Viele spüren dort etwas Besonderes.

Es ist eine Szene, die das ganze Ausmaß des verheerenden Brandes im Kloster Maria Medingen dokumentiert. Franziskanerinnen tragen bei der Gabenbereitung in der restaurierten Klosterkirche einen Kelch und ein Ziborium, in dem geweihte Hostien aufbewahrt werden, zum Altar. Die Hitze des Feuers hat die beiden Gegenstände in der Sakristei demoliert. Eine Schwester verlor bei dem Brand in der Nacht zum 6. Juli 2015 ihr Leben. Voraussichtlich frühestens an Weihnachten können die Franziskanerinnen ihre Räume im Kloster wieder beziehen. Die Sanierung der Margareta-Ebner-Kapelle dürfte noch Jahre dauern. Am Dienstag, am Feiertag des heiligen Franziskus, gab es aber einen ersten Schritt zurück in die Normalität. Bischof Konrad Zdarsa hat in einem feierlichen Festgottesdienst die Klosterkirche wiedereröffnet.

Schwester Elke Prochus ist erleichtert. „Für uns ist das heute ein ganz besonderer Tag“, sagt die Oberin der Franziskanerinnen-Provinz Maria Medingen. In den vergangenen Monaten konnten die Schwestern nur in der kleinen Turmkapelle über der Klostereinfahrt Gottesdienste feiern. „Wir sind froh, dass wir in unsere Klosterkirche zurückkehren können.“ Dies sei nicht nur für die Dillinger Franziskanerinnen wichtig. Die Klosterkirche ziehe viele Menschen in der Region an. „Wir freuen uns, wenn wir mit ihnen wieder die heilige Messe feiern können“, betont Schwester Elke. Sie heißt am Dienstagnachmittag kurz nach 15 Uhr unter dem Beifall der wartenden Franziskanerinnen Bischof Konrad Zdarsa willkommen, der nach dem Brand die erste heilige Messe in der Barockkirche zelebriert. Ihn unterstützen dabei die Geistlichen Alois Lehmer, Josef Philipp, Peter Twrdy und Norbert Maginot.

Schwester Elke erinnert an die Brandkatastrophe im Sommer 2015. Der Schmerz nach dem Tod von Schwester Gertrud laste immer noch auf der Gemeinschaft. Im Kloster Maria Medingen leben gegenwärtig noch 20 Schwestern, in der Provinz Maria Medingen der Dillinger Franziskanerinnen sind es 233. Die Oberin dankt unter anderem Bischof Konrad, der zu den Ersten gehörte, die ihr Mitgefühl ausgedrückt haben. Gleich zu Beginn der Ulrichswoche habe der Bischof dazu aufgerufen, die Schwestern zu unterstützen. „Wir werden Ihnen das nie vergessen“, versichert Schwester Elke. Sie hebt auch die „trostvolle Anwesenheit“ des Wittislinger Pfarrers Alois Lehmer hervor, der den Franziskanerinnen in den schlimmsten Stunden Beistand geleistet habe. Auch den Vertretern der Versicherungen spricht die Provinzoberin ihren Dank aus. Der Schaden im Kloster soll bei etwa 20 Millionen Euro liegen.

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Die 1717 erbaute Klosterkirche sei das „erste Wunderwerk“ der Brüder Dominikus und Baptist Zimmermann, erklärt Schwester Elke. Maria Medingen ist ein geistliches Zentrum in der Region. „Besucher sagen immer wieder, hier ist etwas Besonderes spürbar“, berichtet die Oberin. Am Samstag, 15. Oktober, wollen die Schwestern mit der ganzen Bevölkerung einen Dankgottesdienst feiern.

Dies hat Bischof Konrad gestern auch mit den Franziskanerinnen getan. Den schrecklichen Brand stellt er in seiner Predigt als einen Moment dar, in dem hinterher nichts mehr so ist, wie es war. Die Trauer der Christen sei aber ein Weg zur Besinnung auf das Eigentliche. „Sie führt letztlich zur Dankbarkeit“, sagt der Bischof. Er geht auch auf die Anfechtungen und Leiderfahrungen des Apostels Paulus und des heiligen Franziskus ein, die all ihre Fähigkeiten für den Aufbau und Wiederaufbau der Kirche eingesetzt hätten. Die Schwestern fordert er auf, „heiler“ aus den katastrophalen Erfahrungen des vergangenen Jahres hervorzugehen.

Bei den Franziskanerinnen ist in der Tat Dankbarkeit spürbar. „Wir freuen uns sehr über die Wiedereröffnung der Klosterkirche“, sagt Schwester Marianne Willjung. Auch Reinigungskraft Ingeborg Graf freut sich. „Das war ein hartes Jahr“, sagt die Finningerin. Sie hat wie viele Schwestern ein Lächeln im Gesicht.

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