In Zeiten weltweiter kriegerischer Auseinandersetzungen zeigt der Friedens- und Heimatverein Binswangen stets, dass sein Name Programm ist, nämlich engagierte Friedensarbeit. Eine stattliche Reisegruppe besuchte jüngst den Ort eines denkwürdigen Kriegsgeschehens im Ersten Weltkrieg zwischen Deutschland und Frankreich, den Lingekopf bei Munster im Elsass. Auch wenn die Ereignisse des Jahres 1915 dieses Gebiet in den Vogesen als Schlachtfeld definieren, unternahmen die früheren gegnerischen Seiten intensive Schritte, um das einstige Kampfgebiet zu einer symbolträchtigen Stätte für völkerverständigende Gedenkkultur auszugestalten.
Erst die direkte Begehung der Erinnerungsstätte sowie der Besuch des dazugehörigen Museums mit beeindruckenden Exponaten eröffneten den Besuchern die tragische Dimension der soldatischen Schicksale. Der Gang über den Lingekopf brachte für jeden Betrachter die Erkenntnis, wie menschenverachtend und zum äußersten belastend sich die Kampfhandlungen für die Beteiligten darstellten.
Beim Besuch des nahe gelegenen deutschen Soldatenfriedhofs Hohrod bekam das Grauen ein Gesicht. Der Namenszug des Urgroßvaters eines Teilnehmers, Leo Schüller, war auf einem der schwarzen Kreuze angebracht, die die letzte Ruhestätte für 2460 deutsche Kriegstote markieren. Einen den Besuch begleitenden Akt des Gedenkens gestalteten der Vorsitzende, Reiner Bühler, Reiseorganisator Adrian Schüller, ein Männerensemble sowie drei Teilnehmerinnen mit eingehenden Friedensappellen bzw. Liedbeiträgen. Schon die vorausgegangene Begehung des entsprechenden französischen Soldatenfriedhofs hatte die Besucher für die Thematik emotional sensibilisiert.
Eine Führung durch die beiden Städte Colmar und Straßburg vermittelte der Reisegruppe bleibende Eindrücke elsässischer Lebenskultur im Umfeld interessanter historischer Bauten und zum Verweilen einladender Plätze. Die Bildungsreise brachte für alle Teilnehmer die Erkenntnis, dass es zu einem geeinten Europa keine Alternative gibt.
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