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Höchstädt

28.03.2016

Zwischen Milchkaffee und Magma

Magma, so heißt der Titel der neuesten Werkreihe der Günzburger Künstlerin Christine Viola. Die Vergolderin und Fassmalerin stellt im April in der Höchstädter Schlosskapelle aus.
Bild: Berthold Veh

Die Günzburger Künstlerin Christine Viola stellt in Höchstädt aus. Es ist der Beginn für die neue Saison im Schloss. Zuletzt haben die Besucherzahlen stagniert

Als Christine Viola ihr Bild „Milk and coffee“ an die Wand der Höchstädter Schlosskapelle hängt, gerät sie ins Schwärmen. „Der Raum ist ein Traum“, sagt die Günzburgerin. Am kommenden Donnerstag, 31. März, wird die Künstlerin hier eine Ausstellung eröffnen. „Spiel mit der Linie – ich gehe auf Spurensuche“, so lautet der Titel der Schau, die viele Gäste ins Höchstädter Schloss locken soll. Damit endet gleichzeitig der Winterschlaf des Wahrzeichens, denn am 1. April beginnt die neue Saison. Das Schloss hat dann bis Oktober wieder durchgehend geöffnet.

Die Künstlerin Christine Viola kennt das traumhafte Ambiente in Höchstädt schon. Im vergangenen Jahr hat sie im „Glaspalast“ vor dem Schloss die Laudatio auf ihre Malfreundin Angelika Haschler, eine Höchstädterin, gehalten, die im Geigerturm ausstellte. Viola liebt es gerne abstrakt. Das hat wohl damit zu tun, dass die renommierte Vergolderin und Fassmalerin sonst immer an vorgegebene gegenständliche Formen gebunden ist. „Beim Restaurieren ist man nicht frei, beim Malen habe ich dagegen Freiräume“, sagt die 51-Jährige, die in ihrer Werkstatt in der Günzburger Römergasse Putten, Krippen, Grabkreuze und Bilderrahmen restauriert und es dabei zu einer großen Meisterschaft gebracht hat. Während ihrer Ausbildung zur Vergolderin und Fassmalerin hatte sie es einst bis zur Bundessiegerin gebracht. Später arbeitete sie in der Vergolder-Werkstatt der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung in Nymphenburg.

Das Handwerk allein ist ihr aber nicht genug. Deswegen möchte sich die Günzburgerin bei ihrer zweiten Passion, dem künstlerischen Schaffen, „treiben lassen“. Das zeigen die Acrylbilder Violas, die eine magische Wirkung entfalten. Das „Milchkaffeebild“ hat 15 Schichten. Viola malt mit Naturfarben – oft dominieren Weiß-, Grau- und Brauntöne – Kaffee, Asche, Kreide, Kohle, Wachs. Sie verarbeitet Seidenpapier und spielt mit der Linie. Mal kraftvoll gesetzt und dick, mal sanft und zart. Ab und zu gibt es einen richtigen Schuss Farbe – etwa Pink bei der Reihe „Magma“, die ebenfalls in der Schlosskapelle zu sehen ist. Hier trifft Moderne auf Klassik.

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Bis zum 1. Mai werden Violas Bilder in Höchstädt zu sehen sein. Es ist ein Glanzpunkt des Jahresprogramms, bei dem die Bayerische Schlösserverwaltung, der Bezirk Schwaben und die Stadt Höchstädt zusammenarbeiten. Die Besucherzahlen im Schloss, das für etwa 30 Millionen Euro saniert wurde, haben nach Informationen unserer Zeitung zuletzt stagniert. 5646 Gäste kamen 2015 ins Höchstädter Schloss, 2014 waren es 5819 Besucher gewesen. 2010 zählte man noch knapp 13000 Menschen, damals war aber die Fayencenausstellung eröffnet worden. Der Rekord datiert ins Jahr 2004 zurück, als die grandiose Ausstellung zur Schlacht von Höchstädt/Blindheim anno 1704 zu sehen war, die sich damals zum 300. Mal jährte. Die Schau wollten mehr als 54000 Menschen sehen.

Im Schloss tut sich was, nicht nur kulturell. Kastellan Anton Wiedemann teilt mit, dass sich wieder ein Storchenpaar auf dem Horst des Schlosses niedergelassen hat. Der Kastellan ist guter Dinge. „Es liegen drei Eier im Nest“, sagt Wiedemann.

Das Höchstädter Schloss ist ab 1. April von Dienstag bis Sonntag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können auch die Werke der Künstlerin Christine Viola in der Schlosskapelle betrachtet werden.

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